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Bischof Dr. Franz Jung
Kiliani-Wallfahrtswoche 2021

An Christus Halt finden und wachsen

Bischof Dr. Franz Jung feiert Kiliani mit Haupt- und Ehrenamtlichen der Caritas – Kirche und Caritas neu und enger verknüpfen

Würzburg (POW) Bischof Dr. Franz Jung hat am Hochfest der Frankenapostel, Donnerstag, 8. Juli, mit haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Caritas ein Pontifikalamt im Würzburger Kiliansdom gefeiert. Dabei betonte er, die Wallfahrtswoche sei der richtige Zeitpunkt, die Mission der Caritas zu vertiefen. Gut 110 Gläubige, die sich in Unterfranken in unterschiedlichen Diensten und Einrichtungen unter dem Dach der Caritas engagieren, waren nach Würzburg gekommen. Neben Domkapitular Clemens Bieber, Vorsitzender des Würzburger Diözesan-Caritasverbands, feierte auch sein Münsteraner Amtskollege Pfarrer Dr. Christian Schmitt die Messe als Konzelebrant mit.

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Zu Beginn des Gottesdienstes machten drei Sprecher in eindringlichen Impulsen deutlich, was es heute heißt, im Dienst der Caritas zu stehen. Aus ihren beruflichen Perspektiven, etwa der Kindererziehung oder der Altenpflege, blickten sie auf das Wesen gelebter Nächstenliebe. Im Vordergrund standen dabei die Erfahrungen aus der Pandemiezeit, die den Dienst am Nächsten zu einer noch größeren Herausforderung und Belastung gemacht habe. Aus der gemeinsamen Wallfahrt solle daher auch neue Kraft gezogen werden, christliche Liebe weiterzugeben und selber zu erfahren.

In seiner Predigt brachte Bischof Jung das diesjährige Wallfahrtsmotto aus dem Epheserbrief – „Wir aber wollen, von der Liebe geleitet, die Wahrheit bezeugen und in allem auf ihn hin wachsen. Er, Christus, ist das Haupt.“ – mit dem Leitbild des Diözesan-Caritasverbands in Verbindung. Christus sei die innere Mitte der Kirche und ihrer Caritas, aus der sich alles andere ableite. Dieses Fundament sei jedoch nicht nur für die Gemeinschaft, sondern für jeden Einzelnen unerlässlich. „Der Mensch ohne Mitte wird haltlos“, sagte der Bischof.

Mit Blick auf die Nöte und Belastungen des Alltags, gerade in den Zeiten der Pandemie, laufe der Mensch oft Gefahr, den inneren Halt zu verlieren. „Dann droht das Flammenkreuz der Caritas zu erlöschen“, erklärte der Bischof den Caritas-Mitarbeitern. Es sei daher zu begrüßen, dass der Diözesan-Caritasverband mit dem neuen Programm „plento“ im Kurhaus Hotel Bad Bocklet genau dieses Problem adressiere. Die spirituellen Seminare zur Prävention und Steigerung der persönlichen Resilienz seien sichtbarer Ausdruck der Evangeliumssorge, der sich der Verband in seinem Leitbild verschrieben habe.

Für die Caritas als Teil der Kirche sei es darüber hinaus von zentraler Bedeutung, sich immer wieder zu vergewissern, ob die eigene Arbeit tatsächlich „von der Liebe geleitet“ sei. Die Caritas übernehme ihre vielfältigen Aufgaben – von der Kinderbetreuung über die Begleitung von Menschen in Nöten bis hin zur Sorge um Alte, Kranke und Sterbende – nicht, weil es politisch gewollt sei oder auch nur, weil es refinanziert würde. Solche äußeren Rahmenbedingungen seien richtig und wichtig, „aber die Motivation ist die innere Ergriffenheit von der Liebe Christi“, hob Bischof Jung hervor. Dieses Kriterium müssten Kirche und ihre Caritas auch als „kritisches Korrektiv“ verstehen. Am Leitbild der Christusliebe müsste zum Beispiel gemessen werden, ob vernünftig erscheinende Tätigkeiten auch tatsächlich dem eigenen Anspruch genügten. In Anlehnung an das Gleichnis vom Weinstock und den Reben aus dem Evangelium mahnte der Bischof, abzuschneiden, was keine Früchte trage. „Größere Fruchtbarkeit entsteht immer da, wo die Liebe Christi das Kriterium ist.“

Besondere Bedeutung maß der Bischof in seiner Predigt auch dem Anspruch des Apostels aus dem Epheserbrief bei, in allem auf Christus hin zu wachsen. Für die „caritas“, die Nächstenliebe, sei das eine existenzielle Bedingung. „Liebe, die nicht wächst, ist tot“, sagte der Bischof. Wachstum und Weiterentwicklung seien für die Kirche in ihrer gegenwärtigen Situation unabdingbar. „Wenn die Kirche für die Menschen Sakrament des Heiles sein will, dann wird sich das daran erweisen, wie es uns gelingt, zu wachsen.“ Vor diesem Hintergrund müsse auch der in der Diözese Würzburg gerade begonnene Prozess der Sozialraumorientierung verstanden werden, in dem sich die Kirche von Würzburg selber frage, wo sie wachsen könne. „Ich freue mich über diesen Impuls, der davon ausgeht, dass wir Kirche und Caritas immer wieder neu verbinden wollen.“

Abschließend betonte der Bischof die große Bedeutung der Caritas für den Fortbestand der Kirche. Ausdrücklich dankte er den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus den unterschiedlichen Bereichen „für ihren hochherzigen und engagierten Einsatz“. An ihrem Dienst zum Beispiel in Schulen, Beratungsstellen und Pflegeeinrichtungen hänge die Reputation der Kirche. „Es wird das caritative Engagement der Kirche sein, auf das die Welt schaut und von dem die Welt ablesen kann, ob wir Jüngerinnen und Jünger Christi geworden sind.“

km (Caritas)

(2821/0684; E-Mail voraus)

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