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Bischof Dr. Franz Jung
Kiliani-Wallfahrtswoche 2019

Aufbrechen und Christus folgen

Bischof Dr. Franz Jung feiert Kiliani-Wallfahrt der Dekanate Bad Kissingen, Hammelburg, Haßberge, Schweinfurt-Nord und -Süd sowie der Stadtpfarrei Schweinfurt – Gottesdienst mit rund 750 Gläubigen im Kiliansdom – Bischof Jung: „Aufbrechen kann nur, wer einen festen Halt im Himmel hat“

Würzburg (POW) Unverzagt, mit der Kraft des Evangeliums, der Liebe zu Jesus Christus und in der Besinnung auf das Heil der Menschen sind die drei Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan aus ihrer Heimat ausgezogen. Das hat Bischof Dr. Franz Jung am Donnerstagvormittag, 11. Juli, zu den rund 750 Männern und Frauen aus den Dekanaten Bad Kissingen, Hammelburg, Haßberge, Schweinfurt-Nord und -Süd sowie der Stadtpfarrei Schweinfurt gesagt. Im Würzburger Kiliansdom feierte er einen Pontifikalgottesdienst, um der drei Frankenapostel zu gedenken.

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Die Lebensform, die die drei Frankenapostel gewählt haben, bezeichne man als das Grüne Martyrium, erklärte Bischof Jung. „Es bezeichnet die typische Form der irischen Mönche, dem heimatlosen Christus nachzufolgen. Dem, der ruhelos von Dorf zu Dorf und Stadt zu Stadt zog, um das Reich Gottes zu verkünden.“ Fünf Elemente würden das Grüne Martyrium kennzeichnen. Der erste Aspekt liege in der Askese. „Askese meint, einen Übungsweg zu gehen, und beginnt damit, das alltägliche Tun und unsere Gewohnheiten zu unterbrechen.“ Erneuerung könne erst da beginnen, wo man bemüht sei, das, was ist, aus einer anderen Warte zu betrachten, sagte der Bischof. „Wenn wir jetzt als Kirche von Deutschland einen synodalen Prozess beginnen, dann hat er genau das zum Ziel, noch einmal von außen draufzuschauen, wie uns andere wahrnehmen und andere uns erleben, jenseits dessen, wie wir uns selbst verstehen.“ Askese sei der erste grundlegende Schritt der Erneuerung.

Es reiche jedoch nicht aus, nur zu sehen, dass etwas Neues kommt. Der zweite Aspekt des Grünen Martyriums sei die Bereitschaft, sich selbst zu ändern. „Das meint die Bereitschaft, verfügbar zu sein für das, was da auf mich zukommt“, sagte der Bischof. Dabei spiele nicht die Frage nach dem, was einem persönlich wichtig ist, eine Rolle, sondern die Frage, was Gott wichtig sei und ob man für den Weg Gottes verfügbar sei. Als dritten Aspekt nannte der Bischof die Suche nach dem endzeitlichen Reich Gottes. Für Kilian und seine Gefährten sei klar gewesen, dass das Reich Gottes noch nicht zu seiner Vollendung gekommen sei und sie diesem weiter auf der Spur bleiben mussten. „Manchmal glauben wir, es ist schon in unserer Kirche gegenwärtig. Aber die Skandale der letzten Zeit zeigen uns: Da ist noch viel Luft nach oben, wir müssen noch wachsen.“

Der vierte Aspekt des Grünen Martyriums liege in der Anbetung. „Aufbrechen kann nur, wer einen festen Halt im Himmel hat“, sagte der Bischof. Im Gebet könne man noch einmal hinhören, was Gott sagt. „Ohne Anbetung keine Erneuerung der Kirche.“ Der fünfte Aspekt ginge für die drei Frankenapostel mit dem endgültigen Verzicht auf die angestammte Heimat einher. „Für uns heißt das, sich nicht zurücksehnen nach alten Sicherheiten, die es so nicht mehr gibt, sondern beherzt und unverzagt nach vorne schauen.“ Bischof Jung ermutigte die Gläubigen, die Zukunft nicht zu beklagen, sondern sie aktiv zu gestalten. „Das Grüne Martyrium ist nicht einfach und es tut weh, aber es schenkt die innere Freiheit, die es braucht, wenn man dem Herrn neu nachfolgen will.“

Im Anschluss an den Gottesdienst lud Bischof Jung die Gläubigen zur Begegnung auf dem Kiliansplatz ein. Dort ließen sich die Wallfahrer trotz des regnerischen Wetters nicht die Stimmung verderben. „Wir kommen jedes Jahr hierher, das ist für uns wie ein Feiertag“, sagte Gabriele Dräger (69) aus Eltingshausen (Dekanat Bad Kissingen). Sie und ihre Freundinnen Ilse Wolf (69) und Anita Häuslein (70) waren zudem schon einmal in Irland und haben sich die Heimat der Frankenapostel angeschaut. Monika Schmitt (53) und ihr Mann Johannes (53) aus Reckendorf (Dekanat Haßberge) waren dieses Jahr zum ersten Mal beim Dekanatsgottesdienst dabei. Besonders gefallen hat ihnen der volle Dom mit den vielen Priestern. „Das ist einfach mal was anderes als der Gottesdienst zuhause“, sagte Johannes Schmitt. Immerzu von der Kiliani-Wallfahrt geschwärmt habe die Schwiegermutter von Carmen Fischer (50) aus Poppenhausen (Dekanat Schweinfurt-Nord). Nun wollte sie sich selbst einmal ein Bild davon machen und war vom Gottesdienst begeistert. Zusammen mit Edith Polz (63) und Ingrid Peschel (75) plante sie, nach der Begegnung eine Eisdiele und danach die Kiliansgruft zu besuchen.

rh (POW)

(2919/0770; E-Mail voraus)

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