<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><rss version="2.0"
	 xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	 xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	 xmlns:f="http://typo3.org/ns/TYPO3/CMS/Fluid/ViewHelpers"
	 xmlns:n="http://typo3.org/ns/GeorgRinger/News/ViewHelpers"><channel><title>Nachrichten</title><link></link><description></description><language>de-DE</language><copyright>Diözese Bistum Würzburg</copyright><pubDate>Fri, 10 Jul 2026 15:22:06 +0200</pubDate><lastBuildDate>Fri, 10 Jul 2026 15:22:06 +0200</lastBuildDate><atom:link href="https://bischof.bistum-wuerzburg.de/feed.rss" rel="self" type="application/rss+xml" /><generator>TYPO3 EXT:news</generator><item><guid isPermaLink="false">news-73997</guid><pubDate>Fri, 10 Jul 2026 11:21:12 +0200</pubDate><title>Priestertreffen befasst sich mit Dienstordnung </title><link>https://bischof.bistum-wuerzburg.de/aktuell/na-detail/ansicht/priestertreffen-befasst-sich-mit-dienstordnung/</link><description>Mehrheit unterstützt das Vorhaben – Berufsgruppenvertretung soll an der Ausarbeitung beteiligt werden</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Rund 80 Priester aus dem Bistum Würzburg haben sich am Dienstag, 7. Juli, im Matthias-Ehrenfried-Haus zum mitbrüderlichen Austausch getroffen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die geplante Dienstordnung für Priester. Eingeladen hatte die Berufsgruppenvertretung im Rahmen des Tags der Beschäftigten während der Kiliani-Wallfahrtswoche.</p><p>Nach dem gemeinsamen Stundengebet begrüßte Pfarrer Dr. Eugen Daigeler, Sprecher der Priester-Berufsgruppenvertretung, die Teilnehmer und führte in das Thema „Chancen und Grenzen einer Dienstordnung für Priester“ ein. In Kleingruppen und im Plenum diskutierten die Teilnehmer intensiv über das Vorhaben. Die Mehrheit sprach sich dafür aus, mit einer Dienstordnung mehr Klarheit für berufliche Fragen zu schaffen.</p><p>Weihbischof Paul Reder, Bischofsvikar für die Priester, erläuterte die Hintergründe des Projekts. Ziel sei es, bislang unterschiedlich geregelte Themen in einer Dienstordnung zusammenzuführen. In der Diskussion wurden sowohl grundsätzliche Fragen zur positiven Begründung des priesterlichen Dienstes als auch praktische Einzelaspekte angesprochen. Ordinariatsrat Robert Hambitzer, Leiter der Hauptabteilung Personal, hob hervor, dass eine Dienstordnung für mehr Klarheit sowohl auf Seiten des Dienstgebers als auch der Priester sorgen könne.</p><p>Bischof Dr. Franz Jung warb in einem persönlichen Wort für gegenseitiges Vertrauen als Grundlage einer guten Zusammenarbeit zwischen Priestern und Bistumsleitung. Die Dienstordnung solle die Freude am priesterlichen Dienst stärken und fördern. Zum Abschluss sprach sich die Versammlung einstimmig dafür aus, Vertreter der Priesterschaft, insbesondere die Berufsgruppenvertretung, in die weitere Erarbeitung der Dienstordnung einzubinden. An das Treffen schloss sich ein Pontifikalamt im Würzburger Kiliansdom an.&nbsp;</p><p>(2926/0683; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet&nbsp;</em><br />&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Weihbischof Paul Reder</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Kiliani</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-73996</guid><pubDate>Fri, 10 Jul 2026 10:39:19 +0200</pubDate><title>Bischof Jung gratuliert Schwester Dr. Katharina Ganz zur Wahl an die Spitze des Deutschen Caritasverbands</title><link>https://bischof.bistum-wuerzburg.de/aktuell/na-detail/ansicht/bischof-jung-gratuliert-schwester-dr-katharina-ganz-zur-wahl-an-die-spitze-des-deutschen-caritasverbands/</link><description>Würzburg (POW) Bischof Dr. Franz Jung hat Schwester Dr. Katharina Ganz von den Oberzeller Franziskanerinnen am Donnerstag, 9. Juli, in einem persönlichen Schreiben zu ihrer Wahl an die Spitze des Deutschen Caritasverbandes gratuliert und ihr für diesen neuen Lebensabschnitt viel Energie, Schaffensfreude und die Kraft des Schöpfergeistes gewünscht. </description><content:encoded><![CDATA[<p>„Es ist eine Auszeichnung für Sie und eine Anerkennung Ihrer Arbeit, dass Sie das intensive Auswahlverfahren für dieses wichtige Amt erfolgreich durchlaufen und die Zustimmung aller beteiligten Gremien erhalten haben.“ Er freue sich, mit ihr eine Frau an der Spitze des wichtigsten Wohlfahrtsverbands in Deutschland zu wissen, die für die Verbindung von Caritas und Pastoral steht. Ganz sei es in ihrem Wirken im Kloster Oberzell und dessen Einrichtungen stets wichtig, nicht nur tätige Hilfe zu leisten, „sondern den Menschen – vor allem den Mädchen und jungen Frauen – auch im geistlichen Sinne zu dienen“. Als Präsidentin des Deutschen Caritasverbands werde sie eine wichtige politische Rolle spielen und hoffentlich auch bei den Verantwortungsträgern in Gesellschaft und Politik Gehör finden. Schon die Ordensgründerin der Oberzeller Franziskanerinnen, Antonia Werr, habe es verstanden, zum Erreichen ihrer Ziele die richtigen Partner und Unterstützer zu finden. „Im Geist ihrer Gründerin hatten die Dienerinnen der heiligen Kindheit Jesu stets einen guten Blick für die Bereiche, in denen ihr Einsatz gebraucht wird und an denen sie einen Unterschied machen können. Ich bin überzeugt, dass Sie diese Haltung auch im Deutschen Caritasverband weiterhin pflegen werden.“</p><p>(2926/0691; E-Mail voraus)<br />&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Kurzmeldungen</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-73983</guid><pubDate>Thu, 09 Jul 2026 15:38:40 +0200</pubDate><title>Die Gnade der „zweiten Bekehrung“</title><link>https://bischof.bistum-wuerzburg.de/aktuell/na-detail/ansicht/die-gnade-der-zweiten-bekehrung/</link><description>Bischof Dr. Franz Jung feiert Kiliani-Gottesdienst mit Ordensleuten aus dem ganzen Bistum – Beispiele von Ordenschristen, die noch einmal neu aufbrachen</description><content:encoded><![CDATA[<p class="Unterzeile1"><strong>Würzburg </strong>(POW) Die Kiliani-Wallfahrtswoche ist eine Einladung, das eigene Charisma und die eigene Berufung zu erneuern. Das hat Bischof Dr. Franz Jung beim Kiliani-Gottesdienst am Mittwochnachmittag, 8. Juli, dem Tag des heiligen Kilian, betont. Rund 150 Ordensleute aus dem ganzen Bistum feierten die Messe im Würzburger Kiliansdom mit. „Frage, wohin der Herr Dich senden möchte, wohin Du innerlich aufbrechen möchtest, um Dich mit Kilian, Kolonat und Totnan in das Abenteuer des Lebens nach dem Evangelium senden zu lassen“, ermutigte der Bischof.</p><p>Die Frankenapostel lebten in einem irischen Kloster und hatten ihre Berufung eigentlich schon gefunden, begann Bischof Jung seine Predigt. Doch dann hätten sie das Evangelium nochmals ganz neu gehört und seien noch einmal in eine unbekannte Zukunft aufgebrochen, um wie Jesus heimatlos zu sein und das Evangelium zu verkünden. „Sie waren bereit, ihr ganzes Leben hinzugeben, um dieser Sendung gerecht zu werden.“ Kilian und seine Gefährten hätten eine „zweite Berufung“ erlebt, sagte der Bischof. Bei der ersten Bekehrung finde der Ordenschrist sein Charisma und sein Kloster. Man komme innerlich an, aber vieles werde auch zur Routine. Irgendwann komme der Punkt, an dem man sich die Frage stelle, ob das schon alles war oder ob noch etwas komme.</p><p>Oft führe die „zweite Bekehrung“ zu einer größeren geistlichen Fruchtbarkeit, erläuterte der Bischof. Teresa von Avila sei bis zu ihrem 40. Lebensjahr „im Kloster gesessen“, bis sie die Kraft des inneren Gebets entdeckte und daraufhin 19 Klöster gründete. Franz Pfanner war Trappist, ehe er in Südafrika die Mariannhiller Missionare gründete. Antonia Werr, die Gründerin der Oberzeller Franziskanerinnen, habe jahrelang nach ihrem Weg gesucht, bis sie ihre Mission in der Seelsorge für Frauen gefunden habe. Die zweite Bekehrung sei eine Gnade, und ihr auszuweichen oder sie hinauszuzögern berge Gefahr für die eigene Seele. „Wer diesen entscheidenden Punkt im geistlichen Leben verpasst, dem geht oftmals das Feuer des Anfangs verloren“, sagte Bischof Jung. Das könne zu einer tiefen Lebenskrise führen. Auch das Evangelium von der Heilung des blinden Bettlers Bartimäus sei die Geschichte einer zweiten Bekehrung, fuhr der Bischof fort. „Er spürt, dass das Leben an ihm vorbeigeht. Doch die Erinnerung an Jesu Kommen weckt in ihm die Sehnsucht, und er folgt diesem inneren Ruf zur Bekehrung.“</p><p>„Wir wissen und spüren, dass wir an einer Schwelle stehen, dass etwas zu Ende geht und der Herr uns in einen neuen Ernst der Nachfolge ruft“, sagte Bischof Jung. Junge Menschen wollten genau wissen, ob Christus wirklich die Mitte des eigenen Lebens sei und was man dafür zu tun bereit sei. „Herr, gib uns den Mut, noch einmal aufzustehen. Gib uns den Mut, uns in die Gegenwart Deiner Herrlichkeit zu stellen, wenn Du uns rufst, und öffne uns die Augen für die Schönheit unserer Berufung.“</p><p>Ordenschristen und Mitarbeiter brachten symbolische Gaben vor den Altar. Bilder von einem Auge, einem Ohr und einem Herz standen für den wachen Blick für die Nöte, aber auch die Schönheit der Welt, hellhörige Ohren für die Stimme Gottes und der Mitmenschen sowie ein offenes Herz für die Not anderer. Ein Paar Schuhe symbolisierte die Bereitschaft, aufzustehen und sich auf den Weg zu machen. Eine brennende Kerze stand für das Licht, das den rechten Weg zeigt.</p><p class="text-right">sti (POW)</p><p>(2926/0682; E-Mail voraus)</p><p><strong>Weitere Bilder finden Sie hier:</strong><em><a href="https://bistum-wuerzburg.px.media/share/17835288271gBQVJlQvhPiXW" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://bistum-wuerzburg.px.media/share/17835288271gBQVJlQvhPiXW</a></em></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Kiliani</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-73982</guid><pubDate>Thu, 09 Jul 2026 15:06:56 +0200</pubDate><title>„Leben ist, was du daraus machst“</title><link>https://bischof.bistum-wuerzburg.de/aktuell/na-detail/ansicht/leben-ist-was-du-daraus-machst/</link><description>Bischof Jung besucht die Johannes-de-la-Salle-Berufsschule in Aschaffenburg und ermutigt die Schülerinnen und Schüler, ihre Chancen zu ergreifen – Gemeinsamer Gottesdienst in der Marktkirche Sankt Agatha</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Aschaffenburg </strong>(POW) Am Namenstag des heiligen Kilian am Mittwoch, 8. Juli, hat Bischof Dr. Franz Jung die Johannes-de-la-Salle Berufsschule (JdlS) in Aschaffenburg besucht. Das ist eine anerkannte Berufsschule zur sonderpädagogischen Förderung in der Trägerschaft der Caritas-Schulen gGmbH. Deren Schülerinnen und Schüler, von denen viele einen Migrationshintergrund haben, bedürfen besonderer Förderung.</p><p>Der Besuchstag startete mit einem Gottesdienst in der Marktkirche Sankt Agatha in der Aschaffenburger Innenstadt. Konrektor Konrad Kohlhepp und Schülersprecherin Lauren Hohla begrüßten den Bischof. Kohlhepp vertrat die verhinderte Schulleiterin Uta Seitz. Er wies darauf hin, dass in der Kirche gerade von der Malerklasse der Schule Renovierungsarbeiten in einem Besprechungsraum durchgeführt werden und es von daher auch eine direkte Beziehung zwischen der Schule und dem Kirchenraum gäbe.</p><p>Der Bischof bezog sich im Gottesdienst auf das Jahresmotto der Diözese „Hab Mut, steh auf!“ und übertrug das dazugehörige Evangelium von der Heilung des blinden Bartimäus auf das Motto der Caritas-Schulen gGmbH „Leben – Lernen – Fördern“. Bartimäus wollte nicht vor Selbstmitleid zerfließen, sondern etwas aus seinem Leben machen, sagte der Bischof. Ihm sei klar gewesen, dass nicht immer nur alle anderen etwas für ihn tun sollten, sondern dass er sein Leben auch selbst in die Hand nehmen müsse. „Diese Sehnsucht des Herzens auch in Worte zu fassen, ist oft schon eine Grenze, deren Überschreitung zu einer Besserung der Lebensumstände führt“, erklärte Bischof Jung. Diese Grenze sei von Bartimäus überschritten worden, als er nach Jesus rief. So habe der Blinde dann auch Förderung erfahren, denn Menschen hörten ihn und ermutigten ihn, sich an Jesus zu wenden, damit er gesund wird.</p><p>So ähnlich könne es auch mit den Schülern passieren, die an der JdlS ihre Ausbildung machen. Wer sein Leben in die Hand nehme und dort eine Ausbildung beginne, erfahre dort dann auch Förderung, um seinen Weg weiterzugehen, sagte Bischof Jung. „Leben ist, was du daraus machst“, rief er den Schülern zu. Der Bischof wünschte den Lehrern viel Erfolg dabei, das Potential der Schüler zu wecken und zu fördern.</p><p>Im Anschluss an den Gottesdienst besuchte der Bischof die Schule im Stadtteil Schweinheim. Sie ist im Gebäude der ehemaligen Junior Highschool der früher in Aschaffenburg stationierten amerikanischen Truppen untergebracht. Dort gibt es neben den Unterrichtsräumen verschiedene Werkstätten, die unterschiedliche Berufsausbildungen ermöglichen. Sie reichen von der Holzverarbeitung über Kraftfahrzeug-Mechatronik bis hin zu Gartenbau. Ausgebildet werden zudem beispielsweise Köche, Maler, Verkäufer oder Friseurinnen. Laut Kohlhepp besuchen die Schule aktuell rund 360&nbsp;Schüler und Schülerinnen aus Stadt und Landkreis Aschaffenburg sowie dem Landkreis Miltenberg. Sie werden von rund 40&nbsp;Lehrkräften betreut.</p><p>An der Schule gibt es auch eine Beratungsstelle, die Schüler beim Übergang von der Schule ins Berufsleben unterstützt und sie während der Berufsausbildung begleitet. An der JdlS kann man sowohl ein Berufsvorbereitungsjahr als auch eine Ausbildung machen. Letztere endet in der Regel mit einem Abschluss als Fachpraktiker oder Fachwerker, kann aber durch ein weiteres Ausbildungsjahr auch mit dem jeweiligen Vollberuf abgeschlossen werden. Das Gebäude, in dem die Schule untergebracht ist, ist inzwischen sehr in die Jahre gekommen, aber ein Neubau nach langen Planungen jetzt in Aussicht.</p><p>Bischof Jung suchte bei der anschließenden Begegnung im Schulhaus das Gespräch mit den Lehrern und den Schülern. Er zeigte sich erstaunt über das breite Portfolio der Schule und das Konzept der kleinen Lerngruppen, in denen mit den Schülern gearbeitet wird. „Die Institution hilft den jungen Menschen niederschwellig, den Start ins Berufsleben zu schaffen, und leistet so auch einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft“, war sein Fazit am Ende des Besuchs.</p><p class="text-right">bv (POW)</p><p>(2926/0681; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Aschaffenburg</category><category>Kiliani</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-73958</guid><pubDate>Wed, 08 Jul 2026 15:52:40 +0200</pubDate><title>In der Not Christus begegnen</title><link>https://bischof.bistum-wuerzburg.de/aktuell/na-detail/ansicht/in-der-not-christus-begegnen/</link><description>Blaulicht-Gottesdienst mit rund 500 Einsatzkräften und Notfalseelsorgerinnen – Bischof Jung: „‚Hab Mut, steh auf!‘ als Motto der täglichen Arbeit“</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Bei einer ökumenischen Wort-Gottes-Feier hat Bischof Dr. Franz Jung am Dienstagabend, 7. Juli, den Einsatzkräften und Notfallseelsorgern für ihre Arbeit gedankt: „Danke für Ihren Einsatz für all die Menschen in Unterfranken und darüber hinaus, die sich auf Ihre Hilfe verlassen dürfen.“ Dabei sprach Bischof Jung auch über das Motto der Kiliani-Wallfahrtswoche „Hab Mut, steh auf!“, das zugleich das Motto der täglichen Arbeit der Anwesenden sei. „In der Not des Nächsten, das ist unsere christliche Überzeugung, begegnen wir Jesus Christus selbst.“ Bei dem ökumenischen Gottesdienst, der gemeinsam mit dem evangelischen Dekan Dr. Wenrich Slenczka gefeiert und von den Maltesern mitgestaltet wurde, waren rund 500 Einsatzkräfte der Polizei, der Feuerwehr, der Rettungsdienste, der Malteser, der Johanniter, des Roten Kreuzes, der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft, des Technischen Hilfswerks sowie Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger anwesend. Auszubildende der Bereitschaftspolizei übernahmen den Ministrantendienst.</p><p>Der Gottesdienst war auch von den persönlichen Erlebnissen der Anwesenden geprägt. So berichteten fünf Einsatzkräfte und Notfallseelsorger von prägenden Momenten und Einsätzen, von Schicksalsschlägen und besonders schweren Situationen, in denen sie Mut beweisen mussten. Marco Völker, Polizeibeamter der Polizeiinspektion Ochsenfurt, sprach von einem Einsatz, bei dem eine psychisch belastete Frau Einsatzkräfte mit einer Metallstange angriff. „Dieser Einsatz hat mich viel beschäftigt, weil er gezeigt hat, wie schnell man in unserer Blaulichtfamilie in einer lebensgefährlichen Situation ist“, sagte Völker. Polizistinnen und Polizisten bräuchten immer wieder Mut und Kraft, um aufzustehen und in gefährlichen Situationen einzugreifen. Uwe Kinstle von den Johannitern in Unterfranken berichtete von einem Einsatz, bei dem er eine junge Mutter über den Tod ihres fünf Monate alten Mädchens informieren musste. Es sei die Geburtsstunde der Notfallseelsorge gewesen. „Habt Mut, steht auf, dass Menschen, die Opfer von Gewalttaten geworden sind, erfahren, dass die Blaulichtfamilie Sie in ihrer Not versorgt und sie begleitetet werden.“</p><p>In seiner Predigt hob Dekan Slenczka, der für Regionalbischöfin Gisela Bornowski eingesprungen war, die Ruhe und den Mut hervor, mit denen Einsatzkräfte ihren täglichen Dienst versehen. „Ich bewundere auch den Mut, den man braucht, um sich rufen zu lassen, wenn es um erschreckende Situationen geht und man vorher nicht weiß: Was kommt jetzt auf mich zu?“ Dekan Slenczka lobte zudem, dass bei der Fürsorge für andere keine Unterschiede gemacht würden: „Ich bewundere es, wie Sie sich um die kümmern, die verunfallt sind, und nicht erst fragen: Wer bist du? Hast du es überhaupt verdient?“</p><p>Nach dem Gottesdienst kamen die Einsatzkräfte sowie die Seelsorgerinnen und Seelsorger zu einer Begegnung bei Brezeln und Getränken vor dem Burkardushaus zusammen.</p><p><iframe src="https://bistumwuerzburg.podigee.io/344-wo-einsatzkrafte-mutig-sind/embed?context=external&amp;theme=default" style="border: 0" frameborder="0" height="100" width="100%"></iframe></p><p class="text-right">pdf (POW)</p><p>(2826/0676; E-Mail voraus)</p><p><strong>Weitere Bilder finden Sie hier: </strong><em><a href="https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1783518734Y6PJOVdZPwuOOU" target="_blank" rel="noreferrer">bistum-wuerzburg.px.media/share/1783518734Y6PJOVdZPwuOOU</a></em></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Berichte</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Kiliani</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-73938</guid><pubDate>Tue, 07 Jul 2026 12:30:00 +0200</pubDate><title>Bischof Jung gratuliert Dr. Dr. Christian Würtz zur Ernennung zum Bischof von Eichstätt</title><link>https://bischof.bistum-wuerzburg.de/aktuell/na-detail/ansicht/bischof-jung-gratuliert-dr-dr-christian-wuertz-zur-ernennung-zum-bischof-von-eichstaett/</link><description>Würzburg/Eichstätt (POW) Papst Leo XIV. hat am Mittwoch, 7. Juli, Dr. Dr. Christian Würtz, Weihbischof in Freiburg, zum neuen Bischof von Eichstätt ernannt. Bischof Dr. Franz Jung gibt dazu folgende Stellungnahme:</description><content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNoSpacing">„Ich gratuliere Christian Würtz von Herzen zur Ernennung zum 83. Bischof von Eichstätt! Er bringt für diese Aufgabe sehr gute Voraussetzungen mit. Zum einen hat er sich mit zwei Promotionen theologisch qualifiziert, und zwar juristisch wie auch historisch. Zum anderen ist er als Weihbischof eines großen Bistums seit sieben Jahren mit dem bischöflichen Dienst vertraut. Als Regens weiß er um die Bedarfe junger Menschen auf der Suche nach ihrer Berufung. Als Bischofsvikar für die Hochschulen kennt er überdies die Herausforderungen, vor denen heute Universitäten stehen wie beispielsweise auch die Katholische Universität Eichstätt. Ich wünsche Christian Würtz für seine neue Aufgabe Gottes reichen Segen und freue mich auf unsere Zusammenarbeit sowohl in der Metropolie Bamberg als auch in der Freisinger Bischofskonferenz.“</p><p>(2826/0671; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Kurzmeldungen</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-73932</guid><pubDate>Tue, 07 Jul 2026 10:28:56 +0200</pubDate><title>„Gesellschaft und Kirche leben davon, dass möglichst viele sich einbringen“</title><link>https://bischof.bistum-wuerzburg.de/aktuell/na-detail/ansicht/gesellschaft-und-kirche-leben-davon-dass-moeglichst-viele-sich-einbringen/</link><description>Kiliani-Pontifikalgottesdienst für Politiker und Räte – Bischof Dr. Franz Jung wirbt für Solidarität mit Menschen am Rand, Eigenverantwortung und einen klaren Blick auf die Wirklichkeit</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Bischof Dr. Franz Jung hat am Montagabend, 6. Juli, beim Kiliani-Pontifikalgottesdienst für Politiker und Räte im Würzburger Kiliansdom dazu aufgerufen, den Notschrei von Menschen am Rand der Gesellschaft wahrzunehmen und sie zu ermutigen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Zugleich warnte er vor Ideologisierung, Kleinmut und Nationalismus, die den Blick verengten. „Habt Mut, steht auf! Es lohnt sich!“, rief er den rund 800 Menschen im Kiliansdom zu.</p><p>Das Motto „Hab Mut, steh auf!“ des diesjährigen 104. Deutschen Katholikentags in Würzburg und der Kiliani-Wallfahrtswoche stammt aus der Erzählung über die Heilung des blinden Bartimäus im Markusevangelium. Daraus leitete der Bischof in seiner Predigt drei zentrale Aufgaben für Politik und Kirche ab: den Ruf der Bedürftigen hören, Menschen zur Eigenverantwortung befähigen und die Welt mit neuen Augen sehen. Er betonte, Menschen in Not seien oft beschämt und wagten nicht, auf ihre Lage aufmerksam zu machen. Deshalb brauche es in Politik und Kirche einen „Außenblick“ über die eigene Blase hinaus, damit niemand abgehängt oder vergessen werde. „In unserem Projekt der Sozialraumorientierung versuchen wir, genau diesen Außenblick über den eigenen Kirchturm hinaus einzuüben, um den Ruf der Notleidenden hören zu lernen, in dem Jesus selbst uns anruft.“</p><p>Mit Blick auf Demokratie und kirchliche Gremien warb der Bischof für „selbstbestimmte Teilhabe“ und verwies auf das Subsidiaritätsprinzip der katholischen Soziallehre. Staat, Kommune und Bistum könnten Verantwortung nicht einfach abnehmen, sondern müssten Menschen befähigen, selbst tätig zu werden. Bischof Jung kritisierte eine verbreitete Service-Mentalität, die er als problematisch für das Gemeinwesen ansah. Gesellschaft und Kirche lebten davon, dass möglichst viele mitdenken, mitentscheiden und sich einbringen.</p><p>Zudem mahnte der Bischof einen realistischen politischen Blick an. Politik dürfe sich nicht an Ideologien orientieren, sondern müsse die Wirklichkeit nüchtern wahrnehmen und auch unbequeme Entscheidungen treffen. Gerade in Zeiten globaler Krisen dürften sich Entscheidungen nicht an nationalen Eigeninteressen verengen, sagte der Bischof. Gemeinsame Herausforderungen ließen sich nur gemeinsam lösen.</p><p>Bischof Jung dankte allen, die sich in Politik, Räten und kirchlichen Gremien engagieren. Wer sich zur Wahl stelle, mache sich verletzlich, sagte er, doch auch Niederlagen gehörten dazu. Wichtig sei, wieder aufzustehen und neu anzufangen. Zudem würdigte er den langen Atem, das bessere Argument und die Freude am eigenen Tun als Voraussetzungen für gutes politisches und kirchliches Engagement.</p><p class="text-right">mh (POW)</p><p>(2826/0668; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Weitere Bilder finden Sie hier:</strong><a href="https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1783411428HAukdvPIat85YG" target="_blank" rel="noreferrer">bistum-wuerzburg.px.media/share/1783411428HAukdvPIat85YG</a></em></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Berichte</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Kiliani</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-73887</guid><pubDate>Sun, 05 Jul 2026 15:10:59 +0200</pubDate><title>„Getauft zu sein bedeutet, einen persönlichen Auftrag zu haben“</title><link>https://bischof.bistum-wuerzburg.de/aktuell/na-detail/ansicht/getauft-zu-sein-bedeutet-einen-persoenlichen-auftrag-zu-haben/</link><description>Kiliani-Wallfahrtswoche 2026 feierlich eröffnet – Delegationen aus Irland und Schottland feiern mit – Rund 1100 Gläubige beim Pontifikalgottesdienst – Reliquienprozession von Sankt Burkard zum Kiliansdom 
</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg&nbsp;</strong>(POW) Die Kiliani-Wallfahrtswoche 2026 hat begonnen: Bischof Dr.&nbsp;Franz Jung eröffnete sie feierlich am Sonntag, 5. Juli, mit der Reliquienprozession mit den Häuptern der Frankenapostel von der Pfarrkirche Sankt Burkard über die Alte Mainbrücke in den Kiliansdom. Dort feierte der Bischof einen Pontifikalgottesdienst mit rund 1100&nbsp;Gläubigen. In seiner Predigt ermahnte der Bischof die Gläubigen nachdrücklich zu gesellschaftlichem Engagement und zum Übernehmen persönlicher Verantwortung. Die Wallfahrtswoche steht in diesem Jahr unter dem Motto „Hab Mut, steh auf!“.</p><p>Verbunden über die gleiche iro-schottische Mönchs- und Glaubenstradition, in der Kilian, Kolonat und Totnan standen, nahmen Delegationen aus der Würzburger Partnerstadt Dundee in Schottland und dem County Cavan (Irland), in dem Kilians Geburtsort Mullagh liegt. An der Spitze der schottischen Delegation stand George Laidlaw, Vorsitzender der Dundee Würzburg Twinning Association, die irische wurde von Niall Smith, stellvertretender Vorsitzender des Cavan County Council, angeführt.&nbsp;</p><p>Die Prozession mit den Häuptern der Frankenapostel begann mit einer Statio in der Pfarrkirche Sankt Burkard auf der anderen Mainseite. Dort begrüßte Bischof Jung besonders die ausländischen Gäste. Den Zug zum Dom begleitete eine große Zahl von Gläubigen, unter anderem Weihbischof Dompropst Paul Reder, Weihbischof em. Ulrich Boom, Vertreter des Domkapitels und des Allgemeinen Geistlichen Rats, Mitglieder des Diözesanrats der Katholiken, Würzburgs Oberbürgermeister Martin Heilig, Landrat Thomas Ebert (Würzburg), Ordensleute, außerdem Familiaren des Deutschen Ordens, Ritter vom Heiligen Grab sowie Fahnenabordnungen von Verbänden, Vereinen, Studentenverbindungen und Innungen. Den Reliquienschrein trugen abwechselnd Priesterseminaristen, Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Würzburg, der Malteser sowie des Diözesanrats.</p><p>Zum Kiliani-Leitwort „Hab Mut, steh auf!“ erklärte der Bischof in seiner Predigt, dass die Kirche und das Gemeinwesen von Menschen lebten, die selbst aktiv werden, statt die Verantwortung auf andere oder staatliche und kirchliche Institutionen abzuwälzen. Getauft zu sein bedeute, einen persönlichen Auftrag zu haben. Orientierung böten hierbei die drei Bistumspatrone Kilian, Kolonat und Totnan, die als Frankenapostel mutig ihre Heimat verließen, um den Glauben in die Welt zu tragen.</p><p>Bischof Jung betonte, dass der christliche Glaube „zutiefst politisch“ sei und nicht an der Kirchentür ende. Er rief dazu auf, sich mutig in gesellschaftliche Debatten einzumischen – sei es durch den Einsatz für Hilfsbedürftige am Rande der Gesellschaft, den Schutz des ungeborenen Lebens, die Ablehnung des assistierten Suizids oder das Engagement gegen die gesellschaftliche Polarisierung. „Deshalb stellen wir Plattformen bereit, um das Gespräch untereinander nicht abreißen zu lassen und der Polarisierung entgegenzuwirken – wie in der Demokratiekirche beim Katholikentag oder in der Akademiearbeit“, betonte Bischof Jung. Trotz eines zunehmend raueren gesellschaftlichen Klimas, das von Verunglimpfungen bis hin zu offener Gewalt reiche, dürften Christinnen und Christen sich nicht einschüchtern lassen. Das Vorbild der Frankenapostel ermutige dazu, dem Gegenwind ohne Furcht standzuhalten, Missständen zu widersprechen und auf die Kraft des Evangeliums zu vertrauen.</p><p>Viele Gläubige ließen sich nach dem Gottesdienst einzeln unter Auflegung von Reliquien der Frankenapostel segnen. Für die musikalische Gestaltung des Gottesdiensts im Dom sorgten Domorganist Professor Stefan Schmidt sowie der Domchor, die Domsingknaben und zwei Bläserensembles unter der Leitung von Domkapellmeister Alexander Rüth und Domkantor Julian Beutmiller, unter anderem mit der „Kiliani-Intrada“ von Julian Beutmiller, der „Missa octo vocum“ von Hans Leo Hassler sowie Werken von Michael Praetorius, Peter Planyavsky und Eugène Gigout. Die Prozession gestalteten das Symphonische Blasorchester Kürnach und der Kammerchor der Würzburger Kantorei musikalisch. Eine Begegnung auf dem Platz vor dem Burkardushaus schloss sich an den Gottesdienst an. Der Kiliansplatz, wo sich sonst die Menschen austauschen und erfrischen, steht in diesem Jahr wegen Bauarbeiten am Kilianshaus nicht zur Verfügung.</p><p class="text-right"><br /><em>mh (POW)</em></p><p><br />(2826/0661; E-Mail voraus)<br /><em><strong>Weitere Bilder finden Sie hie</strong>r: <a href="https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1783084002wZxUU3QUteziwR" target="_blank" rel="noreferrer">bistum-wuerzburg.px.media/share/1783084002wZxUU3QUteziwR</a></em></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Berichte</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Würzburg</category><category>Kiliani</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-73872</guid><pubDate>Fri, 03 Jul 2026 23:21:37 +0200</pubDate><title>„Gott loben für den gemeinsamen Weg“</title><link>https://bischof.bistum-wuerzburg.de/aktuell/na-detail/ansicht/gott-loben-fuer-den-gemeinsamen-weg/</link><description>Bischof Dr. Franz Jung feiert Pontifikalgottesdienst mit Silberpaaren</description><content:encoded><![CDATA[<p class="western"><strong>Würzburg</strong> (POW) Bischof Dr. Franz Jung hat am Freitagabend, 3. Juli, mit rund 350 Ehepaaren, die seit 25&nbsp;Jahren verheiratet sind, im Würzburger Kiliansdom unter dem Motto „Hab Mut, steh auf!“ einen Pontifikalgottesdienst gefeiert. „Gott segne und begleite Sie in all den Jahren, die da noch kommen mögen“, rief er den Eheleuten zu. Im Gottesdienst erneuerten die Paare ihr Eheversprechen. Am Eingang zum Dom erhielt jedes Paar ein geschnitztes Herz aus Olivenholz, hergestellt von palästinensischen Christen im Heiligen Land.</p><p>Nach dem Gottesdienst konnten sich die Paare vom Bischof und weiteren Seelsorgerinnen und Seelsorgern einzeln segnen lassen. Die anschließende Begegnung fand auf dem Platz vor dem Würzburger Burkardushaus statt. Der Kiliansplatz, wo sonst nach dem Gottesdienst Raum für Austausch und Erfrischung ist, ist in diesem Jahr aufgrund der Bauarbeiten am Kilianshaus gesperrt. Viele Ehepaare nutzten die Gelegenheit, um ein Erinnerungsfoto mit dem Bischof zu schießen.</p><p>In seiner Predigt zog Bischof Jung Parallelen zwischen dem biblischen Bettler Bartimäus und den Phasen einer langjährigen Partnerschaft. Das gemeinsame Leben erfordere immer wieder den Mut, neu aufzustehen, um sich „die Augen öffnen“ zu lassen. Der Bischof dankte den Jubilaren für ihre gelebte Treue und gratulierte ihnen zu ihrem gemeinsamen Weg: „Die Zeit zum Singen ist da, die Zeit, Gott zu loben für den gemeinsamen Weg.“</p><p>Der Weg führe Paare durch viele Stationen: vom „Lockruf in eine neue Zweisamkeit“ über das Verlassen der eigenen Komfortzone in den ersten Jahren bis hin zur Familienphase, erläuterte der Bischof in seiner Predigt. Auch das Älterwerden bringe Umbrüche. Wenn die Kinder das Haus verlassen, gelte es, die Rollen neu zu definieren. Dabei sei es wichtig, „mutig die eigenen blinden Flecken sehen zu lernen“.</p><p>Besonders in schweren Lebens- und Glaubenskrisen wie Krankheit oder dem Verlust des Arbeitsplatzes sei es eine große Gnade, sich gegenseitig tragen und bestärken zu können. Dieses gemeinsame Aufstehen sei „immer schon ein Abglanz des österlichen Auferstehens“, erklärte Bischof Jung.</p><p class="western"><span style="line-height:100%"><i>mh (POW)</i></span></p><p class="western"><span style="line-height:100%">(2826/0660; E-Mail voraus)</span></p><p class="western"><span style="line-height:100%"><i><u><b>Weitere Bilder finden Sie unter: </b></u></i><i><a href="https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1783083803bvG8Nh2AwydjJu" target="_blank" rel="noreferrer">bistum-wuerzburg.px.media/share/1783083803bvG8Nh2AwydjJu</a></i></span></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Berichte</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Kiliani</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-73845</guid><pubDate>Thu, 02 Jul 2026 14:48:32 +0200</pubDate><title>350 Paare erneuern ihr Eheversprechen im Kiliansdom</title><link>https://bischof.bistum-wuerzburg.de/aktuell/na-detail/ansicht/350-paare-erneuern-ihr-eheversprechen-im-kiliansdom/</link><description>Pontifikalgottesdienst mit Jubelpaaren, die seit 50, 60 oder 65 Jahren verheiratet sind – Bischof Jung ermutigt Eheleute, Gottes Ruf in allen Phasen ihres gemeinsamen Lebens zu vertrauen</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Mit rund 350 Ehepaaren, die seit 50, 60 oder 65 Jahren verheiratet sind, hat Bischof Dr. Franz Jung am Donnerstag vormittag, 2. Juli, im Würzburger Kiliansdom einen Pontifikalgottesdienst gefeiert. „Ich freue mich mit Ihnen über Ihren gemeinsamen Weg. Gott segne und begleite Sie in all den Jahren, die da noch kommen mögen“, rief der Bischof den Jubelpaaren zu. Diese erneuerten im Gottesdienst ihr Eheversprechen. Auf 65 gemeinsame Ehejahre („Eiserne Hochzeit“) blickten beispielsweise Albin und Lieselotte Ising aus Stalldorf (Landkreis Würzburg) zurück. Nach der Messe hatten die Paare Gelegenheit, sich vom Bischof und weiteren Seelsorgerinnen und Seelsorgern segnen zu lassen. Eine Begegnung auf dem Platz vor dem Würzburger Burkardushaus schloss sich an. Der Kiliansplatz, wo sonst nach dem Gottesdienst Raum für Austausch und Erfrischung ist, ist in diesem Jahr wegen Bauarbeiten am Kilianshaus gesperrt.</p><p>In seiner Predigt griff Bischof Jung das Leitwort „Hab Mut, steh auf!“ der diesjährigen Kiliani-Wallfahrtswoche auf und verband es mit der Heilung des blinden Bartimäus. Er deutete diesen Ruf als Einladung Gottes, die sich im gemeinsamen Eheleben immer wieder neu zeige – beginnend mit der Erfahrung, von einem anderen Menschen geliebt zu werden. Von den ersten Jahren des Zusammenlebens über die Familiengründung bis hin zu neuen Lebensphasen fordere die Ehe dazu heraus, die eigene Komfortzone zu verlassen, sich aufeinander einzulassen und den gemeinsamen Weg immer wieder neu zu gestalten. Dabei gehe es darum, sich füreinander und für die eigenen Stärken und Schwächen die Augen öffnen zu lassen.</p><p>Auch Krisen, Krankheiten, Verluste und das Älterwerden gehörten nach den Worten von Bischof Jung untrennbar zum gemeinsamen Lebensweg. Gerade in diesen schweren Zeiten brauche es den Mut, Gottes Ruf zum Aufstehen zu vertrauen und gemeinsam neue Perspektiven zu finden. Dieses Aufstehen sei ein Vorgeschmack auf die österliche Auferstehung und schenke Hoffnung über das irdische Leben hinaus. Mit dem Bild aus dem Hohelied – „Steh auf, meine Freundin“ – ermutigte der Bischof die Ehepaare, sich auch nach Jahrzehnten gegenseitig zum Aufbruch zu motivieren, Gott für die Treue zu danken und den gemeinsamen Weg mit Zuversicht weiterzugehen.</p><p class="text-right">mh (POW)</p><p>(2826/0652; E-Mail voraus)</p><p><strong>Weitere Bilder finden Sie unter:&nbsp;</strong><em><a href="https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1782997430WWVvSLpTMBZ9zK" target="_blank" rel="noreferrer">bistum-wuerzburg.px.media/share/1782997430WWVvSLpTMBZ9zK</a></em></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Berichte</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Kiliani</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-73798</guid><pubDate>Mon, 29 Jun 2026 15:19:53 +0200</pubDate><title>„Hüter des neuen Lebens“</title><link>https://bischof.bistum-wuerzburg.de/aktuell/na-detail/ansicht/hueter-des-neuen-lebens/</link><description>Ritter und Damen vom Heiligen Grab zu Jerusalem feiern das 50-jährige Bestehen der Komturei Sankt Kilian</description><content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><b>Veitshöchheim</b> (POW) Die weiße Fahne mit dem roten Kreuz des Lateinischen Patriarchats wehte vor der Pfarrkirche Sankt Vitus in Veitshöchheim: Mehr als 50 Ritter und Damen des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem aus dem Bistum Würzburg und dem Umland haben dort am Samstag, 27.&nbsp;Juni, das 50-jährige Bestehen der Komturei Sankt Kilian gefeiert. </span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif">Am 20. Mai 1976 wurde die Würzburger Ortsgruppe als 28. Komturei der Deutschen Statthalterei des Ordens gegründet, der die Christen im Heiligen Land unterstützt. Pfarrer Christian Nowak, Prior der Würzburger Komturei, begrüßte als Festprediger und Zelebrant in der Vorabendmesse Bischof Dr. Franz Jung, seit 2012 Ordensmitglied. Der Bischof erinnerte die Ordensmitglieder an ihren Auftrag: dem Herrn in den Schwestern und Brüdern im Heiligen Land zu dienen. „Angesichts der seelischen und leiblichen Verwüstungen der vielen Kriege im Heiligen Land ist das eine große Aufgabe“, sagte Bischof Jung. Das Heilige Grab in Jerusalem sei im Gegensatz zu den Gräbern dieser Welt nicht die Endstation, sondern der Durchgang zum Leben. Grabesritter seien daher „keine Grabwächter, sondern Hüter des neuen Lebens“.</span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif">Im Restaurant Rokoko wurden im Anschluss gemeinsame Erinnerungen lebendig. Der emeritierte Würzburger Kirchenhistoriker Professor Dr. Wolfgang Weiß erläuterte im Festvortrag die geistliche und kirchenpolitische Atmosphäre des Jahres 1976 sowie die nachkonziliaren Jahre im Bistum Würzburg bis zum Tod von Bischof Josef Stangl im Jahr 1979. Der „gute Bischof Josef“ war 1976 in Würzburg in den Orden aufgenommen worden. Zwischen Aufbruch und Sorge um die Zukunft der Kirche nach der Würzburger Synode beschäftigten sich die Katholiken zu jener Zeit mit der Frage nach der angemessenen Umsetzung des Zweiten Vatikanischen Konzils – ein Thema, das auch heute immer wieder Diskussionen beflügelt.</span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif">Grund zur Freude hatte Professor Dr. Andreas Lehmann, Leitender Komtur von Sankt Kilian: Das Jubiläumsgeschenk der Komturei Sankt Kilian für das Heilige Land lag pünktlich zum Fest in Form einer gemeinsamen Spende vor. Unterstützt werden christliche Familien im Heiligen Land, die aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit und der schwierigen Lebensbedingungen in finanzielle Not geraten sind. Das Schulgeld für die Kinder dreier Familien, die eine Schule des Lateinischen Patriarchats besuchen, wird dieser Tage ins Heilige Land überwiesen. Näheres über den Orden unter<a href="http://www.oessh.net" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer"> www.oessh.net</a>. </span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><i>re (Komturei Sankt Kilian)</i></span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif">(2726/0638; E-Mail voraus)</span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><b><i><u>Hinweis für Redaktionen:</u></i></b><i> Foto abrufbar im Internet</i></span></span></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Würzburg</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-73772</guid><pubDate>Sat, 27 Jun 2026 13:12:50 +0200</pubDate><title>„Jesu Wort ist Zusage, kein Machtbefehl“</title><link>https://bischof.bistum-wuerzburg.de/aktuell/na-detail/ansicht/jesu-wort-ist-zusage-kein-machtbefehl/</link><description>Bischof Dr. Franz Jung feiert mit Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Theologiestudierende (AGT) aus Deutschland Gottesdienst</description><content:encoded><![CDATA[<p class="western"><b>Würzburg</b> (POW) „Das Wort Jesu ist kein Machtbefehl, sondern eine Zusage, die durch Glauben ihre Wirkung entfaltet.“ Das hat Bischof Dr. Franz Jung bei einem Gottesdienst mit Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Theologiestudierende (AGT) am Samstagmorgen, 27.&nbsp;Juni, in der Jugendkirche Würzburg betont. In der AGT, der bundesweiten Vertretung der Theologiestudierenden, sind die über 35 Studienorte der katholischen Theologie in ganz Deutschland vertreten.</p><p class="western"><span style="line-height:100%">In seiner Predigt über den Hauptmann von Kapharnaum sagte Bischof Jung den Theologiestudierenden, der römische Offizier habe Jesus aus seiner eigenen Lebenswelt heraus als einen Befehlshaber verstanden, der selbst der Krankheit gebieten könne. Jesus habe dieses Vertrauen nicht enttäuscht, sondern den Diener des Hauptmanns geheilt. Zugleich machte der Bischof deutlich, dass ein Machtwort zwar manchmal Veränderungen bewirken könne, etwa durch Ermutigung, klare Ansagen oder entschlossenes Handeln. Doch nicht jede Krise lasse sich auf diese Weise überwinden. Deshalb stelle sich für jeden Gläubigen die Frage, welches Bild von Jesus den eigenen Glauben präge. Das Neue Testament kenne viele unterschiedliche Bilder und Zugänge zu Christus.</span></p><p class="western"><span style="line-height:100%">Bischof Jung lud die Theologiestudierenden während der Predigt dazu ein, sich kurz mit dem Menschen auf dem benachbarten Sitzplatz über das persönliche Christusbild auszutauschen. Die Worte des Hauptmanns lebten bis heute in der Liturgie vor der Kommunion fort, erklärte der Bischof im Anschluss. „Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach. Aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund“, heißt es da.</span></p><p class="western"><span style="line-height:100%">Das entscheidende Wort laute heute „Der Leib Christi“, sagte der Bischof. Das sei keine Anordnung, sondern die Zusage der Gegenwart Gottes. In der Eucharistie schenke Christus den Gläubigen Anteil an seinem Leben und verwandle sie von innen her. Diese Verwandlung geschehe dort, wo Menschen sich im Glauben für diese Zusage öffneten.</span></p><p class="western"><span style="line-height:100%"><i>mh (POW)</i></span></p><p class="western"><span style="line-height:100%">(2726/0644; E-Mail voraus)</span></p><p class="western"><span style="line-height:100%"><i><u><b>Hinweis für Redaktionen:</b></u></i><i> Fotos abrufbar im Internet</i></span></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Würzburg</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-73758</guid><pubDate>Fri, 26 Jun 2026 11:54:30 +0200</pubDate><title>Vier Frauen und ein Mann werden Gemeinde- oder Pastoralreferent/innen</title><link>https://bischof.bistum-wuerzburg.de/aktuell/na-detail/ansicht/vier-frauen-und-ein-mann-werden-gemeinde-oder-pastoralreferent-innen/</link><description>Beauftragungsfeier mit Bischof Dr. Franz Jung am Freitag, 17. Juli, im Kiliansdom</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Vier Frauen und einen Mann beauftragt Bischof Dr. Franz Jung am Freitagabend, 17.&nbsp;Juli, um 17.30 Uhr bei einem Pontifikalgottesdienst im Würzburger Kiliansdom für den Dienst als Gemeinde- beziehungsweise Pastoralreferent/innen. Verena Deuchert wird als Gemeindereferentin beauftragt, Lea Brenner, Susanne Händel, Karolin Proksch und Markus Wissel als Pastoralreferent/in.</p><p><em><strong>Als Gemeindereferentin wird beauftragt:</strong></em></p><p><em>Verena Deuchert</em> (39) ist Gemeindeassistentin im Pastoralen Raum Elsenfeld. Deuchert, Jahrgang 1986, wurde in Miltenberg geboren und wuchs in Amorbach auf. Nach dem Abitur in Walldürn im Jahr 2006&nbsp;absolvierte sie einen Au-pair-Aufenthalt in Belgien. Im Anschluss studierte sie von 2007 bis 2014 in Tübingen Geschichte und Katholische Theologie und schloss mit dem ersten Staatsexamen ab. 2015&nbsp;begann Deuchert ein Referendariat am Ganztagesgymnasium Osterburken. 2015/16&nbsp;sowie 2017&nbsp;nahm sie eine Elternzeit und schloss 2018 den Pastoraltheologischen Kurs von „Theologie im Fernkurs“ ab. Als Gemeindeassistentin im Vorbereitungsdienst wirkte sie ab Januar 2018&nbsp;in der Pfarreiengemeinschaft „Um den Gotthard im Odenwald“. Dort absolvierte Deuchert von September 2018&nbsp;bis August 2019 auch das Berufspraktische Jahr. Im Schuljahr 2019/2020 war sie an der Grundschule Großheubach eingesetzt. 2020 wurde sie Gemeindeassistentin für die Pfarreiengemeinschaft „Christi Himmelfahrt, Kleinwallstadt“. Seit 2023 ist sie im Pastoralen Raum Elsenfeld eingesetzt. Deuchert ist verheiratet und Mutter zweier Kinder.</p><p><em><strong>Als Pastoralreferent/innen werden beauftragt:</strong></em></p><p><em>Lea Brenner</em> (29) ist Pastoralassistentin für den Pastoralen Raum Burkardroth. Brenner wurde 1997 in Heidenheim an der Brenz geboren und wuchs in Herbrechtingen auf. Nach dem Abitur am Buigengymnasium Herbrechtingen im Jahr 2015&nbsp;absolvierte sie einen Freiwilligendienst in Taizé. Von 2017 bis 2023 studierte sie Katholische Theologie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg sowie am Institut Catholique de Paris und schloss als Magistra Theologiae ab. Seit 2023 ist sie Pastoralassistentin im Pastoralen Raum Burkardroth.</p><p><em>Susanne Händel </em>(27) ist Pastoralassistentin für den Pastoralen Raum Bergtheim-Fährbrück. Händel wurde 1998 in Würzburg geboren. Nach dem Abitur am Wirsberg-Gymnasium in Würzburg im Jahr 2017&nbsp;absolvierte sie ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Seniorenstift des Juliusspitals Würzburg. Von 2018 bis 2023 studierte sie Katholische Theologie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und schloss als Magistra Theologiae ab. 2023 wurde sie Pastoralassistentin für den Pastoralen Raum Bergtheim-Fährbrück. 2025 wurde sie zudem für den Dienst als Präventionsberaterin im Bistum Würzburg beauftragt. Händel ist verheiratet.</p><p><em>Karolin Proksch</em> (27) ist Pastoralassistentin für den Pastoralen Raum Hammelburg. Proksch wurde 1999&nbsp;in Aschaffenburg geboren. Nach dem Abitur am Spessart-Gymnasium in Alzenau im Jahr 2017&nbsp;absolvierte sie einen Bundesfreiwilligendienst im katholischen Pfarrhaus Sankt Laurentius Kleinostheim. Von 2018 bis 2023 studierte sie Katholische Theologie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und der Universidad Pontificia de Salamanca (Spanien) und schloss als Magistra Theologiae ab. Seit 2023 ist Proksch Pastoralassistentin für den Pastoralen Raum Hammelburg.</p><p><em>Markus Wissel</em> (27) ist Pastoralassistent für den Pastoralen Raum Schwarzach am Main – Sankt Benedikt. Wissel wurde 1998 in Mömbris-Niedersteinbach geboren. Nach dem Abitur am Spessart-Gymnasium Alzenau im Jahr 2017 absolvierte er einen Bundesfreiwilligendienst in der Regionalstelle für Kirchliche Jugendarbeit (kja) Aschaffenburg. Von 2018 bis 2023 studierte er Katholische Theologie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg sowie an der Universitá Cattolica del Sacro Cuore in Mailand (Italien) und schloss mit dem Magister Theologiae ab. Seit 2023 ist Wissel Pastoralassistent für den Pastoralen Raum Schwarzach am Main – Sankt Benedikt. Er ist verheiratet.</p><p>(2726/0635; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Personalmeldungen</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-73754</guid><pubDate>Fri, 26 Jun 2026 10:52:34 +0200</pubDate><title>„Musikalisches Abendgebet“ als Auftakt</title><link>https://bischof.bistum-wuerzburg.de/aktuell/na-detail/ansicht/musikalisches-abendgebet-als-auftakt-1/</link><description>Kiliani-Wallfahrtswoche 2026 unter dem Motto „Hab Mut, steh auf!“ – Insgesamt vier Gottesdienste für Ehejubilare – „Musikalisches Abendgebet“ zum Auftakt der Wallfahrtswoche – Sonderverkauf des Playmobil-Sets mit den Frankenaposteln</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Die Kiliani-Wallfahrtswoche wird von Sonntag, 5. Juli, bis Sonntag, 12. Juli, in Würzburg gefeiert. Sie steht in diesem Jahr unter dem Motto „Hab Mut, steh auf!“, unter dem auch schon der 104. Deutsche Katholikentag in Würzburg begangen wurde. „Das aufrüttelnde Leitwort ,Hab Mut, steh auf!‘ hat schon beim Katholikentag viele Menschen zusammengeführt, begeistert und inspiriert. Den Schwung dieses Wortes wollen wir mit in die Kiliani-Wallfahrtswoche hineinnehmen“, sagt Bischof Dr. Franz Jung.</p><p>Die Gottesdienste zum Auftakt am 5. Juli und zum Abschluss am 12. Juli werden jeweils um 10 Uhr auf TV Mainfranken (Kabel), auf der <a href="http://livestreams.bistum-wuerzburg.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Bistums-Homepage</a> sowie dem YouTube-Kanal des Bistums Würzburg live aus dem Kiliansdom übertragen. Der Gottesdienst am 12. Juli wird zudem in Bibel TV Fernsehen gezeigt.</p><p>Aufgrund der Generalsanierung des Kilianshauses werden die Begegnungen und Zusammenkünfte, die traditionell auf dem Kiliansplatz stattfanden, während der Bauzeit auf die Terrasse vor das Burkardushaus am Bruderhof verlegt. Das gilt auch für die Begegnungen nach den Gottesdiensten für die Ehejubilare in der Woche vor der Kiliani-Wallfahrt.</p><p><em><strong>Kilian, Kolonat und Totnan mit nach Hause nehmen</strong></em></p><p>Auf der Suche nach einem besonderen Mitbringsel von der Kiliani-Wallfahrtswoche? Noch gibt es genügend Exemplare der limitierten Playmobil-Sonderedition mit den Frankenaposteln Kilian, Kolonat und Totnan. Die Sets sind bei den Begegnungen nach den Pontifikalgottesdiensten an einem Stand auf der Terrasse des Burkardushauses zum Stückpreis von 15 Euro erhältlich. Der Verkauf findet statt nach den Gottesdiensten für die Ehejubilare am Donnerstag, 2. Juli, um 10.30 und 14.30 Uhr sowie am Freitag, 3. Juli, um 10.30 und 19 Uhr. Außerdem nach den Pontifikalmessen am Montag, 6. Juli, um 19 Uhr; Dienstag, 7. Juli, um 10 und 19 Uhr; Mittwoch, 8. Juli, um 10 Uhr; Donnerstag, 9. Juli, um 10 Uhr; Freitag, 10. Juli, um 17 Uhr.</p><p><em><strong>Das Programm der Kiliani-Wallfahrtswoche</strong></em></p><p>Zum Auftakt der Kiliani-Wallfahrtswoche findet am Samstag, 4. Juli, um 19.30 Uhr im Neumünster ein „Musikalisches Abendgebet“ mit Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran statt. Es steht unter der Überschrift „Hope – Faith – Love“. Die Mädchenkantorei am Würzburger Dom unter der Leitung von Domkapellmeister Alexander Rüth singt „O come, let us sing“ von Egil Hovland, „Spes“ von Mia Makaroff, „Baba Yetu“ von Christopher Tinn (Arrangement: Dorothy Horn), „Ubi caritas et amor“ von Ola Gjeilo und „Kein schöner Land / Sayari yetu“ von Oliver Gies. Der Eintritt ist frei.</p><p>Eröffnet wird die Kiliani-Wallfahrtswoche am Sonntag, 5. Juli, um 9.30 Uhr mit der Reliquienprozession von der Pfarrkirche Sankt Burkard in den Kiliansdom. Bischof Jung, Weihbischof Paul Reder, Mitglieder des Domkapitels sowie Gläubige aus den Innenstadtpfarreien begleiten die Häupter der Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan über die Alte Mainbrücke zum Dom. Bischof Jung feiert den Pontifikalgottesdienst um 10 Uhr im Kiliansdom. Der Gottesdienst wird in Gebärdensprache übersetzt. Eine Begegnung auf der Terrasse vor dem Burkardushaus schließt sich an. Um 17 Uhr feiert Bischof Jung im Kiliansdom die Pontifikalvesper.</p><p>Am Montag, 6. Juli, feiert Weihbischof Reder um 10.30 Uhr im Kiliansdom eine Pontifikalmesse für die Kommunionkinder. Nach dem Gottesdienst treffen sich die Kinder auf der Terrasse des Burkardushauses. Im Anschluss wird ein Programm angeboten, unter anderem Domerkundungen, ein Actionbound auf den Spuren des heiligen Kilian, Angebote der Ministrant:innenarbeit, der Weltkirche, der Erlöserschwestern oder bei der Fachstelle Inklusion im Kilianeum. Um 19 Uhr feiert Bischof Jung einen Pontifikalgottesdienst für Rätinnen und Räte, Politikerinnen und Politiker im Kiliansdom. Eine Begegnung auf der Terrasse vor dem Burkardushaus schließt sich an.</p><p>Am Dienstag, 7. Juli, sind die Gläubigen aus der Region Aschaffenburg sowie die Pfarrhausfrauen um 10 Uhr zum Pontifikalgottesdienst mit Weihbischof em. Ulrich Boom im Kiliansdom eingeladen mit anschließender Begegnung auf der Terrasse vor dem Burkardushaus. Um 13.30 Uhr feiert Bischof Jung eine Pontifikalmesse mit Priestern, Diakonen sowie hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Kiliansdom. Daran schließt sich eine Begegnung im Kilianeum an. Einsatzkräfte sowie Notfallseelsorgerinnen und -seelsorger sind um 19 Uhr zu einem ökumenischen Gottesdienst mit Bischof Jung und Regionalbischöfin Gisela Bornowski im Kiliansdom eingeladen. Anschließend treffen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur Begegnung auf der Terrasse vor dem Burkardushaus.</p><p>Am Mittwoch, 8. Juli, feiert Weihbischof em. Boom mit den Gläubigen aus der Region Main-Rhön um 10 Uhr einen Pontifikalgottesdienst im Kiliansdom mit anschließender Begegnung auf der Terrasse vor dem Burkardushaus. Um 16 Uhr sind die Ordensleute zu einer Pontifikalmesse mit Bischof Jung im Kiliansdom eingeladen, eine Begegnung auf der Terrasse vor dem Burkardushaus schließt sich an.</p><p>Am Donnerstag, 9. Juli, sind die Marktkaufleute, Schaustellerinnen und Schausteller um 7.30 Uhr zu einer Messfeier mit Generalvikar Vorndran in die Marienkapelle eingeladen. Bischof Jung feiert mit den Gläubigen aus der Region Würzburg um 10 Uhr eine Pontifikalmesse im Kiliansdom, eine Begegnung auf der Terrasse vor dem Burkardushaus schließt sich an.</p><p>Am Freitag, 10. Juli, ist die Wallfahrt der Kindergartenkinder aus den Dekanaten Main-Spessart und Miltenberg. Sie beginnt um 10.30 Uhr mit einer Statio in der Pfarrkirche Sankt Burkard. Von dort ziehen die Kinder in einer Prozession zum Dom, wo eine Segensfeier mit Bischof Jung stattfindet. Anschließend können die Kinder den Bischof auf der Terrasse vor dem Burkardushaus treffen. Weihbischof Reder feiert um 17 Uhr im Kiliansdom einen Pontifikalgottesdienst für Religionslehrkräfte an Real-, Grund-, Mittel- und Förderschulen mit Verleihung der Missio canonica und Segensspendung für alle, die aus dem Dienst als Religionslehrkraft ausscheiden. Eine Begegnung auf der Terrasse vor dem Burkardushaus schließt sich an.</p><p>Am Samstag, 11. Juli, feiert Bischof Jung um 10.30 Uhr eine Pontifikalmesse im Kiliansdom für Menschen im Alter, in Krankheit und mit Behinderung. Bei dieser besonderen Messe werden die Gläubigen im Dom verpflegt.</p><p>Auch in diesem Jahr öffnet der Kiliansdom seine Türen für die „Nacht der Hoffnung“. Bischof Jung feiert um 20 Uhr eine Pontifikalmesse mit Aussetzung. Danach ist bis 24 Uhr Zeit für Stille und Gebet, Licht und Musik, Beichte, Segen und Gespräche. An verschiedenen Orten stehen „Inseln der Hoffnung“ bereit. Den Abschluss bilden ein gemeinsames Gebet der Hoffnung und der Segen. Auch alle, die nur eine Kerze anzünden wollen, sind eingeladen.</p><p>Die Kiliani-Wallfahrtswoche endet am Sonntag, 12. Juli, mit dem Pontifikalgottesdienst um 10 Uhr mit Bischof Jung für Familien und muttersprachliche Gemeinden im Kiliansdom. Die Feier steht unter der Überschrift „Eine Kirche in vielen Sprachen“. Unter den Konzelebranten sind Jesuitenpater Ngoc The Nguyen (Seelsorger für die vietnamesisch sprechenden Katholiken), Pfarrer Ivan Shokan (ukrainische griechisch-katholische Gemeinde), Franziskaner-Minoriten-Pater Ivan Penava (Kroatische Katholische Mission Würzburg), Pfarrvikar Pater Corradino Di Sante von der Franziskanischen Gemeinschaft von Betanien (Italienische Katholische Mission) sowie ein Vertreter der Polnischen Katholischen Mission. Im Anschluss gibt es eine Begegnung auf der Terrasse vor dem Burkardushaus.</p><p><em><strong>Vier Gottesdienste für Ehejubilare</strong></em></p><p>Die Gottesdienste für die Ehejubilare finden vor der offiziellen Eröffnung der Wallfahrtswoche statt. Eingeladen sind alle Ehepaare, die im Jahr 2026 Silbernes, Goldenes oder Diamantenes Ehejubiläum feiern oder gefeiert haben. Die Begegnungen nach den Ehejubilarsgottesdiensten finden auf der Terrasse vor dem Burkardushaus statt.</p><p>Am Donnerstag, 2. Juli, feiert Bischof Jung um 10.30 Uhr im Kiliansdom ein Pontifikalamt für Gold- und Diamant-Ehejubilare. Um 14.30 Uhr feiert Weihbischof Reder im Dom ein Pontifikalamt für Gold- und Diamant-Ehejubilare.</p><p>Am Freitag, 3. Juli, feiert Weihbischof Reder um 10.30 Uhr im Kiliansdom ein Pontifikalamt für Gold- und Diamant-Ehejubilare. Um 19 Uhr sind alle Ehepaare zum Gottesdienst mit Bischof Jung in den Dom eingeladen, die ihr Silberjubiläum feiern.</p><p>Jeweils eine Stunde vor den Gottesdiensten für die Gold- und Diamant-Ehejubilare besteht die Gelegenheit zum Empfang des Bußsakraments.</p><p><em><strong>Andachten und Beichtgelegenheiten</strong></em></p><p>Während der Kiliani-Wallfahrtswoche wird von Montag, 6. Juli, bis Samstag, 11. Juli, täglich um 8 Uhr eine Messe in der Kilianskrypta im Neumünster gefeiert.</p><p>Der Orgelimpuls „5 nach 12“ im Kiliansdom findet am Samstag, 4. Juli, sowie von Dienstag, 7. Juli, bis Donnerstag, 9. Juli, täglich um 12.05 Uhr statt.</p><p>Führungen im Dom werden am Samstag, 4. Juli, Mittwoch, 8. Juli, und Donnerstag, 9. Juli, jeweils um 12.30 Uhr angeboten. Treffpunkt ist am Siebenarmigen Leuchter. Tickets gibt es bei der Dominfo am Domvorplatz.</p><p><em><strong>Kiliani-Lecture</strong></em></p><p>Am Donnerstag, 9. Juli, wird um 19 Uhr im Honorine-Saal der Erlöserschwestern, Domerschulstraße 1, eine Kiliani-Lecture angeboten. Dr. Joshua Furnal, Dozent für Systematische Theologie an der Saint Patrick‘s Pontifical University in Maynooth/Irland, spricht zum Thema „Rising to Hope: Catholic Identity and the Courage of Transformation – Aufbruch zur Hoffnung: Katholische Identität und der Mut zur Veränderung“.</p><p>Weitere Informationen zur Kiliani-Wallfahrtswoche gibt es im Internet unter <a href="https://kiliani.bistum-wuerzburg.de" target="_blank" class="external-link">https://kiliani.bistum-wuerzburg.de</a>.</p><p class="text-right">(Programmänderungen jederzeit möglich)</p><p>(2726/0634; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Berichte</category><category>Weihbischof Paul Reder</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Kiliani</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-73391</guid><pubDate>Fri, 19 Jun 2026 11:56:00 +0200</pubDate><title>Sonntagsblatt: Interview mit Bischof Jung zum 60. Geburtstag</title><link>https://bischof.bistum-wuerzburg.de/aktuell/na-detail/ansicht/sonntagsblatt-interview-mit-bischof-jung-zum-60-geburtstag/</link><description>Würzburg (POW) Bischof Dr. Franz Jung ist am 4. Juni 60 Jahre alt geworden. Was er über seinen Werdegang und prägende Momente seines Lebens wie zum Beispiel die Studienzeit in Rom zu erzählen hat, ist in der aktuellen Ausgabe des Würzburger katholischen Sonntagsblatts vom 21. Juni zu lesen.</description><content:encoded><![CDATA[<p>„Vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat“, lautet der Leitspruch von Bischof Jung. Dieses Primizwort wählte er bei seiner Priesterweihe 1992. Noch heute verbinde er mit diesem Wort Freude und Dankbarkeit. Die Natur kann eine Quelle des Guten und des Wohlbefindens für Menschen sein. „In einer vielfältigen Natur erholen sich Menschen viel besser als in einer langweiligen Monokultur“, sagt Moraltheologe Professor Dr. Michael Rosenberger. Gemeinsam mit Förster Karl-Georg Schönmüller konzipierte für den 104. Deutschen Katholikentag in Würzburg eine spirituelle Naturerlebnisexkursion. Mit dabei war auch Umweltbischof Rolf Lohmann, der einen frisch gepflanzten Amberbaum segnete. Außerdem erinnert das Sonntagsblatt an Anneliese Michel aus Klingenberg am Main, die vor 50 Jahren nach einem Exorzismus starb. Kirchenpfleger Erhard Stegmann aus Klingenberg schildert seine Erinnerungen an die damaligen Ereignisse.</p><p>(2626/0622; E-Mail voraus)</p>]]></content:encoded><category>Kurzmeldungen</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-73076</guid><pubDate>Sun, 14 Jun 2026 16:13:00 +0200</pubDate><title>Ein Herz für die Nöte der Menschen haben</title><link>https://bischof.bistum-wuerzburg.de/aktuell/na-detail/ansicht/ein-herz-fuer-die-noete-der-menschen-haben/</link><description>Bischof Dr. Franz Jung feiert Pontifikalmesse zum Mozartfest – Zugleich achter Jahrestag der Bischofsweihe von Bischof Jung – Die Bereitschaft, an sich zu arbeiten, ist eine Lebensaufgabe</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg</strong> (POW) Die Arbeit an der eigenen Berufung ist nie vorbei. Das hat Bischof Dr. Franz Jung am Sonntag, 14. Juni, bei der Pontifikalmesse zum Mozartfest im Würzburger Kiliansdom gesagt. Man müsse jeden Tag neu an sich arbeiten: an der eigenen Fähigkeit zum Mitgefühl, im stellvertretenden Gebet und am eigenen inneren Heilungsprozess. Der Gottesdienst war zugleich die Feier des achten Jahrestages der Bischofsweihe sowie des 60. Geburtstags von Bischof Jung. Der Bischof dankte seiner Familien, allen Freunden und Weggefährten sowie allen Gläubigen „für das begleitende Gebet gerade in diesen bewegten Jahren“. Rund 900 Menschen feierten die Messe mit.</p><p>Die Feier wurde außerdem auf dem Fernsehsender Bibel TV sowie auf Bibel TV online, TV Mainfranken (Kabel), dem YouTube-Kanal des Bistums und unter www.livestreams.bistum-wuerzburg.de übertragen.</p><p>„Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter“, mit diesen Worten sendet Jesus die Jünger aus. Bischof Jung griff das Thema in seiner Predigt auf. Die Klage über den Fachkräftemangel sei so alt wie das Evangelium, sagte er. Und wenn es zu wenige gebe, bestehe die Gefahr, jeden zu nehmen, die Zahl über die Qualität zu stellen. Doch man könne den Satz auch anders verstehen: „Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenige, die bereit sind, an sich zu arbeiten.“ Weder mit der Diakonenweihe noch der Priesterweihe „und schon gar nicht mit der Bischofsweihe“ sei man fertig, erklärte der Bischof: „Da beginnt erst die Arbeit im Leben – die Arbeit an der eigenen Berufung, an der Entwicklung der eigenen Persönlichkeit, die Arbeit daran, der eigenen Sendung in der Kirche gerecht zu werden.“ Jesus gebe drei Dinge mit, an denen es sich ein Leben lang zu arbeiten lohne.</p><p>Als Jesus die vielen Menschen sah, die sich von ihm Hilfe erhofften, „da hatte er Mitleid mit ihnen“. In Berufen, in denen man mit Menschen zu tun habe, lerne man, die eigenen Grenzen zu erkennen, sagte Bischof Jung. Doch jenseits dieser professionellen Distanz brauche es die Fähigkeit zur Empathie. „Fühle ich, wie es jemand geht? Lasse ich das an mein Herz heran oder mache ich dicht?“ Die Not sei da, auch außerhalb des kirchlichen Rahmens. „Aber dazu brauche ich ein Herz, das sieht, hört und fühlt, wo die Welt im Argen liegt.“ Jesus trage den Jüngern auf, nicht permanent um die eigene Befindlichkeit zu kreisen, sondern sich zu fragen, ob sie wirklich fühlen, wie es den Menschen geht.</p><p>„Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden“, sagt Jesus im Evangelium weiter. Der Bischof sah darin einen Hinweis auf das stellvertretende Gebet, das den Amtsträgern der Kirche aufgetragen sei. Dieses Gebet beziehe sich zum einen auf einen selbst, um den Aufgaben und Menschen gerecht zu werden, mit denen man es täglich zu tun habe. Es beziehe sich aber auch auf jene Menschen, die andere begleiten, beispielsweise in den Familien die Eltern oder in den Kindertagesstätten die Erzieherinnen und Erzieher. „Auch und gerade dann, wenn wir mit unserer Macht und unseren Fähigkeiten an Grenzen stoßen und wissen, dass es jetzt ein anderer fügen muss.“</p><p>Jesus trage den Jüngern auf, Kranke zu heilen, Tote aufzuwecken, Aussätzige rein zu machen und Dämonen auszutreiben, fuhr Bischof Jung fort: „Was für ein Auftrag!“ Jeder, der in einem helfenden Beruf engagiert sei, und auch er selbst bei seinem Engagement in der Würzburger Bahnhofsmission, schaue täglich in Abgründe, sehe von außen, was im Argen liege, erlebe Ängste und Zwangsvorstellungen. „Zugleich ist es ein Spiegel für das eigene Selbst. Wie ist das in meinem Leben? Was sind meine Dämonen, meine Ängste?“ Wer sich darauf einlasse, der merke: „Gott hat mir diesen Menschen anvertraut, damit wir gemeinsam in unserer Berufung wachsen und aneinander reifen und dann hoffentlich dem Herrn nachfolgen können“, erklärte der Bischof.</p><p>Altvater Moses habe Altvater Silvanos gefragt, ob der Mensch täglich einen neuen Anfang machen könne. Dieser habe geantwortet: Wenn er ein Arbeiter sei, könne er sogar jede Stunde einen neuen Anfang machen. Das wünsche er sich selbst und allen, die berufen seien in der Nachfolge des Herrn, schloss der Bischof: „Freudig mit ihm und seiner Gnade immer wieder einen Neuanfang zu machen.“</p><p>Der Domchor Würzburg und die Camerata Würzburg mit Konzertmeister Sören Uhde unter der Leitung von Domkapellmeister Alexander Rüth, die Solistinnen und Solisten Maria Bernius (Sopran), Kea Niedoba (Alt), Lars Tappert (Tenor) und Johannes Hill (Bass) sowie Domorganist Professor Stefan Schmidt gestalteten den Gottesdienst mit der Missa in tempore belli Hob. XXII:9 („Paukenmesse“) von Joseph Haydn und erhielten dafür viel Applaus. Die Ministrantinnen und Ministranten kamen aus der Pfarrei Weschnitztal-Sankt Walburga (Bistum Mainz).</p><p>Im Anschluss waren alle zu einem Empfang auf der Terrasse des Burkardushauses eingeladen, um mit Bischof Jung auf den Jahrestag seiner Bischofsweihe und seinen 60. Geburtstag anzustoßen.</p><p class="text-right"><em>sti (POW)</em></p><p>(2526/0606; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Weitere Bilder finden Sie hier:</strong><a href="https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1781442820Yy8w0PQo7uZvcC" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1781442820Yy8w0PQo7uZvcC</a></em><br />&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72946</guid><pubDate>Mon, 08 Jun 2026 15:11:13 +0200</pubDate><title>„Für unsere Gemeinde ist heute ein Tag der Freude“</title><link>https://bischof.bistum-wuerzburg.de/aktuell/na-detail/ansicht/fuer-unsere-gemeinde-ist-heute-ein-tag-der-freude/</link><description>Bischof Jung weiht den Altar in der neu gebauten Pfarrkirche Sankt Bartholomäus – Altarweihe erinnere daran, „dass Gottes Barmherzigkeit keine Grenzen kennt“ – Grußworte spiegeln Stolz und Freude über das gelungene Projekt</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Motten</strong> (POW) 15 Jahre nach dem Beschluss, die alte Pfarrkirche durch einen Neubau zu ersetzen, hat die Gemeinde Motten (Landkreis Bad Kissingen) nun die Verwirklichung gefeiert. Bei einem feierlichen Pontifikalgottesdienst weihte Bischof Dr. Franz Jung am Sonntag, 7. Juni, den Altar der neu gebauten Pfarrkirche Sankt Bartholomäus. Das Kirchenschiff konnte die vielen Gläubigen kaum fassen, die diesen feierlichen Moment miterleben wollten. „Für unsere Gemeinde ist heute ein Tag der Freude und einer großen Errungenschaft“, sagte Pfarrer Tadeusz Krawczyk. Nach einer langen Zeit „der Vorbereitung und der Vorfreude“ habe die Kirche im Ort nun ein „neues, sichtbares Zeichen“ erhalten. Das Motto „Hab Mut, steh auf!“ des 104. Deutschen Katholikentags in Würzburg stehe auch für den Anfang „dieses wunderbaren Projekts“, sagte Bischof Jung. Er dankte der Kirchenverwaltung und allen, die an der Umsetzung und am Umbau beteiligt waren, für den aufgebrachten Mut. Nun brauche es Menschen, die diesen Ort mit ihrem Gebet füllen: „Die Kirche besteht nicht aus Steinen, sondern aus Menschen.“</p><p>In seiner Predigt betrachtete Bischof Jung das Wort Jesu aus dem Matthäusevangelium: „Geht und lernt, was es heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer! Denn ich bin nicht gekommen, um Gerechte zu rufen, sondern Sünder.“ Damit habe er die Opferpraxis im Tempel kritisiert, bei der man sich vor Gott freikaufe, ohne etwas im eigenen Leben zu ändern. Christus dagegen habe sich selbst als das einmalige und einzige Opfer dargebracht. „Deshalb steht in jeder Kirche ein Altar, um auf dieses Opfer hinzuweisen.“ Der Altar sei der Mahltisch, zu dem Jesus bewusst alle Sünder einlade, fuhr der Bischof fort: „Durch das Mahl der Eucharistie werden die Sünder geheilt.“</p><p>„Nicht die Gesunden bedürfen des Arztes, sondern die Kranken“, sage Jesus. Deshalb sei dieser Altar ein Ort der Heilung. Zeichen dafür sei die Salbung mit Chrisamöl, „mit dem jeder von uns gesalbt wurde bei der Taufe und bei der Firmung“, erläuterte Bischof Jung. „Diese Salbung verbindet uns mit dem Herrn und will uns heilen an Leib und Seele.“ Dieser Altar sei auch ein Zeichen des stellvertretenden Gebets für alle Menschen und für die ganze Welt, fuhr der Bischof fort. Als Zeichen dafür werde an fünf Stellen auf dem Altar Weihrauch entzündet – ein Sinnbild für die fünf Wundmale Christi, aus denen neues Leben hervorgegangen sei. Auch die Gläubigen sollen zum „Wohlgeruch Christi“ werden, der den Verwesungsgeruch des Todes gewandelt habe.</p><p><em><strong>Bischof Jung: Die Kirche ist kleiner, „aber die Herzen sollen nicht enger werden“</strong></em></p><p>Die Pharisäer hätten sich darüber empört, dass Jesus mit Zöllnern und Sündern esse. „Wir leben in Zeiten permanenter Empörung&quot;, sagte der Bischof. Aber es sei doch ein Tag der Freude und Glückseligkeit gewesen, als Gott gerade die berief, auf die alle anderen herabschauen. Dieser Altar werde mit Weihwasser besprengt, „damit wir immer Quelle der Freude seien für diese Gemeinde und alle, die hier Eucharistie feiern“. Durch die Aufforderung Jesu „Geht und lernt…“ werde der Altar zur Glaubensschule, sagte der Bischof. „Jedes Mal, wenn wir zum Altar treten, lernen wir, dass Christus die Sünder ruft, weil er das Verlorene liebt und niemanden aufgibt.“ Hier lerne man Barmherzigkeit, Engagement und die Freude über die Gemeinschaft, die am Altar gestiftet und gelebt werden solle.</p><p>Die verkleinerte Kirche sei wunderbar geworden, sagte Bischof Jung. „Es hat seine Gründe, dass die Kirche kleiner geworden ist. Aber die Herzen sollen nicht enger werden!“ Barmherzigkeit ende nicht an den Kirchentüren. „Die Barmherzigkeit Gottes ist größer als unser Herz. Wenn wir jetzt den Altar weihen, dann zur Erinnerung daran, dass die Barmherzigkeit Gottes keine Grenzen kennt.“ Christus rufe nicht wenige Auserwählte und baue nicht nur auf den „harten Kern“, sondern wolle die Herzen weit machen. Er hoffe, schloss der Bischof, dass die neue Kirche ein offener Ort bleibe, ein Ort der Sendung wie der Einkehr, „ein Ort, an dem der Herr unsere Herzen in Barmherzigkeit verwandelt. Dann wird auch dieses kleine Haus in Motten zu einem Ort des Gebetes, an dem etwas aufstrahlt von dem, was Christus uns gebracht hat. Das wünsche ich Ihnen und uns allen.“</p><p>Bei der Weiheliturgie wurden Reliquien des heiligen Burkard, der heiligen Crescentia und des heiligen Euganius im Altar beigesetzt. Bischof Jung besprengte den Altar mit Weihwasser, salbte ihn mit Chrisamöl und entzündete zusammen mit Pfarrer Krawczyk an den vier Ecken und in der Mitte Weihrauch. Nachdem das Feuer auf dem Altar verloschen und der Altar gereinigt war, feierte Bischof Jung die erste Eucharistie in der neuen Kirche. Zu Beginn des Gottesdienstes segnete der Bischof zudem die Orgel und den Ambo.</p><p>Die Messe wurde musikalisch begleitet vom Chor „Let’s sing together“ und Dekanatskantor Dieter Blum (Orgel). Zur Begegnung auf dem Kirchplatz spielte der Musikverein Döllautaler Motten. Er freue sich, dass die neue Kirche gemütlich und hell sei, erzählte ein Mann. Er und seine Frau seien zwar in der alten Kirche getraut worden, die Kinder seien dort getauft und zur Erstkommunion gegangen. „Und ich war damals bei der Einweihung als Ministrant dabei.“ Aber schön sei sie nicht gewesen. Die neue Kirche finden sie „uneingeschränkt gut“. Jetzt müssten nur genügend Menschen kommen.</p><p><em><strong>Staatssekretär Kirchner: „Habt Mut, steht auf, macht Euch sichtbar!“</strong></em></p><p>Aus den Grußworten nach dem Gottesdienst sprachen Freude und Stolz, verbunden mit zigfachem Dank an alle, die an dem Projekt mitgewirkt haben. „Dass wir heute in dieser wunderschönen neuen Kirche zusammenkommen dürfen, ist keineswegs selbstverständlich“, sagte Kirchenpfleger Michael Mahr. Das Projekt sei anfangs belächelt worden, der Weg sei lang und von intensiver Arbeit geprägt gewesen. Doch in einer Zeit, in der Kirchen „abgerissen oder zu Kletterhallen umfunktioniert“ werden, sei es einem kleinen Dorf gelungen, eine neue Kirche zu errichten. Man habe dabei auf „die besten Unterstützer“ zählen dürfen, sagte Mahr und appellierte: „Mit dem Gebäude selbst sind wir für die Zukunft gut aufgestellt. Es liegt nun an uns, dieses Gotteshaus mit Leben zu füllen.“</p><p>„Habt Mut, steht auf, macht Euch sichtbar!“, sagte Sandro Kirchner, Staatssekretär im bayerischen Innenministerium. Eine Altarweihe sei ein besonderer Moment: „Der Altar ist das Herzstück einer Kirche.“ Er sei allgegenwärtig, wenn die Gemeinschaft zusammenkomme – bei Taufen, Kommunionen, Firmung, Eheschließung, aber auch bei Beerdigungen. Kirche sei aber mehr als ein Gotteshaus und als ein Altar, fuhr Kirchner fort. „Die Kirche lebt von unserer Gemeinschaft.“ Diese Gemeinschaft zu pflegen und das Fundament der Nächstenliebe zu erhalten, sei ein Auftrag. Der Neubau stehe für „die Zukunft unserer Kirche in Motten, in der Rhön und darüber hinaus“.</p><p>Er sei heute voller Freude und Dankbarkeit, sagte Architekt Friedrich Staib. „Mir war klar, dass ich mich mit den Mottenern nicht nur auf einen gemeinsamen Weg mache, sondern dass ich mich auch in das Begehen eines gemeinsamen Weges einzureihen habe, der schon vor Urzeiten begonnen hat.“ Das vorherige Kirchenschiff aus dem Jahr 1967 sei „mindestens der fünfte Kirchenraum“ an dieser Stelle gewesen. Staib machte auf einige Besonderheiten aufmerksam. So entwickle etwa das Beton-Glas-Bild „Blutendes Herz Mariens“ von Ernst Tesar durch das einfallende Licht nun eine „unfassbare, strahlende Wirkung“. Die großen Fenster nach Norden schüfen eine Verbindung zur Natur und zur Schöpfung. Wer genau hinsehe, könne noch die Spuren vergangener Architektur entdecken.</p><p><em><strong>Bürgermeisterin Habersack: Ein Ort voller Leben, Begegnungen und Gemeinschaft</strong></em></p><p>„Gemeinschaft braucht nicht zwingend einen bestimmten Ort. Aber sie braucht Orte, die ihr Heimat geben“, sagte Bürgermeisterin Katja Habersack. Die neu gestaltete Pfarrkirche sei ein solcher Ort mitten in Motten. „Dass wir heute diesen besonderen Tag gemeinsam feiern können, verdanken wir vielen Menschen, die an dieses Projekt geglaubt und es über Jahre hinweg begleitet haben.“ Ihr Dank galt allen voran Michael Mahr für sein „großes Engagement, bemerkenswertes Durchhaltevermögen und starke Nerven. Ich wünsche unserer Pfarrgemeinde, dass diese Kirche nie nur ein schönes Gebäude bleibt, sondern immer ein Ort voller Leben, Begegnungen und Gemeinschaft ist. Ein Ort, an dem Menschen gerne zusammenkommen und an dem Glaube spürbar wird.“</p><p>Sie wolle heute drei Dinge tun, kündigte Diözesanbaumeisterin Katja Mark-Engert an. Sie wolle Bewusstsein schaffen für die historische Bausubstanz und die Schätze der Pfarrkirche, die Spuren ihrer bauzeitlichen Entwicklung sowie die neuen Formen und Materialien, die sie zu einem „neuen, wertvollen Ort“ machten. Sie wolle sich über ein gelungenes Bauvorhaben freuen: „Ich wünsche allen Mottenern, dass die Kirche ein Ort der Ruhe, der Besinnung, aber auch des Miteinanders und der Freude wird“. Und sie wolle danken – den Fachleuten, Firmen, der Kirchenverwaltung und noch vielen mehr. „Zusammen haben wir Maßstäbe gesetzt. Wir haben Altes bewahrt, Neues neu gedacht und das meiner Meinung nach bestens gemacht.“</p><p>Domkapitular Armin Haas, Moderator im Pastoralen Raum Bad Brückenau, ging auf die besondere Bedeutung des Abendmahlssaals ein. Dieser habe einen besonderen Auftrag. Dort habe Jesus zu den Jüngerinnen und Jüngern gesagt: Bleibt beieinander, ihr müsst erst noch die Kraft des Geistes empfangen. „Diesen Raum des Gebetes und der Gemeinschaft brauchen wir ganz notwendig.“ Er wünschte allen Anwesenden, dass sie sich von der Frohen Botschaft Jesu entflammen lassen und gegenseitig für die Begeisterung für das Evangelium entzünden. „Ich wünsche Euch, dass dieses Pfingstwunder geschieht.“</p><p><em>Einen Bericht über den Neubau der Pfarrkirche Sankt Bartholomäus in Motten gibt es auf der Homepage des Würzburger katholischen Sonntagsblatts (<a href="https://sobla.de/aktuelles/detail/ansicht/die-pfarrgemeinde-motten-hat-ihre-kirche-verkleinert/" target="_blank" class="external-link">https://sobla.de/aktuelles/detail/ansicht/die-pfarrgemeinde-motten-hat-ihre-kirche-verkleinert/</a>).</em></p><p class="text-right"><em>sti (POW)</em></p><p>(2426/0576; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Weitere Bilder finden Sie hier:</strong><a href="https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1780924057qbA75JZ7ZFnoXz" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1780924057qbA75JZ7ZFnoXz</a></em><br />&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72881</guid><pubDate>Thu, 04 Jun 2026 15:09:38 +0200</pubDate><title>„Die Eucharistie setzt neue Maßstäbe“</title><link>https://bischof.bistum-wuerzburg.de/aktuell/na-detail/ansicht/die-eucharistie-setzt-neue-massstaebe/</link><description>Katholikinnen und Katholiken im Bistum Würzburg feiern Fronleichnam mit Gottesdiensten und Prozessionen – Bischof Jung: Fortschritt misst sich an der Würde jedes Einzelnen und am Wohlergehen aller Völker – Begegnung vor dem Burkardushaus mit Geburtstagsständchen</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg</strong> (POW) Unter einem bedeckten Himmel, aber bei angenehmen Temperaturen haben die Katholikinnen und Katholiken in Würzburg an Fronleichnam, Donnerstag, 4. Juni, das eucharistische Brot durch die Straßen begleitet. „Danke, dass Sie Zeugnis gegeben haben für Ihren Glauben. Es ist ein wunderbares Zeugnis an diesem Fronleichnamstag“, sagte Bischof Dr. Franz Jung. Die Prozession durch die Würzburger Innenstadt im Anschluss an den Pontifikalgottesdienst im Kiliansdom stand unter dem Leitwort „Hab Mut, steh auf!“, unter dem auch schon der 104. Deutsche Katholikentag begangen wurde. Nach Schätzungen der Polizei nahmen rund 850 Menschen teil. Im Anschluss waren alle anlässlich des 60. Geburtstags von Bischof Jung zu einer Begegnung auf der Terrasse des Burkardushauses eingeladen. Der Gottesdienst wurde auf TV Mainfranken (Kabel), Bibel TV online sowie dem YouTube-Kanal des Bistums Würzburg übertragen.</p><p>In seiner Predigt betrachtete Bischof Jung die „eucharistische Spiritualität“, von der Papst Leo XIV. in seiner ersten Enzyklika „Magnifica Humanitas“ spricht. Erlösung komme nicht durch technische Selbstoptimierung, sondern dadurch, dass „Gott unsere Schwachheit annimmt und sie so in neues Leben verwandelt, wie wir es in der Eucharistie feiern“. Gegen alle Versuche, den Menschen durch Technik immer besser zu machen, sage der Papst: Wir sind und wir bleiben endliche Menschen. Der Mensch sei keine Maschine, deren Funktionsfähigkeit permanent verbessert werden müsse. Gott dagegen steige in die Geschichte der Menschen hinab und werde Mensch, um die Menschennatur von innen her zu verwandeln. In der Eucharistie werde Christus in Leib und Blut gegenwärtig, „mitten unter uns, um uns Anteil zu geben an seinem göttlichen Leben“.</p><p>Der Wert einer Zivilisation messe sich an der Fürsorge, die sie zu leisten vermöge, fuhr Bischof Jung fort. Kein noch so ausgeklügeltes Computersystem „erschafft ein Herz, das sich hingibt, oder ein Gewissen, das das Gute erkennt“, schreibe Papst Leo. „Technik ist und bleibt herzlos, was aber die Welt rettet ist ein mitfühlendes, empfindsames Herz, das Herz Jesu“, sagte der Bischof. Das Wachstum einer wahrhaft zivilisierten Gesellschaft zeige sich im Wachstum gegenseitiger Fürsorge. Wahre Erfüllung entstehe nicht aus der Beseitigung von Schwäche, sondern wenn Fortschritt an der Würde jedes Einzelnen und am Wohlergehen aller Völker gemessen werde.</p><p><em><strong>„Eucharistische Frömmigkeit ist immer sozial“</strong></em></p><p>Der Papst rufe dazu auf, konkrete Beziehungen zueinander zu pflegen, sagte Bischof Jung weiter. In der digitalen Welt sei man weltweit unendlich vernetzt, doch paradoxerweise wachse die Vereinsamung der Menschen von Jahr zu Jahr. Papst Leo lade dazu ein, „an Orten und Zeiten festzuhalten, wo die physische Anwesenheit zählt: am gemeinsamen Tisch, an der christlichen Gemeinschaft, die sich versammelt, am Besuch bei einsamen Menschen und am Dienst an den Armen“. Darum gehe es auch an Fronleichnam, dem „großen Fest der Begegnung – mit dem Herrn, untereinander, in der Prozession mit allen Menschen in dieser Stadt“. Der Bischof ermutigte dazu, sich physisch an konkreten Orten und zu konkreten Zeiten zu begegnen, „nicht nur durch Skype und Videokonferenzen“.</p><p>Der Papst betone, dass „das eine Brot der Eucharistie uns alle zu einem Leib macht. Eucharistische Frömmigkeit ist immer sozial und niemals nur die Frömmigkeitsübung des Einzelnen.“ Alle seien aufgerufen, einen anderen Maßstab in dieser Welt sichtbar zu machen, der die Bindungen bewahre, den unsichtbaren Armen ein Gesicht und eine Stimme gebe und die Entwicklung der Würde aller Menschen fördere. „Die Eucharistie setzt neue Maßstäbe. Was für eine Aufforderung gerade heute an Fronleichnam, durch unser Handeln als Kirche diese neuen Maßstäbe der Fürsorge und Achtung zu leben und sichtbar zu machen in der Gesellschaft dieser Stadt.“</p><p>Papst Leo warne vor einem naiven Idealismus, der nur die Vorteile der Technik sehe, ebenso wie vor einem Fatalismus, der vor der Übermacht der Technik resigniere. „Es braucht einen neuen Realismus – den Realismus der Eucharistie. Der Glaube daran, dass diese Welt zum Guten wandelbar ist und dass Gott sie schon längst gewandelt hat.“ Der Papst fordere dazu auf, zum „Baumeister einer neuen Zivilisation der Liebe“ zu werden, aus dem Glauben heraus, dass jede und jeder Einzelne in der Lage sei, diese Welt zu verwandeln. „Habt Mut, steht auf! Werdet Baumeister dieser Zivilisation der Liebe. Denn Christus hat diese Welt gewandelt und will sie durch Euch in Liebe verwandeln“, schloss der Bischof.</p><p>Begleitet von den Gläubigen aus den Würzburger Innenstadtpfarreien trug Bischof Jung im Anschluss an den Pontifikalgottesdienst die Monstranz mit dem Allerheiligsten durch die Straßen. Weihbischof Paul Reder und Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran assistierten dem Bischof unter dem Tragehimmel. Vom Residenzplatz bis zum Neumünster trug Weihbischof Reder die Monstranz, assistiert von Generalvikar Vorndran und Dompfarrer Domkapitular Stefan Gessner. Mitglieder des Domkapitels, Ordensleute, Mitglieder der Ritterorden sowie Verbände, Vereine, Studentenverbindungen und Innungen gingen dem Allerheiligsten voran. Hinter dem Tragehimmel liefen Vertreter des öffentlichen Lebens, Ordensfrauen sowie Gläubige, vor allem aus den Innenstadtpfarreien Dom, Neumünster, Sankt Peter und Paul, Sankt Gertraud und Stift Haug. Erstmals nahmen auch die Pfarreien Sankt Adalbero und Sankt Andreas (Sanderau) sowie Sankt Burkard, Sankt Elisabeth und Heiligkreuz (Zellerau) teil. Einige Häuser entlang des Prozessionswegs waren mit Blumen und Fahnen geschmückt. Die Texte der Prozession hatte das Referat Verkündigung und Liturgie vorbereitet. Der Weg führte vom Dom über die Schönbornstraße, Juliuspromenade und Theaterstraße zum Stationenaltar im Ehrenhof der Residenz. Dort wurde Statio gehalten, ehe der Zug über die Balthasar-Neumann-Promenade, Neubaustraße, Schönthal- und Plattnerstraße zum Neumünster führte. Auf der Treppenanlage der Grabeskirche der Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan erteilte Bischof Jung, wie bereits an der Residenz, den eucharistischen Segen mit der Monstranz. Mit dem Lied „Großer Gott, wir loben dich“ klang die knapp dreistündige Feier aus. Bischof Jung dankte allen, die zum reibungslosen Ablauf der Prozession beigetragen hatten, vor allem auch den Rettungskräften und der Polizei für ihren Einsatz seit dem 104. Deutschen Katholikentag.</p><p>Das Pontifikalamt sowie die Feier vor dem Stationsaltar an der Residenz gestalteten der Würzburger Domchor unter der Leitung von Domkapellmeister Alexander Rüth sowie das Symphonische Blasorchester Kürnach unter der Leitung von Stefan Wunderlich unter anderem mit der „Missa Aeterna Christi munera“ von Giovanni P. da Palestrina, „O magnum mysterium“ von Tomas Luis de Victoria, „Beati quorum via“ von Charles V. Stanford und „Exsultate Deo“ von Alessandro Scarlatti. Domorganist Professor Stefan Schmidt spielte die Klais-Orgel, Kantorin war Juliane Zeuch.</p><p>Im Anschluss an die Prozession nutzten viele Menschen die Begegnung vor dem Burkardushaus bei Bratwürsten und Getränken, um Bischof Jung persönlich zum Geburtstag zu gratulieren. Der Domchor intonierte „Viel Glück und viel Segen“, das Blasorchester Kürnach spielte „Happy Birthday“.</p><p class="text-right"><em>sti (POW)</em></p><p>(2426/0571; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Weitere Bilder finden Sie hier:</strong><a href="https://bistum-wuerzburg.px.media/share/17804889900Z5INOtX5wuQ1Y" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://bistum-wuerzburg.px.media/share/17804889900Z5INOtX5wuQ1Y</a></em><br />&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72791</guid><pubDate>Tue, 02 Jun 2026 17:30:00 +0200</pubDate><title>„Die Eucharistie ist mein Dankesort“</title><link>https://bischof.bistum-wuerzburg.de/aktuell/na-detail/ansicht/vergiss-nicht-was-er-dir-gutes-getan-hat/</link><description>Zum 60. Geburtstag spricht Bischof Dr. Franz Jung über prägende Jahre, ruhigeres Fahrwasser und Hoffnungsorte im Bistum</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg</strong> (POW) Bischof Dr. Franz Jung wird am Donnerstag, 4. Juni, 60 Jahre alt. Im Interview spricht er über Wendepunkte in seinem Leben, prägende Jahre, Hoffnungsorte im Bistum und seinen Leitspruch „Lobe den Herrn meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat“ (Psalm 103,2). Die Geburtstagsfeier wird am Sonntag, 14. Juni, nachgeholt, an dem zugleich das Pontifikalamt anlässlich des Mozartfests gefeiert wird.</p><p><em>POW: Herr Bischof, Sie haben dieses Jahr an Fronleichnam Geburtstag, aber an diesem Tag sind Sie trotzdem ganz normal im Einsatz?</em></p><p>Bischof Dr. Franz Jung: Ja (lacht).</p><p><em>POW: Wie werden Sie Ihren 60. Geburtstag feiern?</em></p><p>Bischof Jung: Der Geburtstag fällt dieses Jahr in die Festwochen des Mozartfestes. Ich feiere am Sonntag, 14. Juni. Das ist der Sonntag, an dem ich zudem meiner Bischofsweihe am 10. Juni 2018 gedenke. Zugleich findet an diesem Sonntag auch das Pontifikalamt anlässlich des Mozartsfestes statt. Ich freue mich, dass an diesem Tag viele Weggefährten und die Familie zusammenkommen. Nach dem Pontifikalamt gibt es einen Sektempfang und im Anschluss daran noch ein Mittagessen für geladene Gäste im Burkardushaus.</p><p><em>(Die Pontifikalmesse zum Mozartfest mit Bischof Dr. Franz Jung am Sonntag, 14. Juni, um 10 Uhr im Würzburger Kiliansdom wird live auf Bibel TV Fernsehen, TV Mainfranken Kabel sowie dem YouTube-Kanal des Bistums Würzburg übertragen.)</em></p><p><em>POW: Wie wurden Geburtstage in Ihrer Kindheit gefeiert?</em></p><p>Bischof Jung: Wir haben die Geburtstage eigentlich immer klein gefeiert, im Rahmen der Familie mit ein, zwei Freunden. Aber es war immer sehr schön und auch immer sehr behütet.</p><p><em>POW: Gibt es eine Tradition aus Ihrer Familie, die Sie bis heute gerne beibehalten?</em></p><p>Bischof Jung: Es gab keine großen Traditionen. Es war aber immer im Juni, daher musste ein schöner frischer Erdbeerkuchen her – mit Schlagsahne, versteht sich! – und das war immer wunderbar.</p><p><em>POW: Welche Bibelstelle passt aus Ihrer Sicht zu Ihrem 60. Geburtstag?</em></p><p>Bischof Jung: Das Wort, das ich mir damals für die Priesterweihe als Primizwort gewählt habe. Es ist dem Psalm 103 entnommen und lautet: „Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“ Es ist ein Wort, das mich immer wieder mit tiefer Dankbarkeit und Freude erfüllt, aus der Erfahrung heraus, dass vieles, was war, mir geschenkt worden ist. Die Eucharistie ist der Ort der großen Danksagung der Kirche und auch mein persönlicher Dankesort.</p><p><em>POW: Gibt es ein Lied, zu dem Sie besonders gerne anstoßen?&nbsp;</em></p><p>Bischof Jung: Ich habe mir für den Gottesdienst, wie schon zum 50. Geburtstag und zur Bischofsweihe, von John Rutter „The Lord bless you and keep you“ gewünscht. Es enthält den wunderbaren Segenszuspruch des aaronitischen Segens. Zugleich ist das eine Melodie, in der ich mich wiederfinde und die so etwas Trostreiches hat.</p><p><em>POW: Was steht auf Ihrer persönlichen To-do-Liste für die kommenden zehn Jahre?</em></p><p>Bischof Jung: Ich habe keine große To-do-Liste. Wir haben jetzt vieles geschafft. Wir hatten in diesem Jahr die Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz und den 104. Deutschen Katholikentag in Würzburg. Vielleicht wird es ein bisschen ruhiger im kommenden Jahr, das würde ich mir wünschen (lacht). Was ich gerne mache und auch jedes Jahr zu tun versuche, ist, einen Artikel für die Würzburger Diözesangeschichtsblätter zu schreiben und mich persönlich mit unserer Bistumsgeschichte auseinanderzusetzen. Wir haben so eine reiche und inspirierende Geschichte hier im Bistum. Daneben gibt es noch meine große Liebe zu den Kirchenvätern. Ich habe eine ganze Liste von patristischen Texten, die noch nicht ins Deutsche übertragen worden sind und an die ich mich gerne dransetzen möchte. Derzeit arbeite ich an einer neuen Edition der Kiliansviten, die demnächst erscheinen soll. Das sind Dinge, die mir persönlich viel Spaß machen. Aber dafür bleibt leider immer nur in den späten Abendstunden ein bisschen Zeit.</p><p><em>POW: Gibt es ein Land, das Sie gerne noch bereisen möchten?</em></p><p>Bischof Jung: Was ich vielleicht noch mal genauer anschauen will ist Indien. Dort war ich zweimal. Das ist ein faszinierendes, kulturell reiches Land. Ansonsten ist mein Aktionsradius eigentlich Europa. Mir fehlen in England und Spanien noch einige Landschaften. Ich bin ein großer Frankreich-, Romanik- und Zisterzienserfan – kein Urlaub ohne Zisterzienserkirche. In Italien habe ich schon viel gesehen, aber auch hier fehlt mir noch einiges. Ich habe in den vergangenen Jahren interessanterweise viele Orte, die ich vor 20 oder noch mehr Jahren schon einmal bereist hatte, erneut besucht. Und es war immer wieder überraschend neu und beeindruckend schön. Als große Wallfahrt ist in diesem Jahr die Kreuzbergwallfahrt geplant. Schauen wir mal, ob ich das schaffe. Große Pläne mache ich eigentlich nicht. Nur ein Ziel steht schon seit Jahren auf meiner To-do-Liste: einmal nach New York, zum „Big Apple“. Ansonsten zieht es mich nicht besonders nach Amerika, auch wenn alle sagen, dass das Land so toll wäre, vor allem landschaftlich.</p><p><em>POW: Welche Hoffnungen verbinden Sie mit dem kommenden Lebensjahrzehnt?</em></p><p>Bischof Jung: Unser und mein Bestreben geht dahin, den Menschen die Freude am Glauben zu vermitteln. Wir wollen sie darin unterstützen, in ihren Gemeinden den Glauben weiterzutragen, und suchen dazu nach tragfähigen Strukturen. Die Frage wird sein, was wir als Bistum dazu beitragen können, dass es gut wird, und wie es uns gelingt, Menschen diese innere Freude an Jesus Christus zu vermitteln – auch in den Formaten, die wir jetzt eingeführt haben. Ich denke an die geistliche Schriftlesung in Form der „Lectio Divina“ und die Anbetung in Form der „Nacht der Hoffnung“. Die vielen Wallfahrten im Bistum bieten die Gelegenheit, sich persönlich über den eigenen Glauben auszutauschen. Ich glaube, das fehlt am meisten. Ich habe jetzt wieder die Begeisterung der Leute beim Katholikentag gesehen. Es war gut, gemeinsam den Glauben zu feiern, aber auch Menschen zu haben, mit denen man sich unmittelbar über den Glauben austauschen kann: Was bedeutet das eigentlich für dich persönlich? Was sagt dir das? Und wo verändert dieses Wort des Evangeliums auch dein Leben? Dahin muss es gehen.</p><p><em>POW: Zum 60. Geburtstag möchten wir einen kurzen Rückblick wagen. Worauf blicken Sie in den vergangenen Jahrzehnten besonders gerne zurück?</em></p><p>Bischof Jung: Ich blicke gerne zurück auf meinen Werdegang. Ich hatte den Eindruck, dass die Aufgaben, die mir anvertraut worden sind, eigentlich immer zur rechten Zeit kamen. Das ist mir aber auch erst in den vergangenen Jahren deutlich geworden. Ich bin mit 42 Jahren Generalvikar geworden, also der Leiter einer großen bischöflichen Behörde. Die Pfarrer haben alle gesagt: „Wenn der Generalvikar jünger ist als wir, dann merkt man, wie die Zeit vergeht.“ (lacht) Die zehn Jahre als Generalvikar waren für mich die geistlich fruchtbarste Zeit meines Lebens. In diesen zehn Jahren wurde ich mit vielen neuen Fragestellungen, mit vielen neuen Problemen konfrontiert, begegnete vielen Menschen in konfliktiven Situationen, lernte aber auch die organisatorischen Herausforderungen der Institution Kirche kennen. In dieser Zeit habe ich gelernt, systemisch zu denken. Natürlich musste ich auch in die Abgründe der Organisation Kirche schauen. Das hat sehr geerdet. Aber über all den Problemen, die immer mit einem Leitungsamt verbunden sind, habe ich auch das viele Gute schätzen gelernt, was oft so unauffällig und unaufgeregt in unseren Gemeinden, Verbänden und Ordensgemeinschaften geschieht. Immer wieder hat mich die Frage umgetrieben, wie ich die Menschen mitnehmen kann in all den Veränderungen und Umbrüchen, in denen wir stehen.</p><p><em>POW: 2018 kam die Ernennung zum Bischof von Würzburg. Was prägte diese Zeit?</em></p><p>Bischof Jung: Es war kein ganz einfacher Start. Kurz nach der Bischofsweihe wurde im September 2018 die MHG-Studie veröffentlicht, daneben gab es ein erhebliches Defizit im Bistumshaushalt, dann kam die Coronazeit. Jetzt erst merke ich so langsam, dass wir wieder in ein etwas ruhigeres Fahrwasser kommen und dass vieles bearbeitet werden konnte, was liegengeblieben ist, vor allem während Corona. Darüber bin ich sehr glücklich. Worauf ich gerne zurückschaue in den vergangenen Jahren sind natürlich vor allem die schönen Begegnungen mit den Gläubigen unseres Bistums – sei es bei den großen Wallfahrten, bei denen ich immer gerne mitgegangen bin und mitgehe, die begeisternden Ministrantenwallfahrten nach Rom, die Begegnung in Irland mit den Reliquien unserer Bistumspatrone Kilian, Kolonat und Totnan. Es war ein großes Fest des Glaubens. Natürlich denke ich auch gerne an die Vorbereitung auf das Heilige Jahr und im Heiligen Jahr selbst an unsere Feiern und die großen Wallfahrten mit den Mitarbeitenden und die wunderbare Familienwallfahrt. Mir kommt jetzt auch der Katholikentag in den Sinn, der seit 1907 wieder einmal in Würzburg stattgefunden hat: Der Dank und die Begeisterung der Menschen hier in Würzburg klingen noch in mir nach zusammen mit der Freude darüber, dass wir uns als Bistum so einladend präsentiert haben, dass wir so viele Menschen begeistern konnten. Die zahllosen positiven Rückmeldungen sind einfach überwältigend. Das erfüllt mich mit einer großen Dankbarkeit und Freude.</p><p><em>POW: Welche prägenden Ereignisse fallen Ihnen zu den einzelnen Jahrzehnten ihres Lebens ein?</em></p><p>Bischof Jung: Ich habe eine sehr schöne, sehr behütete Kindheit gehabt. Dafür bin ich heute noch dankbar. Ich hatte ein gutes Elternhaus, habe viel von zu Hause mitbekommen. Davon zehrt man, glaube ich, ein ganzes Leben lang: an innerer Haltung, an innerer Stärke, aber auch an innerer Entschiedenheit. Im zweiten Lebensjahrzehnt war es natürlich das Abitur, und dann das Geschenk, in Rom studieren zu dürfen. Es waren sehr schöne Jahre in Rom, verbunden mit der Weihe zum Diakon und zum Priester. Die Zeit der Promotion, Anfang des dritten Lebensjahrzehnts. Dann natürlich die Herausforderungen in der Seelsorge. Die Ernennung zum Generalvikar hat mich damals überrascht. Wir mussten im Bistum Speyer einen großen Reorganisationsprozess bewältigen, der enorm viel Kraft gekostet hat. Ich hatte bis dahin in meinem Leben nie so viel gearbeitet wie in dieser Zeit.</p><p><em>POW: Dann sind wir beim Rückblick schon im Jahrzehnt nach dem 50. Geburtstag.</em></p><p>Bischof Jung: Natürlich war die Bischofsweihe einer der großen Höhepunkte. Aber auch das Silberne Priesterjubiläum 2017 und der 50. Geburtstag 2016. Ich bin kein großer Geburtstagsfeierer. Aber ein guter Freund hat damals zu mir gesagt: „Franz, lade die Leute ein, sonst trifft man sich am Ende immer nur noch bei den Beerdigungen.“ Da habe ich mir zu Herzen genommen. Und habe dann zum 50. Geburtstag ein richtig schönes, großes Fest gefeiert. Daran denke ich sehr gerne zurück. 50 Jahre sind eine gute Zeit, Danke zu sagen für so vieles, was einem geschenkt wurde und was gut gelaufen ist.</p><p><em>POW: Mit welchem Gefühl gehen Sie in den 60. Geburtstag?</em></p><p>Bischof Jung: Mit dem 60. Geburtstag verbinde ich den Dank, dass ich in all den Herausforderungen, in denen man als Bischof steht, in all den Konflikten, in den persönlichen Anfeindungen und Zerreißproben, auch angesichts der Fragen, die man nicht lösen kann, physisch und psychisch gesund geblieben bin. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Einige Bischofskollegen sind in den vergangenen Jahren krank geworden. Da merkt man: Dieses Amt zehrt enorm an der eigenen Kraft. Es ist die Aufgabe des Bischofs, in den Zentrifugalkräften unserer Zeit die Menschen immer neu zusammenzuführen. Und wie immer geht es darum, als Mensch und Bischof dabei authentisch zu bleiben. Das ist eine große Aufgabe, eine geistliche Aufgabe, die es immer neu im Gebet zu reflektieren gilt, die einen aber auch lebendig hält.</p><p><em>POW: Sie sind jetzt schon seit acht Jahren als Bischof in Würzburg. Welche Orte im Bistum bringen bei Ihnen etwas zum Klingen?</em></p><p>Bischof Jung: Ein wichtiger Ort ist für mich die Kapelle im Bischofshaus, in der wir jeden Montagmorgen gemeinsam als Hausgemeinschaft in die Woche starten mit der Eucharistiefeier und dem Austausch über das Evangelium. Die Kapelle ist für mich auch ein persönlicher Rückzugsort zum Gebet, für den ich sehr dankbar bin, mit dem wunderbaren Altarbild, das Christus zeigt, der am Ölberg betet. Dieser betende Christus am Ölberg ist etwas, was mich immer neu tief berührt, wenn wir Messe feiern. Jesus ringt um die eigene Sendung und betet: „Vater, nicht mein, sondern dein Wille geschehe.“ Das ist sehr beeindruckend und lädt dazu ein, über die Treue zur eigenen Sendung nachzudenken und sich im eigenen Beten vom Herrn getragen zu wissen. Zu den wichtigen Orten im Bistum zählt natürlich auch unser Kiliansdom, in dem ich die großen Gottesdienste feiern darf. Dann unsere herrlichen Wallfahrtskirchen: der Kreuzberg, zu dem wir schon mehrfach von Würzburg aus in der großen Wallfahrt gepilgert sind, dann Dettelbach, die großen Marienwallfahrtsorte unseres Bistums und natürlich der Engelberg. Ich bin für diese Orte sehr dankbar, weil es auch Hoffnungsorte in unserem Bistum sind, wie im Heiligen Jahr deutlich geworden ist. Dort schöpfen unsere Gläubigen als „Pilger der Hoffnung“ seit Jahrhunderten Kraft, vergewissern sich im Glauben über ihren weiteren Weg und erfahren in der Gemeinschaft der Kirche Vertrauen und Zuversicht.</p><p class="text-right"><em>Das Gespräch führte Judith Reinders (POW)</em></p><p><em><strong>Zur Person:</strong></em></p><p>Franz Jung wurde am 4. Juni 1966 in Mannheim geboren und wuchs in Ludwigshafen auf. Ab 1986 studierte er Theologie in München und dann in Rom, wo Bischof Dr. Franz Kamphaus ihn am 10. Oktober 1992 zum Priester weihte. 1998 wurde er Kaplan in Pirmasens, 2001 folgten die Promotion und die Versetzung in die Dompfarrei Speyer, in der er auch Bischof Dr. Anton Schlembach als Sekretär diente. 2008 wurde Jung ins Speyerer Domkapitel gewählt und 2009 von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann zum Generalvikar ernannt. Erzbischof Dr. Ludwig Schick weihte Jung am 10. Juni 2018 zum 89. Bischof von Würzburg. Jung ist Komtur mit Stern des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem. In der Deutschen Bischofskonferenz ist er der Vorsitzende des „Verbandsrats des Verbandes der Diözesen Deutschlands“, Mitglied der „Kommission Arbeitsrecht“, Mitglied der „Bischöflichen Fachgruppe für Fragen des sexuellen Missbrauchs und von Gewalterfahrungen“ und Mitglied der „Caritaskommission“.</p><p>(2326/0552; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Weitere Bilder finden Sie hier:</strong><a href="https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1779968634goIaR40bcndTR6" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1779968634goIaR40bcndTR6</a></em><br />&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Im Gespräch</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72857</guid><pubDate>Tue, 02 Jun 2026 13:03:37 +0200</pubDate><title>Ehrenmitglied Bischof Jung gratuliert Würzburger Kickers zum Aufstieg</title><link>https://bischof.bistum-wuerzburg.de/aktuell/na-detail/ansicht/ehrenmitglied-bischof-jung-gratuliert-wuerzburger-kickers-zum-aufstieg/</link><description>Würzburg (POW) „Ein tolles Spiel!“ Voller Begeisterung gratuliert Ehrenmitglied Bischof Dr. Franz Jung den Würzburger Kickers zum Aufstieg in die 3. Liga.</description><content:encoded><![CDATA[<p>„Es war bis zum Schluss ein total spannendes Spiel. Ich wünsche ihnen das Durchhaltevermögen und den Schwung, den sie in der Relegation gezeigt haben, für den Start in die neue Liga.“ Der Bischof war beim Relegationsspiel gegen Lok Leipzig am Montag, 1. Juni, in der AKON Arena in Würzburg live dabei. Das Rückspiel entschieden die Kickers mit 2:1 für sich. Bischof Jung lobte die „tolle Stimmung“ und das „Fair Play“ im ausverkauften Stadion. „Das Publikum ist mitgegangen und die Freude war wirklich überschäumend“, beschrieb er voller Begeisterung. Der Aufstieg in die 3. Liga und damit in den Profifußball bringe aber auch andere Herausforderungen mit sich. „Da muss man noch einmal Mut zusammennehmen“, sagte Bischof Jung mit Bezug auf das Motto „Hab Mut, steh auf!“ des 104. Deutschen Katholikentags in Würzburg. „Das haben sie jetzt bei diesem Spiel gezeigt.“ Bischof Jung war beim Weihnachtssingen 2025 der Würzburger Kickers zu deren Ehrenmitglied ernannt worden.</p><p>(2326/0565; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Kurzmeldungen</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72694</guid><pubDate>Sun, 24 May 2026 13:36:57 +0200</pubDate><title>„Der Glaube kuscht nicht vor den Mächtigen“</title><link>https://bischof.bistum-wuerzburg.de/aktuell/na-detail/ansicht/der-glaube-kuscht-nicht-vor-den-maechtigen/</link><description>Bischof Dr. Franz Jung feiert an Pfingsten Pontifikalgottesdienst im Kiliansdom –Der Freimut als besondere Gabe des Heiligen Geistes</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg</strong> (POW) Bischof Dr. Franz Jung hat die Christen zu mehr Mut bei der Verkündigung des Glaubens aufgerufen. In seiner Predigt am Pfingstsonntag, 24. Mai, im Würzburger Kiliansdom stellte er den „Freimut“ der Apostel in den Mittelpunkt. Dieser sei eine Gabe des Heiligen Geistes und bedeute, „den Mut zu haben, die Wahrheit zu sagen – auch wenn sie unpopulär ist und wie so oft nicht allen gefällt“. Die Feier wurde live auf TV Mainfranken (Kabel), Bibel TV online, der Bistums-Homepage sowie dem YouTube-Kanal des Bistums Würzburg übertragen.</p><p>Der Bischof knüpfte damit an das Motto „Hab Mut, steh auf!“ des 104. Deutschen Katholikentags in Würzburg an. Der Freimut der Apostel habe sich in der Osterzeit wie ein roter Faden durch die Lesungen aus der Apostelgeschichte gezogen. Nach den Worten des Bischofs verkündeten Petrus und Johannes die Botschaft von Tod und Auferstehung Jesu „unerschrocken“ und das auch vor den religiösen Autoritäten Jerusalems, obwohl sie „ungebildete und einfache Leute“ gewesen seien.</p><p>Oftmals lasse man sich in öffentlichen Diskussionen einschüchtern, wenn andere Menschen durch ihre akademische Sprache überlegen schienen, sagte Bischof Jung. Doch die Geschichte zeige, dass es „am Ende oft einfache Leute waren, die ganz tief die Wahrheit des Evangeliums verstanden hatten und sich davon auch nicht abbringen ließen“. Der Freimut des Glaubens brauche keine akademische Bildung, betonte der Bischof. Entscheidend sei die innere Überzeugung von der Wahrheit des Glaubens. „Die Logik von Kreuz und Auferstehung leuchtet der Weisheit dieser Welt nie ein.“ Die Wahrheit des Glaubens könne nur im Heiligen Geist erkannt werden.</p><p>Freimut bedeute auch, sich nicht einschüchtern zu lassen. Der Glaube kusche nicht vor den Mächtigen und lasse sich auch nicht einschüchtern. Bischof Jung verwies dabei auf Papst Leo XIV., der das Evangelium auch angesichts von Drohungen und Beschimpfungen durch US-Präsident Donald Trump mit Freimut verkünde. Auch innerhalb der Kirche brauche es Offenheit und Freimut, sagte Bischof Jung mit Verweis auf Papst Franziskus. Nur wenn in aller Offenheit um die Weiterentwicklung von Kirche und Lehre gerungen werde, komme die Kirche voran. Der Freimut sei auch die Gabe der Märtyrer, die im Angesicht des Todes mutig auf das Kreuz und die Auferstehung geschaut hätten. „Gerade in Situationen, in denen menschliche Weisheit verstummt – am Sterbebett, am Krankenbett oder in einer Lebenskrise – erhalten die Worte der Heiligen Schrift plötzlich ein ungeheures Gewicht.“</p><p>Zum Schluss erzählte der Bischof von einem Kindergartenbesuch. Als er nur ein Playmobil-Paket mit den Frankenaposteln Kilian, Kolonat und Totnan mitgebracht hatte, habe ein Junge protestiert: „Herr Bischof, das ist nur ein Paket, aber wir sind doch drei Gruppen!“ „Ertappt!“, sei es ihm durch den Kopf geschossen. Zum Glück hätten seine Mitarbeiter noch zwei Pakete dabeigehabt. Das Kind habe gezeigt, wie Freimut gehe: „Unerschrocken, im Angesicht der Mächtigen, ohne akademische Bildung, sondern nur mit einer Portion gesundem Menschenverstand und einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn die Wahrheit sagen. Von Kindern lernen, die Wahrheit zu sagen, und mit ihnen den Freimut der Kinder Gottes einzuüben, das wünsche ich uns allen an diesem Pfingstfest.“</p><p>Musikalisch gestaltete die Mädchenkantorei unter der Leitung von Domkapellmeister Alexander Rüth den Gottesdienst mit „Missa in simplicitate“ von Jean Langlais, „Veni Creator Spiritus“ von Cesar Franck und der Gregorianischen Pfingstsequenz „Veni sancte spiritus“.</p><p class="text-right"><em>sti (POW)</em></p><p>(2226/0548; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em><br />&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72689</guid><pubDate>Sat, 23 May 2026 15:08:53 +0200</pubDate><title>Anderen „Wegweiser und Begleiter“ sein</title><link>https://bischof.bistum-wuerzburg.de/aktuell/na-detail/ansicht/anderen-wegweiser-und-begleiter-sein/</link><description>Bischof Dr. Franz Jung weiht Diakon Benedict Dürrlauf (33) zum Priester – Festlicher Gottesdienst im Kiliansdom – Neupriester für Pastoralen Raum Bad Kissingen angewiesen</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg</strong> (POW) Bei einem festlichen Pontifikalgottesdienst am Samstag, 23. Mai, im Würzburger Kiliansdom hat Bischof Dr. Franz Jung den Diakon Benedict Dürrlauf (33) aus der Pfarrei Sankt Andreas in Ochsenfurt zum Priester geweiht. Die Priesterweihe sei „das persönliche Pfingstfest“ für Dürrlauf, sagte Bischof Jung in seiner Begrüßung. Der Apostel Paulus habe im ersten Korintherbrief gesagt: „Wer sich an den Herrn bindet, der wird ein Geist mit ihm. Darum geht es am heutigen Tag, in der Weihe.“ Der Gottesdienst wurde live auf der Bistums-Homepage (livestreams.bistum-wuerzburg.de) sowie dem YouTube-Kanal des Bistums Würzburg übertragen.</p><p>„Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich. Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen.“ So tröstet der scheidende Jesus im Johannesevangelium seine Jünger. Die vielen Wohnungen böten „die Herausforderung, nach der eigenen Wohnung zu suchen“, sagte Bischof Jung in seiner <a href="https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/priesterweihe-ist-uebereignung-des-lebens-an-gott/" target="_blank" class="external-link">Predigt</a>. „Jeder kennt das aus dem eigenen Leben: Wo führt die Reise hin? Wo ist der Ort, wo ich nicht nur räumlich, sondern auch geistlich ankommen kann?“ Diese Suche sei anstrengend. Auch Dürrlauf habe einen langen Weg hinter sich gebracht: vom technischen Zeichner über den Maschinenbau und die Religionspädagogik bis zum Priesterseminar. „Ich habe immer bewundert, mit welcher Entschiedenheit Sie Ihren Weg gegangen sind, um zu merken: Das ist es noch nicht. Ich freue mich sehr, dass Sie angekommen sind bei sich und bei Gott“, sagte der Bischof. Das sei ein großer Schatz und ein Geschenk. Bei allen anstehenden Veränderungen sei die eine Bleibe eine Zuflucht in Zeiten der Not und der Bedrängnis. „Das wünsche ich Ihnen von Herzen.“</p><p>Jesus sage seinen Jüngern zu, zu kommen und sie zu holen „damit auch ihr dort seid, wo ich bin“. Im eigenen Suchen geführt zu werden vom Herrn, zu spüren, dass der Herr einem entgegenkommt und vom Herrn gefunden zu werden: „Das ist das Geheimnis der Berufung“, fuhr der Bischof fort. Viele Menschen seien heute auf der Suche. Aber nur wer selber gesucht habe und wisse, welche Herausforderung diese Suche sei, könne „anderen ein Wegweiser und Begleiter sein auf der Suche nach Sinn und Erfüllung“. Dürrlauf tue das jetzt schon mit dem „Night Prayer“ in Bad Kissingen.</p><p>Jesus bekenne, er sei „der Weg, die Wahrheit und das Leben“, fuhr Bischof Jung fort. Aber man müsse sich auch auf diesen Weg begeben und dem Sohn Gottes nachfolgen. Nur dann werde man selbst erfahren, dass in ihm das Leben ist. Das sei auch Dürrlauf wichtig, der sich das Primizwort gewählt habe: „Christus ist das Leben.“ In den Sakramenten begegne der Gläubige dieser Wahrheit immer wieder neu: In der Spendung der Taufe feiere man die Wahrheit, von Christus geliebt zu werden. In jeder heiligen Messe feiere man die Wahrheit, „dass nur der sein Leben gewinnt, der bereit ist, es für diesen Christus zu verlieren“. In der Beichte erfahre man, dass es eine Vergebung der Sünden gibt, und in der Krankensalbung, dass man gerade in Krankheit und Leid nicht von Gott verlassen sei, sondern teilhabe an den Leiden Christi. „Christus selbst wirkt in seiner Kirche durch den Dienst der Priester.“</p><p>Worte alleine genügten nicht, sagte Bischof Jung. „Es ist das Lebenszeugnis, an dem man ablesen kann, ob das wirklich stimmt und stimmig ist, was einer lebt und verkündet. Zeigen Sie den Menschen den Vater, indem Sie Christus zu Ihrer Lebensmitte machen. Dann wird alles gut.“ Es gehe darum, die größeren Werke, die Jesus verheiße, immer neu sichtbar zu machen. „Danke, dass Sie sich heute zur Verfügung stellen. Der Herr vollende das gute Werk, dass er in Ihnen begonnen hat.“</p><p>Zu Beginn der Feier stellte Subregens Domvikar Dr. Christian Lutz den Weihekandidaten vor und bat ihn, vor den Bischof zu treten. Der Diakon bekundete seine Bereitschaft zur Priesterweihe mit den Worten: „Hier bin ich.“ Der Subregens versicherte sodann, dass der Kandidat für das Priesteramt geeignet sei, und bestätigte dessen guten Leumund. Vor der Erteilung der Priesterweihe versprach Dürrlauf, seinen Dienst gegenüber dem Bischof und seinen Nachfolgern in Ehrfurcht und Gehorsam zu tun. Dabei erklärte er unter anderem, sich mit seinem ganzen Leben an Christus zu binden und aus dieser Beziehung zum Heil der Menschen zu leben.</p><p>Bei der Anrufung der Heiligen lag der Weihekandidat ausgestreckt am Boden und zeigte seine Bereitschaft, sich Gott ganz hinzugeben. Dann legten ihm Bischof Jung, Weihbischof Reder sowie mehr als 30 Priester aus der ganzen Diözese Würzburg die Hände auf – seit urchristlicher Zeit Zeichen für die Beauftragung und Bevollmächtigung. Im Weihegebet bat Bischof Jung schließlich um den Geist Gottes für den Neupriester. Als „ausdeutende Zeichen“ der Weihehandlungen zog Pfarrer Oswald Sternagel, Moderator des Pastoralen Raums Ochsenfurt, dem Geweihten das priesterliche Gewand an, salbte ihm Bischof Jung die Hände, überreichte Kelch und Hostienschale und umarmte ihn zum Friedensgruß.</p><p>Am Ende des Gottesdienstes dankte Dürrlauf seiner Familie, Freunden und allen, die ihn auf seinem Weg begleitet haben „für Eure Unterstützung, viele Gespräche, fürs Mittragen und einfach für Euer Dasein“. Besonders dankte er Bischof Jung für das Vertrauen und die Bestärkung auf seinem Weg. Pfarrer Gerd Greier dankte er für die „offene und herzliche Art, mit der Du mich seit September 2024 begleitet hast. Du hast mir Vertrauen geschenkt, mich gefordert und gefördert und mich ganz selbstverständlich am priesterlichen und pastoralen Alltag teilnehmen lassen. Ich durfte bei Dir viel lernen, fachlich, menschlich und geistlich.“ Er sei überzeugt, das Gott Leben schenke, trage und immer wieder neu aufrichte, sagte Dürrlauf. „Ich möchte den Menschen mit offenem Herzen und der Hoffnung begegnen, dass Gott durch den Heiligen Geist mitten unter uns wirkt. Tragen soll mein Dienst nicht meine eigene Stärke, sondern der dreifaltige Gott, in dessen Vertrauen ich diesen Weg gehe und meinen Dienst für die Menschen gestalten möchte.“ Im Anschluss erteilte Dürrlauf den allgemeinen Primizsegen.</p><p>Verwandte, Freunde und Gläubige aus der Heimat- und Praktikumspfarrei des Weihekandidaten, Mitglieder des Domkapitels und Priester aus allen Teilen des Bistums nahmen an der Feier teil. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst vom Würzburger Domchor und dem Bläserensemble am Würzburger Dom unter der Leitung von Domkantor Julian Beutmiller mit „O magnum mysterium“ von Tomas Luis de Victoria, „Beati quorum via“ von Charles V. Stanford und „Fanfare“ von Jacques Nicolas Lemmens. Domorganist Professor Stefan Schmidt spielte die Klais-Orgel.</p><p>Die Primiz feiert der Neupriester am Pfingstsonntag, 24. Mai, um 13.30 Uhr in der Stadtpfarrkirche Sankt Andreas in Ochsenfurt. Primizprediger ist Domvikar Christoph Wittmann (München). Um 17.30 Uhr folgt ein Abendlob, danach besteht die Möglichkeit, den Einzelprimizsegen zu empfangen. Die Nachprimiz in Kleinochsenfurt wird am Fronleichnamstag, Donnerstag, 4. Juni, um 9 Uhr in der Pfarrkirche Maria Schnee gefeiert. Am Sonntag, 7. Juni, feiert Dürrlauf um 10 Uhr in der Pfarrkirche Herz Jesu in Bad Kissingen eine Nachprimiz.</p><p>Mit Wirkung vom 23. Mai ist Dürrlauf als Kaplan im Pastoralen Raum Bad Kissingen angewiesen worden.</p><p class="text-right"><em>sti (POW)</em></p><p>(2226/0543; E-Mail voraus)</p><p><strong>Weitere Bilder finden Sie hier:</strong><a href="https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1779444554RxAEFHMZnSVKij" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1779444554RxAEFHMZnSVKij</a><br />&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72582</guid><pubDate>Tue, 19 May 2026 11:36:01 +0200</pubDate><title>Priesterweihe von Benedict Dürrlauf am Samstag im Kiliansdom</title><link>https://bischof.bistum-wuerzburg.de/aktuell/na-detail/ansicht/priesterweihe-von-benedict-duerrlauf-am-samstag-im-kiliansdom/</link><description>Würzburg/Ochsenfurt/Bad Kissingen (POW) Bischof Dr. Franz Jung weiht am Samstag vor Pfingsten, 23. Mai, um 9.30 Uhr Benedict Dürrlauf (33) aus Kleinochsenfurt im Würzburger Kiliansdom zum Priester.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Im Anschluss an die Weiheliturgie sind die Gläubigen zu einem Empfang im Priesterseminar Würzburg eingeladen. Am Pfingstsonntag, 24. Mai, feiert Dürrlauf um 13.30&nbsp;Uhr in der Stadtpfarrkirche Sankt Andreas in Ochsenfurt seine Primiz, die erste heilige Messe nach der Priesterweihe. Danach sind alle zu einem Empfang auf dem Kirchplatz eingeladen. Um 17.30 Uhr folgt ein Abendlob, danach besteht die Möglichkeit, den Einzelprimizsegen zu empfangen. Am Fronleichnamsfest, 4. Juni, feiert <a href="https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/schwimmer-im-fluss-des-lebens/" target="_blank" class="external-link">Dürrlauf</a> in der Maria-Schnee-Kirche in Kleinochsenfurt eine Nachprimiz. Die Nachprimiz für den Pastoralen Raum Bad Kissingen ist für Sonntag, 7. Juni, um 10&nbsp;Uhr in der Herz-Jesu-Kirche in Bad Kissingen angesetzt. Wer den Einzelprimizsegen empfangen möchte, hat auch bei diesen Feiern die Möglichkeit dazu.</p><p>(2126/0528; E-Mail voraus)</p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Kurzmeldungen</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72546</guid><pubDate>Sun, 17 May 2026 15:43:56 +0200</pubDate><title>Katholikentags-Kaleidoskop</title><link>https://bischof.bistum-wuerzburg.de/aktuell/na-detail/ansicht/katholikentags-kaleidoskop/</link><description>Der 104. Deutsche Katholikentag ist zu Ende – Interessantes, Nachdenkliches und Amüsantes aus fünf Tagen voller Veranstaltungen</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Der 104. Deutsche Katholikentag in Würzburg ist zu Ende. Über die Großereignisse wurde ausführlich berichtet. Doch was war noch so los in den vergangenen fünf Tagen? Die Redaktionen des Medienhauses der Diözese haben gesammelt: Einblicke in spannende Workshops und besondere Gottesdienste, Blicke hinter die Kulissen und nette Begegnungen.</p><p><em><strong>Ein Gänseblümchen für Bischof Jung</strong></em></p><p>Mit einem Empfang im Innenhof des Hauses der Ausbildung in der Domerschulstraße hat Bischof Dr.&nbsp;Franz Jung am Sonntag, 17. Mai, den vielen Menschen gedankt, die durch ihren Einsatz den Katholikentag in Würzburg ermöglicht haben. Dr. Irme Stetter-Karp, Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, dankte ihrerseits für die Gastfreundschaft des Bistums Würzburg. „Der größte Blumenstrauß könnte meinen Dank nicht ausreichend widerspiegeln.“ Da sie als Bauerstochter auch „das Kleine“ sehr zu schätzen wisse, überreichte sie dem Bischof zu dessen Erheiterung ein selbst gepflücktes Gänseblümchen vom Innenhofrasen.</p><p><strong>Weitere Fotos vom Bischofsempfang finden Sie hier:</strong><em><a href="https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1779025271L7VaXgR3skASMc" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1779025271L7VaXgR3skASMc</a></em></p><p><em><strong>„Hab Mut – steig ein“: Der Weihbischof im Polizeihubschrauber</strong></em></p><p>Bei seinem Besuch am Samstag, 16. Mai, in der Einsatzzentrale der Malteser während des 104.&nbsp;Deutschen Katholikentags in der Staatlichen Feuerwehrschule bekam Weihbischof Paul Reder spontan die Einladung, in einem Polizeihubschrauber Platz zu nehmen. Dort erfuhr er beispielsweise, dass nicht einmal eine Maus, die durch ein Feld läuft, vor der Technik sicher ist – sogar aus 350 Metern Höhe. Der Weihbischof dankte allen Einsatzkräften für ihren wertvollen Dienst beim Katholikentag.</p><p>###GALERIE###</p><p><em><strong>70 Jahre Einsatz für Menschen mit einer Hörbehinderung</strong></em></p><p>Bei der Feier zum 70-jährigen Bestehen der Katholischen Gehörlosengemeinschaft des Bistums Würzburg am Samstag, 16. Mai, im Pfarrsaal Sankt Josef im Stadtteil Grombühl beglückwünschte Weihbischof Paul Reder die Gründungsmitglieder Marga Christ und Katharina Gölz und überreichte ihnen im Namen von Bischof Dr. Franz Jung jeweils eine Ehrenurkunde. „Ich finde es ganz wichtig, dass wir Gemeinschaft pflegen und immer wieder erfahren, was uns im Glauben trägt“, sagte der Weihbischof. Die Gehörlosengemeinschaft hatte während des Katholikentags auch zwei Workshops angeboten.</p><p><em><strong>Podium zum Thema Antifeminismus: Wider den Spaltpilz</strong></em></p><p>„Wer hat das Wort? Wie Antifeminismus Diskursräume verengt. Und wie wir sie wieder öffnen können“: Darüber wurde bei einem Podium am Samstag, 16. Mai, in der evangelisch-lutherischen Pfarrkirche Sankt Johannis diskutiert. Laut Katharina Barley, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, seien die „rechtsextremen Parteien inzwischen gut vernetzt und nutzen alle Themen, bei denen sich die demokratischen Parteien uneins sind, um als Spaltpilz zu wirken und uns auseinanderzudividieren. Das betrifft vor allem die Themen Umwelt- und Minderheitenschutz“. Bischof Dr. Peter Kohlgraf sah das Bistum Mainz inzwischen deutlich offener aufgestellt für geschlechtergerechte Themen. Zuletzt seien Stellen für queersensible Pastoral eingerichtet worden. Doch dauere es „keine fünf Minuten, bis online meine theologische Kompetenz angezweifelt oder mein Rücktritt gefordert wird“. Anna Klüsener, Bundesvorsitzende der Pfadfinderinnenschaft Sankt Georg, möchte Räume bieten, in denen sich Mädchen und junge Frauen frei entfalten können, geschützt vor Geschlechterrollen und Leistungsdruck.</p><p><em><strong>Der Tipp (nicht nur) für alle Ehrenamtlichen: „Gott fordert keinen Burnout von Dir“</strong></em></p><p>Das machten Pastoraltheologin Philippa Haase und Benediktinerpater Wolfgang Siegler im Workshop „Gott fordert keinen Burnout von dir. Engagieren, ohne sich zu verlieren“ am Samstag, 16. Mai, im Siebold-Gymnasium klar. Sie gaben Tipps zur Burnout-Prävention. Sie rieten unter anderem dazu, vorhandenen Erwartungsdruck bewusst wahrzunehmen und zu den eigenen Grenzen zu stehen. Da auch Schönes belastend und energiezehrend sein könne, müsse jede zusätzliche Aufgabe abgewogen und eventuell abgelehnt werden.</p><p><iframe src="https://bistumwuerzburg.podigee.io/330-glaube-debatten-begegnungen-das-fazit-zum-katholikentag-in-wurzburg/embed?context=external" style="border: 0" border="0" height="380" width="100%"></iframe></p><p><em><strong>„Orgel rockt“: Gänsehaut, Ehrfurcht, Weihnachten</strong></em></p><p>Zweimal im Dom, einmal in der Kirche Sankt Michael, und immer wegen Überfüllung vorzeitig geschlossen: Das Format „Orgel rockt“ mit Organist Patrick Gläser und Sängerin Miriam Henkel aus Öhringen zog Tausende an. Gläser präsentierte Werke von den Rolling Stones, Metallica oder Queen. Bei „An Tagen wie diesen“ von den Toten Hosen sangen alle mit. Per Handy konnte man Gefühle schicken, die als Wortwolke auf Bildschirmen angezeigt wurden, oder über die Auswahl der gespielten Stücke abstimmen.</p><p><em><strong>„Danke fürs Erkennen“ – Promis einmal anders</strong></em></p><p>Selten einen derart bescheidenen Promi erlebt: Auf dem Weg zwischen Residenz und Siebold-Gymnasium kam ZDF-Nachrichtensprecherin Gundula Gause entgegen. Markus Hauck bat sie um ein Foto, sie stimmte zu und sagte dann „Danke fürs Erkennen – und fürs Bild.“</p><p><em><strong>Engagierte Menschen erkennt man an bunten Buttons</strong></em></p><p>Birke Schmidt, Referentin für Ehrenamtsförderung im Bistum Würzburg, verteilte am Bistumsstand am Oberen Markt an Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, verschiedenfarbige Buttons, ganz nach Art der Tätigkeit. Für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gab es eine andere Farbe als für den Einsatz für Senioren oder Umwelt. „Die Leute reißen uns die Anstecker förmlich aus den Händen.“ Auch sonst herrschte reger Betrieb an Bistumsbühne und -stand. Passanten lauschten der Musik, informierten sich am Stand vom Verein Würzburger Partnerkaffee über die Vorzüge fair gehandelten Kaffees und ließen sich am Bistumsstand ein Gläschen Frankenwein kredenzen.</p><p><em><strong>Ein bisschen Luft schnappen im Trubel des Katholikentags…</strong></em></p><p>… das war am Spirituellen Rastplatz im Innenhof des Kiliansdoms mit Liegestühlen und Palettensofas möglich. Es gab Impulskarten, Kaffee und Brezen. „Man merkt schon, dass die Leute eine Viertelstunde, eine halbe Stunde ausruhen wollen“, sagte Objektleiter Alexander Schmidt. „Man geht in den Dom rein, geht hier nach hinten und hat einfach Stille, Ruhe“, beschrieb Claudia Jörder vom Katholischen Sportverband in Freiburg die Atmosphäre. Sie war mit ihrem Mann auf ein Getränk zum Rastplatz gekommen – um dem „Jubel und Trubel“ in der Stadt einen Moment zu entfliehen. Philipp Koch (14) aus Bremen hatte mit drei Freundinnen und Freunden hier einen Platz zum Mittagessen gefunden. „Wenn man den ganzen Tag rumläuft, weil es ja viel zu sehen gibt, ist es ein schöner Ort, um sich auszuruhen.“</p><p><em><strong>Wegen Überfüllung geschlossen…</strong></em></p><p>… war am Freitag, 15. Mai, das Neumünster beim Gottesdienst unter dem Motto „Wer Mut zeigt, macht Mut. Wie Adolph Kolping: Vorangehen und Andere mitnehmen“. Die Audiospur des Gottesdienstes musste sogar auf den Kiliansplatz übertragen werden, wo nochmals 200 Personen mit Kolping-Bezug Platz genommen hatten.</p><p><em><strong>„Wir haben es geschafft und die Wolken vertrieben.“</strong></em></p><p>Angela M. Lixfeld, Leiterin des Chors des Diözesan-Caritasverbands, nach dem gelungenen Auftritt auf der Bistumsbühne am Oberen Markt am Freitag, 15. Mai. Der Auftritt begann im Regen, der aber schon nach wenigen Minuten versiegte. Rund 150 Menschen lauschten unter anderem „With a little help from my friends&quot;, „Keinen Tag soll es geben“ und „May the road rise to meet you&quot;.</p><p><em><strong>„Das ist die erste Veranstaltung, bei der es von oben trocken ist.“</strong></em></p><p>Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Donnerstag, 14. Mai, beim Podium „Wir sind die Demokratie“ in der Posthalle. Beim Rundgang mit seiner Ehefrau Elke Büdenbender und Weihbischof Paul Reder auf der Kirchenmeile hatte es auf den letzten Metern noch dicke Tropfen geregnet. Was Steinmeier trocken kommentierte mit: „Es regnet nicht!“</p><p><em><strong>Was „materialbasierter Distanzunterricht“ mit dem Katholikentag zu tun hat</strong></em></p><p>Bischof Dr. Franz Jung besuchte nach dem Eröffnungsgottesdienst auf dem Residenzplatz am Donnerstag, 14.&nbsp;Mai, gemeinsam mit Schulreferent Leitender Schulamtsdirektor im Kirchendienst Jürgen Engel und den unterfränkischen Ministerialbeauftragten Marcus Ramsteiner (Realschulen) und Dr. Robert Christof (Gymnasien) das Siebold-Gymnasium, um der dortigen Schulleitung stellvertretend für alle Würzburger Schulen Danke für die Erlaubnis zu sagen, die Räumlichkeiten als Orte für den Katholikentag nutzen zu können. Möglich war das unter anderem, weil am Freitag „materialbasierter Distanzunterricht“ stattfindet – ein Wort, das der Bischof so deutsch fand, dass er es vor Ort gleich zweimal wiederholte. Schulleiter Oberstudiendirektor Hansgeorg Binsteiner freute sich, dass so viele nette Leute während des Katholikentags in das Schulhaus kämen. Bischof Jung schaute im Anschluss noch bei Angeboten für Jugendliche im Schulhaus und dem angrenzenden Ringpark vorbei.</p><p><em><strong>Clowns an die Macht</strong></em></p><p>Clowns und Kirche? In der Kirche Stift Haug passte das am Donnerstag, 14. Mai, bestens zusammen. Bei „Übermütig und aufrecht – ein Gottesdienst von und mit Clown*s“ tummelten sich etwa 15 Clowns um den Altar. Pantomimisch stellten sie Botschaften dar wie: „Zusammen ist man stärker“, „Hab Mut“ oder „Jeder Mensch ist wertvoll“. Beim Singen eines Psalms strömten sie bei „Das Wort verbreitete sich in die Welt“ in den Kirchenraum aus. Der erste Clown wisperte einem Besucher etwas ins Ohr, der drehte sich zu seinem Sitznachbarn und flüsterte etwas in dessen Ohr. Per Flüsterpost verbreiteten sich Botschaften: „Du bist ein Geschenk Gottes“ – „Freude“ – „Etwas Wunderbares ist passiert“. Es sei nicht einfach gewesen, zu entscheiden, wie die Clowns den Gottesdienst gestalten, sagte eine Darstellerin später. Aber eines wollten sie weitergeben: Freude und Heiterkeit. „Clowns bringen Verspieltheit mit, und das ist das Allerwichtigste: Loslassen und ein bisschen kindliche Verspieltheit an alle weitergeben.“</p><p><em><strong>„Eine Kirche, die in der Tradition von Jesus steht, der sich für die Armen, Bedrängten und Ausgestoßenen eingesetzt hat, muss sich deutlich für die Menschen- und Bürgerrechte aller positionieren.“</strong></em></p><p>Julia Duchrow, Generalsekretärin von Amnesty International Deutschland, beim politischen Nachtgebet „Aufstehen für Menschenrechte“ am Donnerstag, 14. Mai, in der Augustinerkirche. „Wir dürfen Meinungsfreiheit nicht mit Gewissensfreiheit gleichsetzen. Mit Meinungsfreiheit geht die Verpflichtung einher, die Menschenwürde jedes Einzelnen zu achten.“ Es gehe nicht darum, die Position derer zu teilen, die gegen etwas protestieren, sondern darum, dass die Freiheitsrechte von Mitbürgern nicht eingeschränkt werden dürften.</p><p><em><strong>Ein Wimmelbild-Truck für das Erzbistum Berlin</strong></em></p><p>Der Berliner Erzbischof Dr. Heiner Koch segnete im Innenhof des Areals der Erlöserschwestern den neuen Truck der „Jubiläums-Pastoralley“ des Erzbistums Berlin. 2030 feiert die Erzdiözese ihr 100-jähriges Bestehen. Der Fläche nach ist sie mehr als drei Mal so groß wie das Bistum Würzburg. Um besser präsent zu sein, haben Mitarbeiter des Bereichs Pastoral die Idee eines Trucks entwickelt. Foliert ist das Fahrzeug mit Wimmelbildern im Scribble-Style, welche die drei Bistumsteile Berlin, Brandenburg und Vorpommern zeigen: von der Hedwigs-Kathedrale in Berlin bis zum Ozeaneum in Stralsund. Dargestellt sind unter anderem das Benediktinerinnenkloster Sankt Gertrud und eine Feier zu Ehren des heiligen Otto von Bamberg, der vor 900 Jahren Pommern missionierte.</p><p><em><strong>Eine Auszeit bei Knoblauchsrauke und Vogelstimmen…</strong></em></p><p>…boten die spirituellen Naturerlebnisexkursionen am Nikolausberg mit Moraltheologe Professor Dr.&nbsp;Michael Rosenberger und Karl-Georg Schönmüller, Leiter des Forstbetriebs der Stadt Würzburg. Die jeweils rund 35 Teilnehmer entdeckten die Schöpfung mit allen Sinnen, fühlten die Rinde von Bäumen, rochen an Knoblauchsrauke, lauschten Wind und Vogelstimmen. Dazu gab es inspirierende Texte und den Hinweis auf die Enzyklika Laudato Si', in der Papst Franziskus zur Bewahrung der Schöpfung aufruft. Weihbischof Rolf Lohmann (Münster), Vorsitzender der Arbeitsgruppe für ökologische Fragen der Deutschen Bischofskonferenz, segnete einen frisch gepflanzten Amber-Baum.</p><p><em><strong>Für die Solidarität mit und die Gebete für das ukrainische Volk…</strong></em></p><p>… dankte Bischof Dr. Bohdan Dzyurakh, Apostolischer Exarch für die katholischen Ukrainer des byzantinischen Ritus in Deutschland und Skandinavien, bei einem Abendgebet im byzantinischen Ritus am Donnerstag, 14. Mai, in der Franziskanerkirche.</p><p><em><strong>Bischöflicher Segen für die Rettungskräfte</strong></em></p><p>Am Mittwoch, 13. Mai, begrüßten die Malteser Bischof Dr. Franz Jung in der Helfendenunterkunft an der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg. Der Bischof nahm an der morgendlichen Stabsbesprechung teil und erhielt einen umfassenden Einblick in den Einsatz sowie in die vielfältigen Aktivitäten rund um den Katholikentag. Zum Abschluss spendete Bischof Jung den Segen und betete gemeinsam mit den Maltesern für einen sicheren und reibungslosen Verlauf des Einsatzes.</p><p><em>Auch die Eisheiligen packen ihre Koffer und verabschieden sich vom 104. Deutschen Katholikentag. Erstmals seit Beginn des Großereignisses heißt es am Sonntag, 17. Mai, kurz nach 14 Uhr in der Wettervorhersage: „Es wird wärmer…“</em></p><p class="text-right">mh/sti/chd/seh/raru/ub/hela (POW)</p><p>(2126/0510; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category><category>Weihbischof Paul Reder</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72545</guid><pubDate>Sun, 17 May 2026 14:59:53 +0200</pubDate><title>„Brandherde löscht man nicht durch Zuschauen“</title><link>https://bischof.bistum-wuerzburg.de/aktuell/na-detail/ansicht/brandherde-loescht-man-nicht-durch-zuschauen/</link><description>Katholikentag endet mit Appell für Frieden und Gerechtigkeit – Bischof Wilmer, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, mahnt im Schlussgottesdienst, Christen dürften angesichts von Krieg, Leid und Judenhass nicht schweigen</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Mit einem eindringlichen Appell zu mehr Engagement für Frieden und Gerechtigkeit hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, den 104. Deutschen Katholikentag in Würzburg beendet. „Die Welt brennt“, sagte der ernannte Bischof von Münster am Sonntag, 17. Mai, im Abschlussgottesdienst. Christen dürften angesichts von Kriegen und humanitären Katastrophen nicht tatenlos bleiben. Das ZDF übertrug die Feier live.</p><p>Besonders verwies Wilmer auf die Lage im Sudan. Dort erlebten 33 Millionen Menschen die größte humanitäre Katastrophe der Gegenwart, sagte er. Rund zwölf Millionen Menschen seien auf der Flucht. „Brandherde löscht man nicht durch Zuschauen.“ Der christliche Glaube sei kein Rückzug aus der Welt, sondern ein Auftrag zum Handeln, betonte Wilmer. Hoffnung sei „Gabe und Aufgabe“. Wer hoffe, sehe die Wirklichkeit und wolle sie verändern. Christen seien dazu aufgerufen, Frieden zu stiften und Verantwortung für die Welt zu übernehmen.</p><p>Die Kirche dürfe keine Angst vor den Herausforderungen der Zeit haben, sagte Bischof Wilmer weiter. „Habt keine Angst, eine verbeulte Kirche zu sein.“ Eine Kirche, die hinausgehe und sich den Nöten der Menschen stelle, werde vielleicht angegriffen und missverstanden, „aber sie wird leuchten“.</p><p>Lobend erwähnte der Bischof auch Papst Leo XIV. als „unerschrockenen Anwalt des Friedens“. Dieser lasse sich auch dann nicht einschüchtern, wenn Mächtige versuchten, ihn lächerlich zu machen. Für diese und weitere Passagen spendeten ihm die Gläubigen spontan Applaus. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Katholikentags rief der Bischof zum Abschluss der Veranstaltung auf, den Schwung der vergangenen Tage mit in ihren Alltag zu nehmen. „Hab Mut, steh auf!“, sagte er. Kirche und Welt bräuchten immer wieder neue Aufbrüche.</p><p>Zu den Fürbitten waren die Gottesdienstbesucher eingeladen, via QR-Code und Handy ihre persönlichen Gebetsanliegen zu senden. Auf der großen Videoleinwand entstand daraus eine imposante Wortwolke.</p><p>Vor dem Schlusssegen luden Dr. Thorsten Latzel, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, und Torsten Zugehör, Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchentags, zum 40. Deutschen Evangelischen Kirchentag vom 5. bis 9. Mai 2027 nach Düsseldorf ein. Dieser steht unter dem Motto „Du bist kostbar“.</p><p>Paderborns Erzbischof Dr. Udo Bentz und Nadine Mersch, Vorsitzende des Diözesankomitees Paderborn, sprachen eine Einladung zum 105. Deutschen Katholikentag aus, „den wir vom 24. bis 28.&nbsp;Mai 2028 im schönen Paderborn begehen, der Stadt an den Quellen. Noch nie zuvor fand ein Katholikentag in unserer Stadt und unserer Region statt – es ist also höchste Zeit dafür!“, sagte der Erzbischof. Mersch ergänzte: „Im Sommer leben wir beim weithin bekannten Liborifest seit jeher die drei Ks – Kirche, Kirmes und Kultur. Wir sind also bestens vorbereitet auf ein viertes K – den Katholikentag!“</p><p>Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, rief dazu auf, auch im Einsatz gegen Antisemitismus Mut zu haben und aufzustehen. Antisemitismus bedrohe nicht nur jüdisches Leben in Deutschland, sondern richte sich auch gegen Demokratie, Freiheit und das Fundament des Zusammenlebens. Der Kampf gegen Judenhass brauche Mut, Ausdauer und den Glauben an die Würde jedes Menschen. Schuster appellierte an die Gläubigen: „Stehen Sie auf gegen Judenhass und für unsere Werte.“</p><p>Dr. Irme Stetter-Karp, Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, erklärte zum Ende, „die Würzburger Gastgeber*innen haben uns das Bistumsmotto ‚Christsein unter den Menschen‘ spürbar erleben lassen“. Gemeinsam sei das Katholikentags-Leitwort „Hab Mut, steh auf!“ mit Leben gefüllt worden. „Dabei haben wir uns auch gemeinsam gegen Hass und Hetze gestellt. Denn wir sagen: nicht mit uns! Gemeinsam stehen wir auf für die Demokratie, für Frieden und Gerechtigkeit!“ Stetter-Karp ermunterte, genau das mitzunehmen für die Herausforderungen der Gegenwart und gemeinsam daran zu arbeiten sowie auf Möglichkeiten der Veränderung zu vertrauen.</p><p>Musikalisch gestalteten die Junge Domkantorei Würzburg sowie das Björn-Becker-Oktett unter der Leitung von Domkapellmeister Alexander Rüth und Domkantor Julian Beutmiller, das Singer-Songwriter-Duo „Carolin No“ sowie ein Gemeindechor unter der Leitung von Martin Rathmann den Gottesdienst. Die Arrangements waren von Björn Becker, das Jazzarrangement des Schlusslieds „Mache dich auf, werde Licht“ stammte von Stephan König.</p><p class="text-right">mh (POW)</p><p>(2126/0521; E-Mail voraus)</p><p><strong>Weiter Bilder finden Sie hier: </strong><em><a href="https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1779022746xKnI5Mkaf8GPBQ" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1779022746xKnI5Mkaf8GPBQ</a></em></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Startseite</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72536</guid><pubDate>Sat, 16 May 2026 20:13:39 +0200</pubDate><title>Wie aus Menschen Helfer werden</title><link>https://bischof.bistum-wuerzburg.de/aktuell/na-detail/ansicht/wie-aus-menschen-helfer-werden/</link><description>Biblischer Dialog mit Bischof Jung und Bundestagsabgeordneter Ricarda Lang – Was bedeutet die Geschichte von Bartimäus heute?</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Bischof Dr. Franz Jung und Bundestagsabgeordnete Ricarda Lang haben am Samstag, 16. Mai, einen Biblischen Dialog auf dem 104. Deutschen Katholikentag geführt. Rund 1200&nbsp;Menschen besuchten die Veranstaltung in der Posthalle, bei der es um ausgewählte Momente in der Geschichte des blinden Bettlers Bartimäus aus dem Markusevangelium ging sowie um die Frage, was die Bibelstelle, aus der das Katholikentags-Motto stammt, für die heutige Gesellschaft bedeutet.</p><p>Der erste Moment, den Bischof Jung und Lang diskutierten, war der laute Ruf des Bartimäus. Lang bezeichnete diese Szene als einen Moment der Selbstwirksamkeit. „Dieses Bild spricht für mich für den Grundsatz: Jeder ist Jemand.“ Bischof Jung stellte angesichts des lauten Rufens von Bartimäus die Frage in den Raum, wann die Rufe von Bedürftigen in der Gesellschaft, aber auch in der Kirche gehört werden. „Bartimäus muss ja mehrmals laut rufen und sagt sich, entweder jetzt oder nie.“ Bischof Jung nannte die Corona-Krise als einen exemplarischen Moment, als Probleme in der Gesellschaft sichtbar wurden, obwohl diese schon länger existierten. „Plötzlich kam die Frage: Wie ist das denn mit den älteren Menschen in der Gesellschaft, wie ist das mit dem Pflegenotstand und was ist mit den Künstlern?“ Es sei die Aufgabe von Politik und Kirche, ein offenes Ohr für diesen Notschrei zu haben.</p><p>Die zweite wichtige Stelle war zugleich das Motto des Katholikentags. „Hab Mut, steh auf“ – die Worte, welche die Jünger Jesu Bartimäus im Evangelium zurufen. Lang betonte in diesem Zusammenhang die anfängliche Reaktion der Jünger, welche Bartimäus zunächst befohlen hatten, zu schweigen. „Die erste Reaktion der Jünger, und das können wir auch auf die heutige Gesellschaft übertragen, ist, die Person, die als außenstehende Figur sich Gehör verschaffen möchte, zum Schweigen zu bringen. Erst als Jesus sich Bartimäus zuwendet, sagen die Jünger: Hab Mut, steh auf.“ In der Bibelstelle sei nicht nur Bartimäus der Blinde, sondern auch die Jünger und die Menschenmenge. „Sie sind blind für sein Leiden und seine Not. Doch die Jünger zeigen auch Mut, indem sie sich für Bartimäus öffnen.“ Im Blick auf das gesellschaftliche Zusammenleben in Deutschland sei es laut Lang eine zentrale Frage, wie Menschen, die weghören, zu Helfern werden können.</p><p>Bischof Jung erklärte, dass „Hab Mut, steh auf“ auch ein Wort der Umkehr der Kirche sei. „Die Menge reagiert erst, als Jesus stehenbleibt“. Es sei auch die Rolle der Kirche und des Bistums Würzburg, die Rolle der Ermächtigten zu sein. „Unsere Mission besteht darin, Menschen Mut zu machen, Christus zu begegnen und ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen“, betonte Bischof Jung. Jesus sei in dieser Geschichte ein Exempel dafür, wie man Hilfesuchenden begegnen solle. „Jesus sagt nicht: Ich weiß, was für dich gut ist. Sondern er fragt: Was wäre für dich gut?“ Bischof Jung zog Parallelen zu Hilfsangeboten und mahnte, dass diese nicht an den eigentlichen Bedürfnissen von Hilfesuchenden vorbeigehen dürften. Das sei auch der Grund, warum das Bistumsmotto „Christsein unter den Menschen“ laute. Es gehe darum, mit den Menschen zu fragen, was in einem bestimmten Moment guttun würde.</p><p>Lang betonte, wie viel Demut die vorrausgegangene Frage von Jesus zeige, indem er Bartimäus zunächst fragt. Aber auch der Wunsch von Bartimäus zeige Demut. Er sei nicht an Macht oder Reichtum interessiert, sondern daran, erkennen zu können. Lang bezeichnete Demut als etwas, was in der Gesellschaft immer seltener zu sehen sei. „Ich habe das Gefühl, dass wir in unserer Gesellschaft sehr auf das Individuum fokussiert sind und erwarten, dass das Individuum in alle Richtungen handlungsfähig ist.“ Gerade die Demut zu sagen, dass man selbst nicht das Größte sei, sondern Teil von etwas Größerem, sei für sie eine enorme Kraft.</p><p class="text-right">pdf (POW)</p><p>(2126/0515; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72527</guid><pubDate>Sat, 16 May 2026 14:07:11 +0200</pubDate><title>Lichtshow, Lobpreis und Anbetung</title><link>https://bischof.bistum-wuerzburg.de/aktuell/na-detail/ansicht/lichtshow-lobpreis-und-anbetung/</link><description>„The Tabernacle“ verbindet moderne Inszenierung mit klassischen Formen katholischer Spiritualität – Gottesdienst mit Bischof Dr. Franz Jung</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Von Lobpreis bis Lichtshow, von persönlichen Glaubensbekenntnissen bis zu eucharistischer Anbetung: Das Event „The Tabernacle“ in der Würzburger Tectake-Arena hat am Freitag, 15. Mai, während des 104. Deutschen Katholikentags Jugendliche aus ganz Deutschland nach Würzburg gelockt. Auffällig war, dass die wenigsten der rund 600 Besucher am eigentlichen Katholikentag teilnahmen, sondern eigens für die Veranstaltung des Vereins „Charismatische Erneuerung“ und der Initiative „Jugend für Kirche“ anreisten. Bischof Dr. Franz Jung hielt den Gottesdienst und übernahm bei der anschließenden Anbetung persönlich die Aussetzung des Allerheiligsten.</p><p>„Bist du bereit für eine Begegnung, die alles verändert?“, fragte Moderator Samuel Hartl (21) zu Beginn des gut dreistündigen Events. Volker Sehy, Priester aus dem Bistum Speyer, verlas vor dem Gottesdienst ein Grußwort von Papst Leo XIV., übermittelt von Paolo Rudelli, Substitut des Staatssekretariats im Vatikan. „In diesen Tagen vor Pfingsten betet die ganze Kirche in besonderer Weise um den Heiligen Geist“, heißt es in dem Schreiben aus Rom. „Er möge unsere Herzen besuchen, unsere Zungen reden machen, unsere Sinne erhellen, uns Liebe eingießen, uns an Leib und Seele stärken und den Frieden schenken, nach dem sich die Welt und jeder Einzelne im Herzen sehnt.“ Die Teilnehmer ermunterte der Papst, sich fest zu machen im Glauben, „um in den Herausforderungen des Lebens zu bestehen, ja, um sie mutig und hoffnungsvoll anzugehen, weil wir erfahren haben und darauf vertrauen, dass der Herr mit uns ist, dass er bei uns bleibt und dass er alles, was wir in seinem Namen beginnen, zur Vollendung führen wird“. Papst Leo XIV. wünschte ein „gnadenreiches Treffen“ und erteilte den apostolischen Segen.</p><p>„Wir glauben, dass sich Gott über uns freut“, sagte Hartl. Glaube werde in Gemeinschaft lebendig, da, wo Menschen zusammenkommen, „und genau das machen wir heute“, ergänzte Co-Moderatorin Helena Vettermann (24). Mehrere Redner gaben zudem ganz persönliche Glaubenszeugnisse ab. Lukas Golla (34) etwa berichtete von Selbstzweifeln und Sorgen, die er mit Lebenstipps aus dem Handy überdeckte. „Es ist einfach, in einer Welt zu versinken, in der alles schön ist“, erzählte er. Die Begegnung mit Jesus dagegen gehe tiefer. Moderator Hartl kündigte den Gottesdienst und die eucharistische Anbetung als „zertifizierte Momente der Gottesbegegnung“ und als „echte Momente in schwierigen Zeiten“ an.&nbsp;</p><p>„Gott wird immer größer sein als die Box, in die wir Menschen ihn hineinzustecken versuchen“, sagte Rednerin Elisabeth Regnet (28) aus Salzburg. Sie berichtete, dass sie beim Beten durch die Wohnung tanze, vor dem Bett knie oder mit dem Fahrrad unterwegs sei. „Gott hat die Fülle für dich“, lautete eine ihrer Botschaften. Das Leben müsse nicht immer perfekt und „instagramable“ sein: „Das ist dein Leben, kein anderer kann es leben, Gott hat dich berufen.“</p><p>In seiner Predigt zitierte Bischof Jung den heiligen Augustinus: „Am Ende werden wir in seiner Gegenwart ruhen und schauen, schauen und lieben, lieben und loben, und das bis zum Ende ohne Ende.“ In Kapitel 16 des Johannesevangeliums gehe es um die Urangst, einen Menschen zu verlieren. Jesus Christus sei jedoch immer da und begleite uns in allen Abschnitten unseres Lebens. „Immer dann, wenn Menschen mit dem Herzen beisammen sind, erübrigen sich alle Fragen“, sagte der Bischof und rief die Jugendlichen dazu auf, den Herrn als die Mitte des Lebens zu finden.</p><p>Auch Initiator und Projektleiter Samuel Tussing (21) aus der Pfalz berichtete von seinem Glaubensweg und seinem frommen Elternhaus. Er rief die Teilnehmer auf, mit ihm gemeinsam das Taufversprechen zu erneuern und so Gott neu zu begegnen. Vor zwei Jahren hatte er die Idee, während des Katholikentags ein Jugendevent mit charismatischer Ausrichtung zu organisieren. Als er Bischof Jung erzählte, dass er dafür die Tectake-Arena angemietet habe, sagte der Bischof seine Teilnahme spontan zu. „Mir war von Anfang an wichtig, dass der Katholikentag auch ein spirituelles Ereignis wird“, begründete der Bischof &nbsp;seine Unterstützung. Dazu würden unterschiedliche Formate gehören. Es sei ihm wichtig gewesen, in diesem Rahmen die Eucharistie als „das große Geschenk des Lebens“ zu feiern. „Alle Erneuerung kommt aus der Anbetung und aus der stillen Zeit vor dem Allerheiligsten“, sagte er unter anderem mit Blick auf die Zunahme von Erwachsenentaufen in Frankreich.</p><p>Initiator Tussing berichtete, dass das Event in Würzburg nur mit Unterstützung durch rund 140 Ehrenamtliche möglich war. Die Kosten lägen bei mehr als 100.000 Euro, trotzdem sei es der Initiative „Jugend für Kirche“ wichtig, dass der Eintritt kostenlos war. Während der Messe wurde um Spenden gebeten. Hinter der Veranstaltung stehen laut Tussing rund 25 Unterstützer, die sich zum Teil an dem Abend präsentierten, darunter katholische Medien wie die Fernsehsender EWTN und K-TV oder die Zeitung „Die Tagespost“. Tussing hoffte, dass die Kosten durch Spenden noch gedeckt würden und somit „The Tabernacle“ spätestens beim nächsten Katholikentag 2028 in Paderborn wiederholt werden könne.</p><p>Die Veranstaltung ist auf YouTube abrufbar unter <a href="https://www.youtube.com/live/a6nBNGW-FO0" target="_blank" rel="noreferrer">https://www.youtube.com/live/a6nBNGW-FO0</a>.</p><p class="text-right"><em>raru (Würzburger katholisches Sonntagsblatt)</em></p><p>(2126/0511; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Weitere Bilder finden Sie hier:</strong><a href="https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1778933151RY5J2ZEtayebkJ" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1778933151RY5J2ZEtayebkJ</a></em><br />&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72519</guid><pubDate>Fri, 15 May 2026 23:27:17 +0200</pubDate><title>Zeichen des guten Miteinanders</title><link>https://bischof.bistum-wuerzburg.de/aktuell/na-detail/ansicht/zeichen-des-guten-miteinanders/</link><description>Kardinal László Német und drei Bischöfe tragen sich ins Goldene Buch der Stadt Würzburg ein</description><content:encoded><![CDATA[<p class="Dachzeile1"><strong>Würzburg </strong>(POW) Die Stadt Würzburg hat beim 104. Deutschen Katholikentag hochrangige Kirchenvertreter im Wappensaal des Rathauses empfangen. Kardinal László Német, serbischer Ordensgeistlicher von den Steyler Missionaren und Erzbischof von Belgrad, trug sich ins Goldene Buch der Stadt ein. Ebenso Bischof Heiner Wilmer, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz und ernannter Bischof von Münster, Bischof Dr. Franz Jung und Christoupolis Emmanuel Sfiatkos, Vikarbischof der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland. „Mit Ihrer Unterschrift reihen Sie sich ein in die Chronik einer Stadt, die seit dem Wirken der Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan tief im christlichen Glauben verwurzelt und gleichzeitig eine moderne, weltoffene europäische Kommune ist“, sagte Oberbürgermeister Martin Heilig. Er dankte den Kirchenmännern für den Besuch und die Wertschätzung, die sie damit gegenüber der Stadt zeigten. Bischof Jung wiederum dankte für die „schöne Geste“, die zeige, wie gut das Miteinander von Stadt und Kirche sei.</p><p>Es sei ein besonderes Privileg für ihn, den Kardinal und die drei Bischöfe gemeinsam mit Tausenden von Menschen während des 104. Deutschen Katholikentags in Würzburg begrüßen zu dürfen. Der Wappensaal als Ort passt nach den Worten Heiligs dazu hervorragend. Hier kämen regelmäßig Menschen zusammen. Die Fahnen der Partnerstädte stünden zudem für „lebendige Verbindungen in alle Welt mit vielen wunderbaren Kontakten und Traditionen“.</p><p>Würzburg zeige sich aktuell von seiner lebendigsten Seite, erklärte Heilig weiter. „Als Ausrichtungsort dieses tollen christlichen Treffens erleben wir, wie sich unsere Straßen und Plätze in Orte der Begegnung, des Gebets und des intensiven Dialogs verwandeln. Ihr Besuch ist ein Moment des Innehaltens und der gegenseitigen Wertschätzung zwischen der Stadt und der Kirche.“</p><p>Heilig würdigte Kardinal Német, 2022 zum Erzbischof von Belgrad ernannt und von Papst Franziskus 2024 zum ersten serbischen Kardinal der jüngeren Kirchengeschichte ernannt, als Vertreter einer synodalen und dialogorientierten Kirche. Er fungiere als Brückenbauer zwischen Ost- und Westeuropa. Diese Erfahrung als Brückenbauer mache seine Anwesenheit in einer Zeit, die nach Orientierung und Zusammenhalt sucht, „unschätzbar wertvoll“.</p><p>Bischof Wilmer leite künftig mit Münster das mittlerweile größte Bistum Deutschlands. Im Februar wurde er in Würzburg zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt. „Das unterstreicht das enorme Vertrauen, das Ihre Mitbrüder in Ihre Person, Ihre theologische Klugheit und Ihre Gabe zur Moderation setzen.“ Für das verantwortungsvolle Amt in einer Phase großer Transformationsprozesse in der Kirche wünschte der Oberbürgermeister Wilmer viel Kraft.</p><p>Bischof Jung charakterisierte Heilig als „entscheidungsstark, empathisch und wortgewandt, gerade auch gegenüber den Engagierten in den Gemeinden vor Ort“. Er sei zudem sehr sportlich, was er beim Residenzlauf vor drei Wochen bewiesen habe.</p><p>Bischof Sfiatkos wirke in Berlin in der Griechisch-Orthodoxen Gemeinde mit dem „wunderbaren Namen ‚Christi Himmelfahrt‘“ und sei zugleich der erste in Deutschland geborene Vikarbischof der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland. „Sie sind also ein wahrer Brückenbauer über Glaubensrichtungen hinweg und ein absoluter Fürsprecher der Demokratie.“ Dieses Bekenntnis passe hervorragend zum Katholikentag mit seinen Demokratie-Schwerpunkten.</p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><i>mh (POW)</i></span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif">(2126/0505; E-Mail voraus)</span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><b><i><u>Hinweis für Redaktionen:</u></i></b><i> Fotos abrufbar im Internet </i></span></span></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Würzburg</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72517</guid><pubDate>Fri, 15 May 2026 21:55:36 +0200</pubDate><title>Podium, Protest und eine Kickerpartie</title><link>https://bischof.bistum-wuerzburg.de/aktuell/na-detail/ansicht/podium-protest-und-eine-kickerpartie/</link><description>Bundeskanzler Friedrich Merz auf dem 104. Deutschen Katholikentag in Würzburg – Podium „Gemeinsam Zukunft gestalten“ mit jungen Menschen – Demonstration vor dem Congress Centrum – Spaziergang über die Kirchenmeile – Begegnung mit Helferinnen und Helfern</description><content:encoded><![CDATA[<p class="Dachzeile1"><strong>Würzburg </strong>(POW) Bundeskanzler Friedrich Merz hat am Freitag, 15. Mai, den 104. Deutschen Katholikentag in Würzburg besucht. Bei einem Podium zum Thema „Gemeinsam Zukunft gestalten“ diskutierte er am Vormittag mit jungen Leuten, bevor er auf der Kirchenmeile das Gespräch mit engagierten Menschen suchte. Zum Abschluss schaute er in der Zentrale für die Helferinnen und Helfer bei den Erlöserschwestern vorbei. Der Besuch verlief nicht ohne Störungen. Vor Beginn des Podiums kam es zu Protesten vor dem Congress Centrum, und auch in der Diskussion gab es Zwischenrufe, Plakate und Trillerpfeifen. Zwei Personen wurden des Raumes verwiesen.</p><p>Klimaschutz, die aktuelle Situation der USA, die Wirtschaftslage, Rechtsruck, KI und Social-Media-Verbot: Beim Podium „Gemeinsam Zukunft gestalten“ im Congress Centrum wird eine große Themenpalette diskutiert. Mit Merz auf dem Podium sitzen Amy Kirchhoff, Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz, und Lisa Quarch, Geistliche Leiterin des Bunds der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Was sie dem Bundeskanzler empfehlen würde, um der jungen Generation Zukunftsängste zu nehmen, will Moderator Professor Manuel Hartung von Kirchhoff wissen. „Ich glaube, dass man Jugendliche sehr, sehr gut über soziale Medien erreichen kann. Und ich glaube, dass das ein Weg ist, der sehr viel stärker genutzt werden muss“, antwortet diese. Insbesondere eine Partei sei dort sehr groß vertreten. „Ich glaube, dass man sich diesen Raum auch als demokratischen Raum zurückholen muss, weil man auch genau da Kinder und Jugendliche erreicht.“</p><p>Merz kann die Argumentation verstehen, äußert jedoch Bedenken. „KI-gesteuerte Fake-News-Filme“ etwa seien auf den ersten Blick gar nicht als Fälschungen erkennbar. Quarch macht einen Vorschlag, wie man den demokratischen Raum in den sozialen Medien zurückgewinnen könnte. Sie würde selbst viel „religiöse und demokratische Bildung“ auf TikTok machen und erlebe dabei, „dass es was bringt. Gerade auf TikTok sind so viele junge Menschen, die in einem engen Weltbild gefangen sind, und gute Aufklärungsarbeit führt dazu, dass sich Menschen daraus befreien können.“</p><p><iframe src="https://bistumwuerzburg.podigee.io/329-im-fragenhagel-bundeskanzler-friedrich-merz-beim-katholikentag/embed?context=external" style="border: 0" border="0" height="380" width="100%"></iframe></p><p>Einige Jugendliche und junge Erwachsene dürfen dem Bundeskanzler Fragen stellen. Johanna Chwalczyk (17), Oberministrantin in Lengfurt im Landkreis Main-Spessart, will beispielsweise wissen, wie er zur Herabsetzung des Wahlalters steht. „Was qualifiziert denn jemanden in Baden-Württemberg, ab 16 Jahren zu wählen, und in Bayern erst ab 18? Sind wir in Bayern weniger gebildet?“ Im Bezug auf die Bundestagswahl hat Merz eine eindeutige Meinung: „Ich würde es für den Deutschen Bundestag gerne dabei belassen, dass wir das aktive und das passive Wahlrecht bei 18 Jahren lassen.“ Er begründet das mit der hohen Verantwortung. Er habe noch keine Gegenargumente gefunden, die ihn wirklich überzeugt hätten. Zufrieden ist Chwalczyk mit dieser Antwort nicht. Merz habe gesagt, dass er es gut fände, dass bei Landtags- und Kommunalwahlen das Alter gesenkt werde. „Warum sind denn Landtagswahlen mit weniger Verantwortung verknüpft?“</p><p>Susanne Ackva (21) hätte den Kanzler gerne gefragt, welche konkreten Vorschläge er habe, um jungen Menschen eine Perspektive in der demokratischen Mitte zu geben. Ackva kommt aus Würzburg, studiert Lehramt in Leipzig und ist im Eine-Welt-Team der Katholischen jungen Gemeinde (KjG) aktiv. Durch ihr Studium habe sie viel Kontakt zu Schülerinnen und Schülern und dabei die Erfahrung gemacht, dass viele „rechts“ seien. Ackva kommt jedoch nicht an die Reihe.</p><p>Merz erklärt in der Diskussion auch, dass er mehr Optimismus verbreiten wolle. Er sei überzeugt, dass es wenige Länder auf der Welt gebe, die so großartige Chancen böten wie Deutschland, auch für junge Menschen. „Ich bin ein großer Bewunderer Amerikas. Meine Bewunderung nimmt im Augenblick nicht zu“, sagt er. Er würde seinen Kindern heute nicht empfehlen, dort ausgebildet zu werden. „Heute haben die Bestausgebildeten in Amerika große Schwierigkeiten, einen Job zu finden.“</p><p>Zu seiner Kommunikation zeigt sich der Kanzler nachdenklich. „Ich beschäftige mich in den letzten Wochen mit immer größerer Intensität mit der Frage: Woran liegt es, dass es mir offensichtlich nicht gelingt, die Menschen im Lande hinreichend zu erreichen? Auch zu überzeugen, dass der Weg, den wir versuchen, in der Regierung einzuschlagen, den ich versuche einzuschlagen, der Richtige ist?“ Er wisse, dass er in seiner Kommunikation etwas verbessern müsse, damit diese Botschaft besser verstanden werde. Der erste Schritt sei, den Menschen die weit verbreitete Zukunftsangst zu nehmen.</p><h3>Gespräche und Kickerpartie auf der Kirchenmeile</h3><p>Wo es zuvor auf den Wegen zwischen den Zelten auf der Kirchenmeile am Viehmarkt lediglich gut besucht war, wird es nach zwölf Uhr Mittag plötzlich sehr eng. Begleitet von einem großen Aufgebot an Sicherheitskräften betritt der Bundeskanzler nach dem Überschreiten der Friedensbrücke die Kirchenmeile. Am Stand des Katholischen Deutschen Frauenbunds (KDFB) warten ein Dutzend Fotografen und Kameraleute auf ihn – und Anja Karliczek, Präsidentin des KDFB Deutschland, Bundestagsabgeordnete und ehemalige Bildungs- und Forschungsministerin, sowie Vizepräsidentin Dr. Monika Arzberger.</p><p>An einem Prägeautomaten laden sie den Kanzler an, sich ein Medaillon mit dem Gesicht von Ellen Amman zu prägen. Der frauenbewegten Katholikin ist es maßgeblich zu verdanken, dass der Katholische Deutsche Frauenbund bis heute in Bayern der bedeutendste und mitgliederstärkste Frauenverband ist. „Klappt wohl net“, höhnt einer der Zuschauer, als Merz gefühlt zum zwölften Mal die Kurbel gedreht hat, ohne dass etwas passiert ist. Dann greift Karliczek ein, die entdeckt hat, dass zwar das zu prägende 5-Cent-Stück in der Maschine ist, die 1-Euro-Münze, die an die Bahnhofsmission in Würzburg geht, aber noch im Schlitz klemmt. Zwei Meter weiter im Pavillon steht ein besonderer Tischkicker: Statt der üblichen Männerfiguren sind hier nur Spielerinnen vertreten. Merz und Karliczek spielen im Team gegen Dr. Irme Stetter-Karp und Bischof Dr. Franz Jung. Mit 1:0 für das Team Merz endet die schnelle Partie.</p><p>„Ohne Frauen ist kein Staat zu machen“, steht auf der Stellwand hinter dem Stehtisch, an dem Merz zwischen Karliczek und Arzberger für eine Unterhaltung Platz nimmt. Wegen des Sicherheitsabstands ist wenig davon mitzubekommen. „Ich habe ihm gesagt, dass wir bei der Parität auch in unserer CDU Fortschritte machen müssen“, erzählt die Bundestagsabgeordnete später. Das sei aber schwierig, wenn nur jedes vierte Mitglied eine Frau sei. „Und wir haben dem Kanzler gesagt, dass die Anrechnungsgrenze bei der Hinterbliebenenversorgung für Frauen sehr nachteilig ist. Kurz gesagt: Wir müssen überprüfen, ob sich Arbeit an jeder Stelle lohnt.“ Küsschen links, Küsschen rechts für Karliczek, dann ziehen der Kanzler und sein Tross weiter.</p><p>Die vielen Handys, die nach oben gereckt werden, um ein Bild zu machen oder ein kurzes Video zu drehen, sind kaum zu zählen. Ein Fotograf hat einen Moment nicht aufgepasst: Schwupps, ist er zur Seite gedrängt und kann nur noch von hinten verfolgen, wie der Kanzler den Stand von Renovabis besucht.</p><p>Bei den Maltesern begrüßen Georg Kheverhüller, Präsident des Malteser Hilfsdienstes, und Joachim Gold, ehrenamtlicher Stadtbeauftragter der Malteser Würzburg, den Kanzler. Christine Freitag vom Würzburger Hospizdienst der Malteser berichtetet vom Herzenswunschrankenwagen, der Menschen auf dem letzten Lebensweg besondere Erlebnisse ermöglicht. „Ein junger Mann aus der Gegend wollte noch einmal die Weite spüren. Er hat vergangenen Freitag einen Rundflug mit einer einmotorigen Maschine über seinem Heimatdorf gehabt.“ Merz dankt allen, die sich bei den Maltesern engagieren: „Es ist toll, was Sie ehrenamtlich leisten.“ Malteser-Priester Markus Polders ruft Merz zu: „Wir beten für Sie.“ „Das hat mich sehr berührt“, sagt der Besucher, eher er zur wartenden Limousine weitereilt.</p><h3>Dank an die Helferinnen und Helfer: „Ich habe mich jederzeit sicher gefühlt“</h3><p>In der Zentrale für die Helferinnen und Helfer bei den Erlöserschwestern wird der Bundeskanzler bereits erwartet. In einem kleinen Raum sind drei Tische gedeckt. Die Wände sind mit bunten Bannern dekoriert: „Jetzt ist die Zeit“, „Zukunft hat der Mensch des Friedens“ und natürlich „Hab Mut, steh auf!“. Auf den Tischen stehen Teller mit Brezeln und Hörnchen, hinten an der Wand verschiedene Blechkuchen. Eine orange Kordel trennt die Fotografen und Kamerateams von den rund 20 Männern und Frauen, die wenige Minuten vor dem Kanzler gut gelaunt in den Raum strömen. Auch Merz scheint bester Laune. Zusammen mit Bischof Jung betritt er den Raum, geht von Tisch zu Tisch und begrüßt die Helferinnen und Helfer mit Handschlag, bevor er sich auf einen freien Stuhl setzt. „Sind Sie die ganze Zeit dabei?“, fragt er in die Runde. Ein Mann antwortet ausführlich und gestenreich, Merz hört aufmerksam zu. Leider ist aufgrund des Sicherheitsabstands kein Wort zu verstehen. Ein Mann in Anzug schiebt sich hinter die Kordel und deutet zur Tür: „Herzlichen Dank, wir lassen jetzt das Gespräch ohne Presse weiterlaufen, bitte.“</p><p>Draußen ist es wieder mal nass und kalt. Von innen ist Klatschen und Lachen zu hören. Nach rund einer halben Stunde kommt der Bundeskanzler wieder nach draußen. Dort wartet schon eine weitere Gruppe von Helferinnen und Helfern für ein Gruppenfoto, gekleidet im aktuellen Katholikentags-Outfit – knallgelbe Regenponchos. Merz blickt von einem zum anderen und sagt: „Ich habe mich jederzeit sicher gefühlt. Es war alles wunderbar. Vielen Dank für Ihre Hilfe!“</p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><i>ils/mh/sti (POW)</i></span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif">(2126/0499; E-Mail voraus)</span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><b><i>Weitere Bilder zur Podiumsdiskussion finden Sie hier: </i></b><i><a href="https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1778869970O1Xd9tHeIy6xwC" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1778869970O1Xd9tHeIy6xwC</a></i></span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><b><i>Weitere Bilder zur Kirchenmeile finden Sie hier:</i></b><a href="https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1778869993uBQH0OSlx7Hqhg" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer"></a><em><a href="https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1778869993uBQH0OSlx7Hqhg" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1778869993uBQH0OSlx7Hqhg</a></em></span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><b><i>Weitere Bilder zum Helfertreffen finden Sie hier: </i></b><i><a href="https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1778870010FzXOeor3MJ9lZn" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1778870010FzXOeor3MJ9lZn</a></i></span></span></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Würzburg</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72514</guid><pubDate>Fri, 15 May 2026 19:25:35 +0200</pubDate><title>Auf einen Chai mit Bischof Jung</title><link>https://bischof.bistum-wuerzburg.de/aktuell/na-detail/ansicht/auf-einen-chai-mit-bischof-jung/</link><description>Muslimisch-christlicher Dialog mit Bischof Dr. Franz Jung und Dr. Timo Güzelmansur bei einer Tasse schwarzem Tee</description><content:encoded><![CDATA[<p>Würzburg (POW) Bischof Dr. Franz Jung hat am Freitagnachmittag, 15. Mai, im Marokkanischen Königszelt am Würzburger Rathaus anlässlich des 104. Deutschen Katholikentags bei der Veranstaltung „Auf einen Chai mit Bischof Dr. Franz Jung“ über die Verbindung von Christen und Muslimen gesprochen. Zusammen mit Dr. Timo Güzelmansur, Geschäftsführer der Christlich-Islamischen Begegnungs- und Dokumentationsstelle der Deutschen Bischofskonferenz (CIBEDO), beantwortete Bischof Jung bei einer Tasse schwarzem Tee die Fragen von Besuchern zum christlich-islamischen Austausch und hob vor allem Gemeinsamkeiten der Religionen hervor.</p><p>Auf die Frage, wie ein Dialog zwischen den Religionen gelingen kann, betonte Bischof Jung die Bedeutung des eigenen Glaubens. „Ich kann erst einen interreligiösen Dialog führen, wenn ich weiß, was ich glaube.“ Erst danach könne man die Berührungspunkte im Glauben hervorbringen und Gemeinsamkeiten finden. Beim einstündigen Gespräch ging es auch um die Frage, wie Integration gelingen und religiöser Radikalismus verhindert werden kann. Güzelmansur betonte, dass der Grund für Radikalismus oft fehlende religiöse Sozialisation sei, die durch die Organisationsstruktur von muslimischen Vereinen und Moscheen schwer zu koordinieren sei.</p><p>Bei den Gemeinsamkeiten hob Bischof Jung vor allem die Nächstenliebe und die Sorge umeinander hervor, die in beiden Religionen eine große Rolle spielten. Dabei bezeichnete er die Sure im Islam, wonach Muslime ihre Nachbarn, unabhängig von der Religionszugehörigkeit, mit bestem Benehmen behandeln sollen, als eine kluge Idee. „Diese Regel hat mich immer sehr begeistert, weil sie so praktisch umzusetzen ist und auch einen Unterschied macht“, betonte Bischof Jung.</p><p class="text-right">pdf (POW)</p><p>(2126/0503; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category><category>Bischof Franz Jung</category></item></channel></rss>