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Bischof Dr. Franz Jung

„Musiker, Motivator, Mensch“

Domkapellmeister Professor Christian Schmid im Kiliansdom verabschiedet – Evensong mit Chören der Dommusik – Domdekan Vorndran dankt auch im Namen von Bischof Dr. Franz Jung

Würzburg (POW) Mit frenetischem, minutenlangem Applaus haben die Mitglieder der Würzburger Dommusik und deren Angehörige am Freitagabend, 22. Juli, Domkapellmeister Professor Christian Schmid am Ende eines Abendlobs im Dom verabschiedet. Neun Jahre lang wirkte der 44-Jährige als Domkapellmeister am Würzburger Kiliansdom. Zum Wintersemester 2022/23 hat er einen Ruf als hauptamtlicher Professor für Chorleitung an die Hochschule für Kirchenmusik der Diözese Rottenburg-Stuttgart erhalten. Bei manchen Sängerinnen und Sängern von Domsingknaben, Mädchenkantorei und Domchor flossen beim Abschied die Tränen. Und auch die Grußworte und Geschenke der verschiedenen Ensembles machten die tiefe Verbundenheit deutlich, die in den Jahren von Schmids Wirken in Würzburg entstanden ist. Dem Evensong, der live im Internet übertragen wurde, stand Domdekan Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran als Offiziant vor.

In seiner Würdigung nach dem Schlusssegen charakterisierte Vorndran Schmid als „Musiker, Motivator, Mensch“. Auch im Namen von Bischof Dr. Franz Jung und dem gesamten Domkapitel dankte er Schmid für alles, was dieser in Würzburg geleistet hat. „Wie erfolgreich Deine Arbeit mit den Chören während der vergangenen neun Jahre war, das muss ich nun nicht mehr in Worte fassen, das haben wir alle eben noch einmal hören dürfen.“

Schmid sei Kirchenmusiker aus Überzeugung, der sich mit seiner Musik nicht in erster Linie selbst verwirkliche, sondern der Liturgie dienen wolle. „Deine Bescheidenheit zugunsten des Gotteslobs habe ich in den Jahren unserer Zusammenarbeit sehr zu schätzen gewusst.“ Unter Schmids Leitung habe die Dommusik eine große Bandbreite an Musik dargeboten – von Gregorianik über Barock und Romantik bis hin zu zeitgenössischen Auftragswerken. Zudem habe Schmid sich auch forschend mit der Vergangenheit beschäftigt und im Mai Musik jahrhundertelang vergessener fränkischer Komponisten präsentiert. „Danke für all diese bereichernden musikalischen Erfahrungen, die Du uns in den vergangenen neun Jahren ermöglicht hast“, sagte Domdekan Vorndran.

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Eine echte Belastungsprobe seien die beiden zurückliegenden Coronajahre gewesen. Konzerte, für die monatelang geprobt worden war, wurden abgesagt. Lange Zeit waren Proben untersagt, dann nur in Kleingruppen erlaubt, Stimmbildung fand nur online statt, Konzertreisen waren nicht möglich. „Und in dieser Situation musstest Du irgendwie Deine Sängerschaft beisammenhalten und motivieren.“  Das ist ihm nach Vorndrans Worten eindrücklich gelungen: Aktuell gebe es 400 aktive Sängerinnen und Sänger in der Dommusik, „und auch musikalischen Nachwuchs gibt es trotz aller Einschränkungen. Das macht das Domkapitel glücklich – und auch ein wenig stolz.“

Dem scheidenden Domkapellmeister sei zudem immer bewusst gewesen, wie prägend es für Kinder und Jugendliche sein könne, in einem Kathedralchor groß zu werden – „nicht nur im Hinblick auf den Glauben, das grundlegende Wissen über Liturgie und natürlich die Musik“. Zudem lernten sie, dass Musik nur funktioniere, wenn man aufeinander hört, für den anderen Verantwortung übernimmt und gemeinsam am großen Ganzen arbeitet. Dieses Bild und Vorbild „für unsere Gesellschaft, und ganz besonders für unsere Kirche, die Gemeinschaft der Gläubigen“, habe Schmid den Chören immer klar vermittelt, betonte Domdekan Vorndran. Ein Beispiel sei das sogenannte Pyramidensystem, das der Domkapellmeister bei Konzertreisen der Jugendchöre eingeführt hat. In altersmäßig gemischten kleinen Gruppen sind die Älteren Ansprechpartner der Jüngeren und übernehmen auch ein Stück Verantwortung für diese. „Sie erwerben soziale Kompetenzen, die man für das spätere Leben, den Beruf, die Familie, gar nicht hoch genug einschätzen kann.“

Dorothea Weitz, Vorsitzende der Mitarbeitervertretung (MAV), nannte Schmid einen „besonderen Chorleiter“. Er sei nicht nur ein exzellenter Musiker und Pädagoge. Er fordere höchste musikalische Präzision und Leistung, vergesse aber nicht Menschlichkeit, Einfühlungsvermögen und Sensibilität. Seine Sorge habe auch immer den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gegolten. „Eine so große Dommusik wie hier in Würzburg zu führen, das ist eine immense Aufgabe und eine permanente Herausforderung.“ Eine Vielzahl von sehr persönlichen Lob- und Dankesworten und Geschenken hatten die Vertreterinnen und Vertreter der Hauptamtlichen, von Dommusikverein, Mädchenkantorei, Domsingknaben und Domchor für Schmid parat.

„Wie schön die vergangenen neun Jahre waren, hat mir dieser Gottesdienst gezeigt“, sagte Schmid in seinem Dankeswort. Das Leben gehe dort, wo eine Lücke entstehe, weiter, es werde nur anders. „Ich werde diese Lücke sicher auch spüren.“ Die Dommusik habe er als lebendige Kirche erlebt, wie man sie sich wünsche. Er dankte allen, die ihn bei seiner herausfordernden Arbeit unterstützt haben, insbesondere seiner Ehefrau Teresa, den Bischöfen und Domdekanen, die ihm ihr Vertrauen geschenkt hätten, und dem großen Team der Dommusik. Die Jugendarbeit bezeichnete er als „das höchste Gut der Dommusik“. Vom je unterschiedlichen Profil der verschiedenen Chöre und Ensembles am Dom habe auch er als Domkapellmeister profitiert.

mh (POW)

(3022/0890; E-Mail voraus)

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