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Bischof Dr. Franz Jung
Kiliani-Wallfahrtswoche 2019

„Wir müssen viele neue Formen ausprobieren“

Bischof Dr. Franz Jung feiert Pontifikalgottesdienst mit Gottesdiensthelfern aus dem ganzen Bistum – Begegnung auf dem Kiliansplatz – KAB übergibt Bischof Unterschriften für eine „gleichberechtigte, gerechte, offene und menschliche Kirche“

Würzburg (POW) Mit rund 1200 Frauen und Männern aus dem gesamten Bistum Würzburg, die sich als Gottesdiensthelfer engagieren, hat Bischof Dr. Franz Jung am Mittwochabend, 10. Juli, einen Kiliani-Wallfahrtsgottesdienst im Würzburger Kiliansdom gefeiert. „Ich danke Ihnen, dass Sie mit Ihrem vielfältigen Einsatz zum Gelingen der Gottesdienste in unserem Bistum beitragen“, sagte der Bischof. Der feierliche Gottesdienst begann am Taufbecken in der Mitte des Doms mit einer Tauferinnerung. Ein weiteres besonderes Element war der von einem liturgischen Tanz von Ruth Weisel begleitete Psalm vor dem Evangelium.

„Was macht Liturgie ansprechend, macht den Gottesdienst auf Gott hin durchsichtig?“, fragte der Bischof in seiner Predigt. Wer Liturgie feiere, dem müsse es ein Anliegen sein, im Vorfeld für deren Gelingen zu beten. Es sei vor allem in den Freikirchen eine wichtige Tradition, dass sich zu diesem Zwecke eine Gruppe vor dem Gottesdienst treffe. „Das Beten vor der Liturgie ist eine Geste der Demut, in der wir darum bitten, dass unser Tun zum Instrument des Heils werde. Gott will durch uns sprechen“, sagte Bischof Jung.

Die Jünger im Evangelium hätten mit den Stürmen zu kämpfen, seien ängstlich und verzagt. „Liturgie erreicht ihr Ziel, wenn sie mit den Problemen und Nöten der Menschen in Kontakt kommt“, erklärte der Bischof. Es sei daher unerlässlich, die Texte und den Ablauf der Liturgie zu meditieren und nachzuspüren, wo das Schriftwort das Leben berührt. „Dazu ermuntert auch Papst Franziskus in ‚Evangelii gaudium‘.“ Wie Jesus dem Petrus „Komm!“ zurufe, so sei es wichtig, Menschen zum Mitfeiern des Gottesdiensts einzuladen. „In der anglikanischen Kirche lief ein Projekt mit dem Titel ‚Lade jemanden, den du kennst, zu etwas ein, das du liebst‘.“ Wichtig seien eine wertschätzende Haltung gegenüber dem Eingeladenen, ein einladender Raum und nicht zuletzt der „Angebotscharakter“ des Gottesdiensts. Es gehe nicht darum, jemandem etwas „überzustülpen“.

Petrus finde auf Jesu Einladung hin völlig neue Wege und könne sogar über das Wasser gehen. „Wir müssen viele Formen ausprobieren, um Fernstehende anzusprechen“, erklärte Bischof Jung. Das könne liturgischer Tanz sein, das Meditieren über ein Symbol, ein Schriftgespräch oder das gemeinsame Nachdenken über ein Kirchenlied. „Man braucht Fantasie und Einfallsreichtum, um sich mit viel Stille und Zeit an das Geheimnis der Erlösung heranzutasten.“

Die ausgestreckte Hand Jesu rettet im Evangelium Petrus vor dem Untergang. „Wir sind aufgefordert, das Evangelium vom rettenden Gott, der uns in allem Scheitern täglich den Neuanfang ermöglicht, einladend zu verkünden. Als Jesus schließlich im Boot empfangen wird, fallen die Jünger vor ihm nieder und beten ihn an.“ Bischof Jung betonte: „Jeder Gottesdienst führt in die Stille und Zeit des persönlichen Nachdenkens, um im Gebet vom Herrn die Verwandlung des eigenen Lebens zu erbitten.“ Hier schließe sich dann wieder der Kreis des Gebets, das jeder Liturgie vorausgehen müsse.

Die Begegnung auf dem Kiliansplatz im Anschluss nutzten viele der zum Beispiel als Gottesdienstbeauftragte, Kommunionhelfer, Lektoren oder Organisten tätigen Frauen und Männer für den Austausch untereinander oder einen Plausch mit Bischof Jung. „Wir haben heute neue Kräfte für unsere Aufgaben schöpfen können“, sagten Mesnerin Friederike Englert und Lektorin Isolde Hasenstab aus Rothenbuch (Landkreis Aschaffenburg). Franz Platzer aus der Würzburger Pfarrei Stift Haug freute sich über die Gelegenheit, Mesner-Kolleginnen und -Kollegen zu treffen. „Es ist schön, dass das Engagement der Laien gewürdigt wurde“, sagten Marianne und Paul Erhard, die in Weichtungen (Landkreis Bad Kissingen) als Mesner aktiv sind. „Ich fand toll, dass der Bischof den Gottesdienst mitten im Volk begonnen hat, und nicht wie sonst vorne im Altarbereich“, sagte Imelda Draxler, die in Weichtungen Gottesdienstbeauftragte und Kommunionhelferin ist.

Susanne Öttinger, Geistliche Leiterin der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Würzburg-Lengfeld, und Angelika Goj, Vorsitzende der KAB Würzburg-Unterdürrbach, überreichten Bischof Jung eine Rolle mit rund 200 Unterschriften, mit denen Frauen und Männer sich für eine „gleichberechtigte, gerechte, offene und menschliche Kirche“ einsetzen. Sie baten den Bischof, dieses Anliegen zum Treffen der Deutschen Bischofskonferenz mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) nach Fulda mitzunehmen.

mh (POW)

(2919/0769; E-Mail voraus)

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