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Bischof Dr. Franz Jung

Heilige Öle für das ganze Bistum

Bischof Dr. Franz Jung holt coronabedingt verschobene Chrisammesse nach – „Ermutigen wir uns gegenseitig zum Dienst“ – Bischof dankbar für neue Seelsorgsformate

Würzburg (POW) Bischof Dr. Franz Jung hat am Dienstagnachmittag, 8. September die Heiligen Öle für alle 156 Pfarreiengemeinschaften und 17 großen Einzelpfarreien im Bistum Würzburg im Würzburger Kiliansdom geweiht: das Katechumenenöl für die Salbung der Taufbewerber, das Chrisamöl für Taufe, Firmung, Priester- und Bischofsweihe sowie für die Weihe von Kirchen und Altären, das Krankenöl für die Krankensalbung. Die Priester und Diakone erneuerten im Gottesdienst ihr Weiheversprechen.  Wegen der Coronapandemie konnte der Gottesdienst nicht wie sonst üblich in der Karwoche gefeiert werden.

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Die nur einmal im Jahr stattfindende Chrisammesse feierte Bischof Jung zusammen mit Bischof em. Dr. Friedhelm Hofmann, stellvertretendem Generalvikar Monsignore Dr. Stefan Rambacher sowie vier Dekanen als Vertretern des Diözesanklerus.

In seiner Predigt dankte Bischof Jung den Mitbrüdern für den „treuen Einsatz in diesen so fordernden Tagen“ der Corona-Pandemie. „Ich bin überrascht und froh über so viele innovative Aktionen und Initiativen, um den Kontakt zu den Gläubigen nicht abreißen zu lassen und unkonventionell Hilfe zu leisten.“ Er sei dankbar auch für neue Formate wie Streaming-Gottesdienste, Videoclips, Impulse und Hausgottesdienste. Zugleich appellierte er an die Priester und Diakone, einander darauf zu achten, wenn die innere Spannkraft erlahme. „Ermutigen wir uns gegenseitig zum Dienst.“

Die Freude über die Erwählung in Jesus Christus findet nach den Worten des Bischofs ihre Vollendung darin, dem Herrn nachzufolgen und ihm gleich zu werden. Paulus bezeuge im zweiten Korintherbrief, dass diese Freude auch durch Zeiten der Anfechtung und Belastung trage. Dennoch bedrohe etwa Nachlässigkeit die geistliche Freude. „Was verstaubt, wird nicht mehr gepflegt, findet keine Beachtung mehr. Wie ein Film legt sich der Staub über alles. Die Dinge verlieren ihren früheren Glanz und ihre Frische.“ Der heilige Franziskus empfehle als Gegenmittel, bewusst den Tagesablauf zu unterbrechen, um sich neu am Herrn auszurichten und voll Dankbarkeit sich dessen bewusst zu werden, was einem geschenkt wurde und einem gelungen ist. Zugleich rate er, sich über die eigenen Bedürfnisse klar zu werden. Wichtig sei auch, sauber zu in den eigenen Anschauungen zu sein, also keinen falschen Vorurteilen anzuhängen oder nicht der eigenen Bequemlichkeit nachzugeben. Nötig sei auch eine Lauterkeit, die die anderen in ihrer Würde achtet, niemanden ge- oder missbraucht. „Die Pflege der Sauberkeit und Lauterkeit haben zur Voraussetzung das Festhalten an der inneren Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit. Die Wahrheit macht uns frei“, sagte Bischof Jung. Sie führe zu Christus, der von sagt: „Ich bin die Wahrheit.“ Ihn anzuschauen und immer neu zu ihm hinzukehren werde zur eigentlichen Quelle der geistlichen Freude.

Dort, wo Christus als geistliche Mitte verlorengehe, träten die „eitlen Freuden“ an seine Stelle. „Man schlägt die Zeit tot, vergisst seine Berufung, vernachlässigt seine Pflichten und gibt sich mit anderen Dingen ab.“ Der Verlust der Mitte werde zum Einfallstor der Traurigkeit, aus der wiederum sich der Überdruss entwickle. „Alles wird beschwerlich. Am Ende macht der Diener des Herrn nur noch Dienst nach Vorschrift. Wie die Väter weiß Franziskus nur ein probates Mittel, um dem Überdruss wirksam zu begegnen: Er nimmt seine Zuflucht beim Gebet. Er hält aus vor dem Herrn, ohne wegzulaufen.“ Tomas von Celano, der eine Lebensbeschreibung über den heiligen Franziskus verfasst hat, schreibt darin: „Daher trachtete der Heilige danach, stets im Jubel des Herzens zu verharren, die Salbung des Geistes und das Öl der Freude zu bewahren.“ Genau darum gehe es in der Chrisammesse: „Wir erneuern unsere Salbung, die wir am Tag unserer Weihe empfangen haben. Und wir tragen hoffentlich den Jubel im Herzen wieder mit hinaus in unsere Pfarreien und an die Orte und zu den Menschen, zu denen wir uns gesandt wissen“, sagte Bischof Jung.

Das Katechumenenöl stehe dafür, dass die Christen nie fertig seien auf ihrem Berufungsweg, sondern eingeladen werden vom Herrn, freudig im Glauben zu wachsen. „Das Chrisamöl erinnert uns an unsere Würde und an die Freude, in der Nachfolge Christi, des Gesalbten, dem Gottesvolk dienen zu dürfen.“ Das Krankenöl steht nach den Worten des Bischofs für die Erinnerung an die eigene Bedürftigkeit und Armut. „Es lehrt uns Demut und zugleich die Freude, weil der Herr in unserer menschlichen Schwachheit seine göttliche Kraft zur Vollendung bringt.“

Nach der Predigt brachten zwölf Diakone Chrisamöl, Katechumenenöl und Öl für die Krankensalbung zum Altar, wo die einzelnen Öle zum Teil beim Hochgebet, zum Teil am Schluss der Feier geweiht wurden. Grundstoff der drei Heiligen Öle ist Olivenöl, das mit wohlriechenden Duftstoffen versehen wird. Für das Bistum Würzburg werden pro Jahr insgesamt rund 60 Liter benötigt. Die Salbung mit Öl ist ein symbolischer Hinweis auf die Kraft und Gnade, die der Gesalbte empfängt. Im Alten Testament gilt sie als Zeichen der Anerkennung durch Gott und Auszeichnung vor den Menschen. Im Neuen Testament wird die Salbung mit Öl zur Gesundung der Kranken beschrieben.

Die Frauenchoralschola „Vox anima“ sang unter der Leitung von Domkantor Alexander Rüth, Domorganist Professor Stefan Schmidt spielte die Orgel. Nach dem Gottesdienst erhielten Vertreter der 19 Dekanate und der Stadtpfarrei Schweinfurt die Öle, die in den folgenden Tagen in die Gemeinden der Diözese gebracht werden.

mh (POW)

(3720/0925; E-Mail voraus)

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