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Bischof Dr. Franz Jung

„Habt keine Angst vor Grenzen“

Pontifikalgottesdienst zum Hochfest Pfingsten im Würzburger Kiliansdom – Bischof Dr. Franz Jung ruft dazu auf, mit Hilfe des Heiligen Geistes die Grenzen zwischen Kulturen und Religionen zu überwinden

Würzburg (POW) Am Hochfest Pfingsten hat Bischof Dr. Franz Jung die Gläubigen dazu aufgerufen, mutig Grenzen zu überschreiten. „Wir als Christen kommen auch in unserem Leben immer wieder an Grenzen. Aber heute wird uns gesagt: Habt keine Angst vor diesen Grenzen, glaubt, dass Jesus Christus durch den Tod ins neue Leben vorangegangen ist.“ Der Heilige Geist ermutige zum Wagnis, zur Wahrheit und dazu, die Weisheit des Kreuzes zu erkennen und Jesus Christus zu folgen, betonte der Bischof beim Pontifikalgottesdienst am Pfingstsonntag, 23. Mai, im Würzburger Kiliansdom. Die Feier unter den aktuellen Corona-Schutzmaßnahmen wurde live auf dem Fernsehsender Bibel TV, TV Mainfranken sowie auf der Bistumshomepage übertragen.

In seiner Predigt nahm Bischof Jung Bezug auf die Apostelgeschichte, das „Grundbuch der Evangelisierung, der Kirche und der Mission“. Darin überspringe die junge Gemeinde „immer wieder Grenzen, von denen sie glaubte, dass sie eigentlich nicht zu überwinden seien“. Die erste Grenze sei die Grenze der Schuld, erklärte der Bischof. Petrus sage in seiner Pfingstpredigt in Jerusalem, dass der zu Unrecht gekreuzigte Christus von Gott auferweckt wurde. Das, was an Bösem getan wurde, habe Gott in Liebe und neues Leben verwandelt. „Du bist nicht festgelegt auf das, was in Deinem Leben schiefgelaufen ist, denn der Mensch ist immer mehr als die Schuld“, erläuterte der Bischof. Im Glauben an Christus könne man die Grenzen der Schuld überschreiten.

Indem Petrus dem römischen Hauptmann Kornelius, einem Heiden, das Evangelium verkündet, überwinde er eine weitere Grenze, fuhr der Bischof fort. „Wir lieben es, die Welt einzuteilen in Rein und Unrein, Schwarz und Weiß, Gut und Böse. Der Heilige Geist zeigt Petrus, dass es überall Menschen gibt. Jeder ist ein Mensch, der wertzuschätzen ist in seiner Sehnsucht nach Heil.“ Es sei die wichtigste Entscheidung des frühen Christentums gewesen, das Evangelium nicht nur Juden zu verkünden, sondern allen Menschen auf der Erde.

In einer Vision erkenne Paulus, dass Gott die Apostel dazu beruft, das Evangelium in Mazedonien zu verkünden. „Gott ruft über den vertrauten Kulturkreis hinaus in eine neue, unbekannte Kultur – nach Europa.“ Sie lernen, sich einer fremden Kultur zu stellen, in einen Dialog zu treten und mit den Menschen zu reden. Sie erleben, wie sich dadurch der eigene Glaube bereichert, aber auch verändert. „So geht es auch uns. Wir sind dauernd herausgerufen, Neuland zu betreten, andere Kulturen und Gegebenheiten anzunehmen“, sagte Bischof Jung. Als Beispiele nannte er die Coronakrise, die Digitalisierung sowie die Veränderungen in den Gemeinden und der Kirche. „Wie können wir reagieren wenn wir merken, dass wir herausgehen müssen, weil die Leute nicht mehr zu uns kommen?“ Damit beschäftige sich etwa das Projekt der Sozialraumorientierung im Bistum Würzburg.

Als weitere Grenze nannte der Bischof die „Grenze der Religionen“. Auf dem Athener Marktplatz mit seinen unzähligen Altären für verschiedene Götter und dem einen Altar an einen „unbekannten Gott“ werde Paulus zum „Begründer des interreligiösen Dialogs“. Es gehe darum, das Fremde anderer Religionen wertschätzend anzunehmen und zugleich von seiner eigenen Hoffnung mutig Zeugnis zu geben, erläuterte der Bischof. Die globalisierte Welt stelle die Menschen auch vor die Herausforderung anderer religiöser Bekenntnisse. Gemeinsam mit allen Frommen auf dieser Welt müsse man versuchen, einen Weg zu gehen, ohne gegeneinander zu kämpfen.

Nach der Steinigung des Stephanus habe sich die Gemeinde zerstreut. Doch statt zum Ende werde dieser „Tiefschlag“ zum Beginn neuer Mission. Bischof Jung sprach von der „Grenze des Widerstands, der Verfolgung und des Martyriums“, die überwunden werde. „Wo eine Tür zugeschlagen wird, geht auf der anderen Seite plötzlich die Tür zur Welt auf. Verfolgung wird im Grunde zum Motor für die neue Verkündigung und nicht zum Ende.“ Der Geist der Weisheit helfe dabei, durch alle Niederlagen neu zu beginnen. Viele Christen weltweit, die vertrieben würden, müssten heute lernen, trotzdem an neuen Orten ihren Glauben zu verkünden und so zu Missionaren der Frohen Botschaft zu werden.

Das Vokalensemble der Mädchenkantorei am Würzburger Dom, Domorganist Professor Stefan Schmidt und Professor Stefan Albers (Flöte) begleiteten den Gottesdienst unter Leitung von Domkantor Alexander Rüth unter anderem mit „Messe modale en septuor“ von Jehan Alain und „Veni Creator spiritus“ von Cesar Franck.

sti (POW)

(2121/0504; E-Mail voraus)

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