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Bischof Dr. Franz Jung

„Ehe braucht Ausdauer und Kreativität“

Bischof Dr. Franz Jung feiert Pontifikalgottesdienst für Ehepaare aus den Dekanaten Bad Kissingen, Hammelburg, Kitzingen, Ochsenfurt, Schweinfurt-Nord und -Süd und der Stadtpfarrei Schweinfurt – „Eheleute sind als Hirten füreinander bestimmt“ – Einladung an konfessionsverbindende Ehepaare zur Eucharistie

Würzburg (POW) Der Bischofsring wie der Ehering seien Ausdruck der Hirtensorge: „Der Bischof ist berufen, als Hirte des Bistums den verlorenen Schafen nachzugehen. Die Eheleute sind als Hirten füreinander bestimmt, ein Leben lang aufeinander zu achten.“ Das hat Bischof Dr. Franz Jung beim Pontifikalgottesdienst für Ehejubilare am Donnerstagvormittag, 5. Juli, gesagt. Letztlich seien beide Ringe eigentlich einer: „Es ist der Ring Jesu Christi und seiner Treue, die uns hält und trägt, und das hoffentlich noch viele gute und gesegnete Jahre.“ Rund 1000 Männer und Frauen aus den Dekanaten Bad Kissingen, Hammelburg, Kitzingen, Ochsenfurt, Schweinfurt-Nord und -Süd sowie der Stadtpfarrei Schweinfurt, die in diesem Jahr auf 50, 60 oder 65 gemeinsame Ehejahre zurückblicken, nahmen an der Feier im Würzburger Kiliansdom teil. Ausdrücklich lud Bischof Jung auch die konfessionsverbindenden Ehepaare zur Feier der Eucharistie ein.

Im Festgottesdienst, der der diesjährigen Kiliani-Wallfahrtswoche mit dem Motto „Gott, mein Gott bist du, dich suche ich“ vorgeschaltet war, erneuerten die Jubelpaare ihr Eheversprechen. Nach dem Gottesdienst ließen sich die Ehepartner von Bischof Jung, Bischof em. Dr. Friedhelm Hofmann, Generalvikar Thomas Keßler, den Domkapitularen Christoph Warmuth und Dr. Jürgen Vorndran, Domdekan Prälat Günter Putz und weiteren Priestern und Diakonen segnen.

Jeder Ring habe seine eigene Geschichte, sagte Bischof Jung in seiner Predigt. Bei der Vorbereitung auf die Bischofsweihe habe er in einem Kästchen die Eheringe seiner Großeltern gefunden. Sein Großvater habe immer wieder erzählt, wie es ihm gelungen sei, den Ehering trotz Kriegsgefangenschaft bei sich zu behalten. Der Ring habe ihm Kraft gegeben und ihn daran erinnert, dass es einen Menschen gebe, der auf ihn wartet. „Ich denke, Sie können ähnliche Geschichten erzählen vom Ehering und von der Kraft, die von ihm ausgeht.“ Der Ring sei aber auch ein Erinnerungszeichen. „Er erinnert uns und andere daran, dass wir bereits vergeben sind und dass wir täglich neu diese Treue, die wir einander versprochen haben, leben müssen und wollen“, fuhr der Bischof fort.

Das Gold, aus dem viele Ringe gemacht seien, bezeichnete der Bischof als ein Symbol für den Glauben, der geläutert werden müsse. „Wer miteinander durch das Leben geht, der erlebt so eine Läuterung. Immer wieder muss das eingeschmolzen werden, was dem gemeinsamen Leben widersteht. Es ist gut, wenn man Kraft und Mut hat, sich miteinander auseinanderzusetzen.“ In jedem Konflikt werde deutlich, dass man den anderen ernst nehme, betonte der Bischof. „Mit jeder Auseinandersetzung wird im Grunde der unzerstörbare Glanz des Ringes erneuert und aufpoliert.“

Zugleich stehe er in seiner Kreisform für die Unendlichkeit. „Wir als endliche Menschen aber müssen uns täglich verwandeln, wenn wir teilhaben wollen an der Unendlichkeit.“ Eine Ehe so lange zu führen heiße, sich als Ehepaar immer wieder neu zu erfinden: „Wer sind wir füreinander, wer wollen wir füreinander sein?“ Dazu brauche man Ausdauer und Kreativität, betonte der Bischof. Nach christlichem Verständnis sei die Ehe aber nicht einfach eine Privatsache zwischen zwei Menschen, sondern ein Sakrament: „Wenn wir miteinander gehen, dann nur deshalb, weil wir auf die Liebe Jesu Christi vertrauen, weil wir darauf vertrauen, dass es einen gibt, der in jedem Scheitern, jeder Krise einen Neuanfang eröffnet, der mit uns unseren Weg geht.“

Es sei lange darum gerungen worden, wie ein geistlicher Weg aussehen könnte, an dessen Ende eine Zulassung im Einzelfall des evangelischen Partners zur Kommunion aussehen könne, fuhr der Bischof fort. In den kommenden Monaten werde in den diözesanen Gremien intensiv über die Empfehlung der Deutschen Bischofskonferenz diskutiert werden. „Aber heute ergeht die herzliche Einladung an alle gemischtkonfessionellen Paare, zum Tisch des Herrn hinzuzutreten.“

Beim Verlassen des Doms erhielten die Eheleute Lebkuchenherzen mit der Aufschrift „Ich verspreche Dir die Treue“. Auf dem Kiliansplatz zwischen Dom und Neumünster war anschließend Zeit für Begegnungen. „Der Gottesdienst war super“, waren sich Elfriede und German Seufert aus Rannungen (Dekanat Bad Kissingen) einig. Beide sind seit 50 Jahren verheiratet. Sie sei von Bischof Jung „angenehm überrascht“ gewesen, sagte Elfriede Seufert. Die Predigt sei gut gewesen und der Bischof habe einen sympathischen Eindruck gemacht. In einer Ehe gebe es Höhen und Tiefen, sagte German Seufert. Es sei wichtig, Vertrauen zu haben.

Er freue sich sehr darüber, dass über das Thema der konfessionsverbindenden Ehepaare gesprochen werden solle, sagte Werner Weis aus Bad Königshofen (Dekanat Bad Neustadt). „Auch, dass der Bischof am heutigen Tag alle Ehepaare zur Eucharistie eingeladen hat, gleich welcher Konfession.“ Mit seiner Frau Ilse blickt er auf 51 gemeinsame Ehejahre zurück. Den jungen Menschen raten beide, einander immer wieder zu verzeihen. „Wenn etwas ist, muss man aufeinander zugehen.“

Die Predigt habe sie sehr beeindruckt, sagte Maria Schneider aus Mönchstockheim (Dekanat Schweinfurt-Süd). „Der Bischof macht einen sehr guten Eindruck.“ Das Grundrezept für eine Ehe sei, dass man nicht gleich aufgibt, wenn es Schwierigkeiten gibt. „Allein kann man nicht streiten“, ergänzte ihr Mann Herold scherzhaft. Die beiden sind seit 50 Jahren verheiratet.

„Der passt nach Würzburg“, sagten Anita und Toni Uebel nach dem Gottesdienst über den neuen Bischof. Genauso wie Irmgard und Hans Schedel sind sie aus Hammelburg zum Gottesdienst nach Würzburg gekommen. Beide Paare sind jeweils seit 50 Jahren verheiratet. Der Bischof strahle eine „unwahrscheinliche Ruhe“ aus, ergänzte Anita Uebel. In einer Ehe gebe es „Höhen und Tiefen und ganz tiefe Tiefen“, sagte sie. „Es kommt darauf an, nicht das Handtuch zu werfen.“ Hans Schedel hat auch die Einladung zur Eucharistie an die konfessionsverbindenden Ehepaare beeindruckt. „Damit hat er sich aus dem Fenster gelehnt.“

„Der Bischof hat einen guten Eindruck hinterlassen“, sagten Irmgard und Peter Zahn aus Wildflecken (Dekanat Hammelburg). „Vor allem dadurch, dass er die konfessionsverbindenden Ehepaare zur Eucharistie eingeladen hat. Das haben alle gut aufgenommen“, hat Peter Zahn beobachtet. Er habe den Gottesdienst für die Ehejubilare „ganz toll gemacht“, ergänzten Brigitte und Horst Bernhard aus Garitz (Dekanat Bad Kissingen). „Er hat aus dem Leben gesprochen. Die Geschichte von seinen Großeltern hat mich beeindruckt“, führte Horst Bernhard aus. Das Thema der konfessionsverbindenden Ehepaare sei ihm wichtig. „Ich möchte dem Bischof Mut machen, den Weg weiterzugehen. Das ist ein Thema, das uns alle sehr beschäftigt.“

sti (POW)

(2818/0677; E-Mail voraus)

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