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Bischof Dr. Franz Jung

„Kein Verdienst, sondern Gnade“

Gottesdienst und Empfang für Bischof em. Dr. Friedhelm Hofmann – Bischöfe, Familie und Gläubige würdigen 80. Geburtstag und 30. Bischofsjubiläum – Ernennung zum Ehrendirigenten des Musikvereins Straßbessenbach

Würzburg (POW) Mit einem Gottesdienst im Würzburger Kiliansdom und einem Empfang vor dem Burkardushaus hat das Bistum Würzburg am Donnerstag, 12. Mai, den 80. Geburtstag und das 30. Bischofsjubiläum von Bischof em. Dr. Friedhelm Hofmann gefeiert. Zahlreiche Verwandte, Weggefährten und Freunde des Bischofs sowie Gläubige aus dem ganzen Bistum nahmen an den Feierlichkeiten teil. „80 Jahre alt zu werden und 30 Jahre als Bischof zu wirken, ist kein Verdienst, sondern Gnade“, betonte Bischof Hofmann.

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Bischof Jung würdigte in seiner Predigt das Wirken seines Vorgängers. Wie es über Paulus in der Lesung aus der Apostelgeschichte erwähnt ist, sei Bischof Hofmann ein Fremder gewesen, der von Gott der Gemeinde gesandt wurde, um ihr ein ersehntes Wort des Trostes zuzusprechen, „weil sie es sich selbst nicht sagen kann“. Der Papst habe Bischof Hofmann seinerzeit eingeladen, dem gläubigen Gottesvolk in Unterfranken Worte des Trostes und der Erbauung zu sagen. „Danke, dass Du diese Einladung angenommen hast!“

Paulus spreche, als er um ein Wort des Trostes gebeten ist, anfangs nicht von den aktuellen Bedrängnissen. Vielmehr blicke er zurück auf die Geschichte des Gottesvolks. Zum einen machten der Rückblick auf die Heilstaten Gottes und die Besinnung auf den eigenen Weg die Identität des Volkes aus. Aus dem Rückblick erwachse auch das Staunen darüber, was alles schon war und wie diese Herausforderungen immer wieder neu gemeistert wurden.

Es sei tröstlich, dass die Geschichte unterschiedliche Phasen kenne, hob Bischof Jung hervor. Beim Auszug aus Ägypten hätten die Israeliten alles hinter sich gelassen, weil sie gemerkt hätten, dass es so nicht mehr weitergehe. Nach der chaotischen Phase der Landnahme sei dann der Wunsch nach verlässlichen und stabilen innerstaatlichen Strukturen aufgekommen. Der Wunsch nach einem König sei dem Volk – wenn auch widerwillig – gewährt worden. Nach dem grandiosen Schiffbruch mit Saul werde mit David ein Mann nach dem Herzen des Herrn gefunden. Es schließe sich die Phase des Exils an, gefolgt von einem mühsamen Wiederaufbau und der Sehnsucht nach einem vollkommenen Herrscher und Anführer.

Gott verlasse sein Volk nicht, sagte Bischof Jung. Deswegen schicke dieser als flankierende Maßnahme die Propheten mit, um dem König auf die Finger zu schauen. Zudem schenke Gott immer die Leitungsfiguren, die gerade mit ihrem speziellen Profil nötig waren. „Es waren keine Supermänner, sondern Menschen mit ihren Grenzen.“ Ein Mose habe nicht reden können, Richter wie Samson hätten durch Gewaltexzesse von sich reden gemacht. Dennoch hätten sie jeweils die historischen Aufgaben, die ihnen gestellt gewesen seien, auf ihre Weise erfüllt. „In jedem Bischof muss ein Anteil dieser Anführer sein: Er muss vorausgehen können, er muss aber auch durchsetzungsfähig sein, er muss um den rechten Zeitpunkt wissen und für stabile und verlässliche Verhältnisse sorgen. Ein Supermann wird er genauso wenig sein wie all die biblischen Vorgänger.“

Jesus Christus sei schließlich den Israeliten als Messias gesandt worden. „Er wurde von Israel verkannt und gekreuzigt.“ Doch Gott habe ihn auferweckt und als Richter und Retter eingesetzt. Bischof Hofmanns Wahlspruch „Ave crux spes unica“ (Sei gegrüßt, Kreuz, einzige Hoffnung) habe diesem wohl oft genug Trost und Zuversicht gespendet bei Problemen, Konflikten und schwierigen Situationen, sagte Bischof Jung. „Heute wollen wir Dir danken für Deinen bischöflichen Dienst.“

Metropolit Erzbischof Dr. Ludwig Schick aus Bamberg überbrachte im Namen der Freisinger und der Deutschen Bischofskonferenz Bischof Hofmann Glück- und Segenswünsche. Er habe seine Gaben und Talente in verschiedenen Aufgaben und Diensten in „Kirche und Welt hilfreich und nutzbringend“ eingebracht. Dabei sei er immer mitmenschlich und freundlich vorgegangen. Bischof Hofmann habe bei seinem Wirken die Würde und den Wert des Menschen, begründet und verankert in der Transzendenz Gottes, in den Mittelpunkt gestellt. Die heilige Edith Stein als seine Lieblingsheilige habe Bischof Hofmann angeleitet, Gott in allem zu finden und zu preisen. Humor und christliche Hoffnung seien seine Kennzeichen. Erzbischof Schick wünschte Bischof Hofmann noch viele gute Lebensjahre und überreichte ihm eine Karte mit der Aufschrift: „Schön, dass es Dich gibt.“   

Dem Gottesdienst stand Bischof Hofmann vor, mit ihm konzelebrierten Erzbischof Dr. Ludwig Schick, Bischof Dr. Franz Jung, Bischof Bernardo Johannes Bahlmann aus dem brasilianischen Partnerbistum Óbidos, Abt Michael Reepen aus Münsterschwarzach sowie Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran und dessen Vorgänger Domkapitular Thomas Keßler. Für die musikalische Gestaltung sorgten Domorganist Stefan Schmidt und die Mädchenkantorei am Würzburger Dom unter der Leitung von Domkapellmeister Christian Schmid. Beim Empfang auf dem Platz vor dem Burkardushaus spielte der Musikverein Edelweiß 1901 Straßbessenbach. Pilgerführer Joachim Zobel überreichte Bischof Hofmann „in Anerkennung der langjährigen Treue zur Altöttingwallfahrt und in Würdigung seiner Wertschätzung gegenüber der Musikkapelle“ die Urkunde über die Ernennung zum Ehrendirigenten.

mh (POW)

(2022/0577; E-Mail voraus)

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