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Bischof Dr. Franz Jung

„Ein Jahr des Umbruchs“

Jahresversammlung des Würzburger Diözesangeschichtsvereins im Diözesanarchiv – Kirchenhistoriker Dr. Johannes Sander blickt kritisch auf mittelalterliche Baugeschichte des Kiliansdoms

Würzburg (POW) Einen leichten Rückgang der Mitgliederzahlen hat der Würzburger Diözesangeschichtsverein zu verzeichnen. Aktuell gehören ihm nach den Worten des Vorsitzenden Professor Dr. Wolfgang Weiß 512 Personen oder Institutionen an, neun weniger als im Vorjahr. Das erläuterte Weiß bei der Jahresversammlung am Freitag, 16. November, im Würzburger Diözesanarchiv. 2018 sei „ein Jahr des Umbruchs“. Mit Bischof Dr. Franz Jung habe der Verein einen neuen Protektor erhalten. Weiß dankte dem bisherigen Kassier Albrecht Siedler „für die vertrauensvolle und pflichtbewusste Zusammenarbeit persönlich und auch im Namen des Vereins sehr herzlich“. Siedler habe sich nach seinem Rücktritt als Finanzdirektor auch entschlossen, sich aus seiner Vereinsaufgabe zu verabschieden. Zu dessen Nachfolger wählte die Versammlung einstimmig den bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden Monsignore Professor Dr. Dieter Feineis.

Um bis zu den ordentlichen Vorstandswahlen im Herbst 2020 die Vollständigkeit des Vorstands zu gewährleisten, soll nach den Worten des Vorsitzenden ein neuer stellvertretender Vorsitzender gewählt werden und im Zug der Neugestaltung des Vorstands auch die früher gegebene personelle Verbindung von Schriftführerposten mit Archiv und Bibliothek des Bistums wiederhergestellt werden. „Diese Neuwahlen können aber noch nicht bei dieser Mitgliederversammlung durchgeführt werden“, betonte Weiß und verwies auf eine eigene Mitgliederversammlung zu Beginn des Jahres 2019.

Außerdem überreichte der Vereinsvorsitzende Bischof em. Dr. Friedhelm Hofmann und dem stellvertretenden Generalvikar Domkapitular Monsignore Dr. Stefan Rambacher, der Bischof Jung vertrat, den 81. Band der Würzburger Diözesangeschichtsblätter. Das Buch dokumentiert das Diözesangeschichtliche Kolloquium vom November 2017 zum Thema „Vom Pluralismus zum Konformismus? Auf dem Weg zu Konfessionskulturen (1517-1617)“. 13 weitere Abhandlungen und Aufsätze erschließen verschiedene diözesan- und kirchengeschichtliche Aspekte. Außerdem finden sich in dem Band drei Aufsätze zu mittelalterlichen Themen. 

Weiter veröffentlichte der Diözesangeschichtsverein 2018 als Nachklang und Ergänzung zum Echterjahr 2017 den 76. Band der Reihe „Quellen und Forschungen zur Geschichte des Bistums und Hochstifts Würzburg“ mit dem Titel „Landesherrschaft und Konfession. Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn und seine Zeit“. Darin ist im ersten Teil das Diözesangeschichtliche Kolloquium von 2016 zum Thema „Julius Echter und die Stadt Würzburg“ dokumentiert. Die Beiträge des zweiten Teils „Julius Echter und seine Zeit“ richten den Blick auf weitere Facetten von Echters Persönlichkeit und seinem Wirken.

Besonderen Dank zollte Weiß den Autorinnen und Autoren, ohne deren rein ehrenamtliches Engagement die Arbeit des Diözesangeschichtsvereins nicht möglich und denkbar sei. Beachtlich sei die Rezeption der Vereinszeitschrift. 142 Exemplare gingen im Tauschverkehr ins In- und Ausland. Auf eine diözesangeschichtliche Tagung im Anschluss an die Versammlung hat der Verein nach den Worten seines Vorsitzenden verzichtet, da dieser im Oktober bereits als Kooperationspartner bei der Jahrestagung der Bayerischen Benediktinerakademie in Würzburg fungierte. Die Veranstaltung reflektierte in verschiedenen Referaten die Bedeutung der Benediktiner für das Kiliansbistum. Katrin Schwarz, Leiterin des Würzburger Diözesanarchivs, würdigte in ihrer Begrüßung den Einsatz des Diözesangeschichtsvereins als „dauerhaft zeitgemäß“. Schwerpunktsetzungen, Fragestellungen wie methodische Vorgehensweisen änderten sich automatisch aus der jeweiligen Zeit heraus.

Kirchenhistoriker Dr. Johannes Sander gab einen Einblick in seine Habilitationsschrift über die mittelalterliche Baugeschichte des Würzburger Doms. Eine schier überbordende Fülle von Quellen nahm er bei seinem Vortrag kritisch unter die Lupe. „Eine nüchterne und unvoreingenommene Betrachtung der Schrift- und Bildquellen muss zu dem Ergebnis kommen, dass deren Aussagewert für die Baugeschichte des Domes sehr gering ist“, hob der Referent hervor. So habe er in Folge seiner Untersuchung eine Reihe gern und häufig herangezogener Quellen als fehlgedeutet oder nicht belastbar ausscheiden oder in ihrem Aussagewert stark herabmindern müssen – „und einige Bischöfe fielen damit aus der Riege der Bauherren heraus“. Zudem neige die Wissenschaft auf dem Gebiet der mittelalterlichen Geschichte dazu, die Leistungen der einzelnen Bischöfe zu betonen, und unterschätze womöglich die Bedeutung der Domkapitel. „Dass in der Reihe der ‚Germania Sacra‘ inzwischen der fünfte Band über die Würzburger Bischöfe erschienen ist, aber noch kein einziger über das Domkapitel vorliegt, ist dafür beredtes Zeugnis“, betonte Sander.

mh (POW)

(4718/1196; E-Mail voraus)

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