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Bischof Dr. Franz Jung

Feierlicher Zug zum Kiliansdom

Auftakt der Kiliani-Wallfahrtswoche 2018 – Mehr als 1200 Gläubige beim Pontifikalgottesdienst – Reliquienprozession von Sankt Burkard über die Alte Mainbrücke – Delegation aus Kilians Geburtsort Mullagh feiert mit – „Choral Evensong“ am Samstagabend im Neumünster

 

Würzburg (POW) Erstmals hat Bischof Dr. Franz Jung die Kiliani-Wallfahrtswoche mit der Reliquienprozession von der Pfarrkirche Sankt Burkard über die Alte Mainbrücke in den Kiliansdom und einem Pontifikalgottesdienst feierlich eröffnet. Sie steht in diesem Jahr unter dem Psalmvers „Gott, mein Gott bist du, dich suche ich“. Mehr als 1200 Gläubige füllten am Sonntag, 8. Juli, den Dom. Auch eine Delegation aus Mullagh, dem Geburtsort Kilians in der irischen Grafschaft Cavan, feierte den Gottesdienst mit, der zugleich Wallfahrtstag des Dekanats Würzburg-Stadt war.

Die Prozession mit den Häuptern der Frankenapostel begann am Sonntagmorgen mit einer Statio in Sankt Burkard. Dort erinnerte Bischof Jung daran, wie wichtig es sei, auf die Frankenapostel zu blicken, die den Glauben nach Unterfranken brachten. „Lassen wir uns immer neu von ihnen in die Pflicht nehmen, für diesen Glauben einzustehen.“ Den Zug zum Dom begleiteten bei Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen Weihbischof Dompropst Ulrich Boom, Vertreter des Domkapitels, Mitglieder des Diözesanrats sowie des Würzburger Stadtrats, außerdem Familiaren des Deutschen Ordens, Ritter vom Heiligen Grab sowie Verbände, Vereine, Studentenverbindungen und Innungen. Den Reliquienschrein trugen Priesterseminaristen und Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Würzburg abwechselnd. Während der Kiliani-Wallfahrtswoche sind die Häupter der drei Frankenapostel in einem Schrein vor dem Altar des Kiliansdoms aufgestellt.

In seiner Predigt verwies Bischof Jung darauf, dass das Psalmwort „Gott, mein Gott bist du, dich suche ich“ für die Frankenapostel ebenso gegolten habe, wie es auch für die Menschen im 21. Jahrhundert gelte. Das ganze Bistum befinde sich derzeit im Aufbruch, um nach dem lebendigen Gott und seiner Gegenwart in der Welt zu suchen. „Wir müssen zugeben, dass der Anstoß dazu auch der Tatsache geschuldet ist, dass wir älter und weniger werden.“ Auch in der Bibel fänden sich Erzählungen von Menschen, die sich gerade in der Not wieder neu auf Gott besinnen, wie zum Beispiel der Verlorene Sohn. Schwierig sei dieser Aufbruch nur da, wo er lediglich zu einer Notlösung führe, betonte der Bischof: Das alleinige Weiterführen des Vorigen, nur im größeren Maßstab, also beispielsweise größeren Pfarreien, sei lediglich die Wiederbelebung des Alten, aber nicht die Auferstehung, von der er am Tag seiner Bischofsweihe gesprochen habe.

Beeindruckt habe ihn bei einem Besuch im Mutterhaus der Sisters of Mercy von Mutter Teresa in Kalkutta der einfache Satz: „Mich dürstet“, der dort groß an der Wand des Treppenhauses stand, sagte der Bischof. Wie kein anderer habe der sterbende Christus am Kreuz den Durst der Menschen nach Leben durchlitten. Deswegen sei es wichtig, dass sich die Kirche den Notleidenden zuwende, um so über sich hinauszuwachsen. „In der Konsequenz heißt das für uns, künftig Seelsorge und sozial-karitatives Engagement noch enger zusammenzudenken.“ Allen, die sich bereits an so vielen Orten im Bistum für Menschen in Not engagieren, sprach Bischof Jung seinen aufrichtigen Dank aus.

Die Begegnung Jesu mit der Samariterin am Jakobsbrunnen deutete der Bischof so, dass die Pastoral so orientiert sein müsse, dass sie den Durst nach dem unendlichen Gott weckt. Wer diesen Durst verspürt und dann erkannt habe, dass dieser in Christus gestillt werde, könne danach zum Missionar und Verkünder werden. Die Anstrengungen in der Seelsorge müssten sich daran messen lasen, ob es gelinge, die Christinnen und Christen zu ermutigen, zu Verkündern der Frohen Botschaft zu werden. Zudem gehörten Mission und Kontemplation aufs Engste zusammen. Es sei daher wichtig, Formen der Anbetung auch in den Pfarreien zu etablieren. Das gesamte Bistum müsse um die Erneuerung beten. „Nur dann wird es wirklich ein geistlicher Aufbruch.“ Der Bischof lud die Gläubigen ein, sich immer wieder neu nach Gott auszustrecken, an dem die Seele hänge, und sich von ihm täglich wandeln zu lassen. „Unsere Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan sind uns hierin Ansporn und Vorbild.“

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Für die musikalische Gestaltung des Gottesdiensts im Dom sorgten Domorganist Professor Stefan Schmidt sowie – von Domkapellmeister Christian Schmid und Domkantor Alexander Rüth geleitet – der Domchor, die Domsingknaben und ein Bläserensemble mit Werken unter anderem von Michael Praetorius und Hans Leo Hassler. Bei der Prozession und bei der Begegnung nach dem Gottesdienst auf dem Kiliansplatz spielten die Böttigheimer Musikanten.

Am Samstagabend, 7. Juli, gab es zum Auftakt der Kiliani-Wallfahrtswoche einen „Choral Evensong“ unter dem Motto „Dich suche ich...“ im Neumünster. Weihbischof Boom begrüßte die Teilnehmer und sprach vom „sehr guten Brauch der kirchenmusikalischen Eröffnung der Wallfahrt zu den Frankenaposteln". Die Junge Domkantorei und die Cappella Lacensis aus Maria Laach sowie Domorganist Professor Stefan Schmidt gestalteten die Feier unter der musikalischen Leitung von Domkantor Rüth. Offiziant und Prediger war Benediktinerpater Philipp Meyer aus Maria Laach. In seiner Ansprache betonte er, dass Christen dazu aufgefordert seien, immer wieder Zeugnis von ihrem Glauben zu geben. Zentral sei dabei nicht, pausenlos „von Jesus zu quatschen“. Vielmehr seien Christen aufgefordert, so zu leben, dass sie durch ihre Lebensführung, ihren Stil, ihre Worte und ihre Art der Kommunikation positive Fragen ihrer Mitmenschen auslösen. „Jeder von uns ist hier gefragt. Denn in die Mitte der Kirche gehört nur einer, der Herr, Jesus Christus. Und vom ihm her allein bestimmt sich dann all ihr Denken, Wirken und Tun – am Menschen, in der Gesellschaft und in der Welt.“

Der „Choral Evensong“ als chorisches Abendgebet entstammt der anglikanischen Tradition und hat seinen Ursprung in der Zeit der Reformation in England um die Mitte des 16. Jahrhunderts. Seine bis heute gültige Grundform bekam der Evensong durch das Zusammenführen von Vesper und Komplet, dem Abend- sowie dem Nachtgebet der Kirche, und folgt somit der Urform aller Stundengebete in Psalmen, Lesung, den lukanischen Lobgesängen Magnificat und Nunc dimittis, den Fürbitten und dem Vaterunser.

mh (POW)

(70 Zeilen/2818/0684; E-Mail voraus)

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