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Von der Trauer zur Freude

Bischof Jung an Ostern: Davon erzählen, wie Gott die Tränen der Trauer abgewischt hat – Feier der Osternacht: Gott bleibt selbst im Tod gegenwärtig und überwindet diesen

Würzburg (POW) Bischof Dr. Franz Jung hat an Ostern die Hoffnung auf Auferstehung und neues Leben trotz Leid und Verlust betont. In seinen Predigten zur Osternacht und zum Ostersonntag im Würzburger Kiliansdom stellte er die österliche Botschaft in den Zusammenhang existenzieller Erfahrungen von Abschied und Trauer. „Mit Maria von Magdala trägt uns der auferstandene Herr auf, unseren Schwestern und Brüdern von unseren Auferstehungserfahrungen zu berichten. Davon zu erzählen, wie er uns die Tränen der Trauer abgewischt hat, so dass die Tränen der Freude fließen konnten und können.“

Im Mittelpunkt der Predigt am Ostersonntag stand Maria von Magdala. Ihr Weinen am leeren Grab stehe exemplarisch für die Trauer vieler Menschen, erklärte der Bischof. Diese umfasse den Schmerz über den Verlust eines nahestehenden Menschen, aber auch die Erfahrung der eigenen Endlichkeit. Zugleich bezeichnete Bischof Jung die Fähigkeit zu weinen als Ausdruck eines offenen und mitfühlenden Herzens. In der geistlichen Tradition werde dies als „Gabe der Tränen“ verstanden.

Trauer dürfe nicht verdrängt oder übersprungen werden, sagte der Bischof. Sie brauche Zeit und Raum. Erst wenn Menschen ihre Trauer wirklich durchlebten, könne sich Wandlung vollziehen. Das zeige sich im Osterevangelium, als Maria von Magdala den auferstandenen Christus zunächst nicht erkenne und erst im persönlichen Angesprochenwerden zum Glauben finde. Aus den Tränen der Trauer würden so Tränen der Freude.

In der Osternacht deutete der Bischof die Lesung von Abraham und Isaak als Beispiel für Erfahrungen, in denen Menschen das Liebste loslassen müssen. Solche Situationen seien oft von Überforderung und Sprachlosigkeit geprägt. Der biblische Text verweise jedoch auf das Vertrauen, dass Gott auch aus ausweglosen Situationen neues Leben schenken könne. Die Auferstehung Jesu sei deshalb keine Verdrängung von Leid, sondern eröffne einen neuen Blick auf das Leben, erklärte der Bischof. Sie begründe die Hoffnung, dass Gott selbst im Tod gegenwärtig bleibe und diesen überwinde. Christinnen und Christen seien aufgerufen, von dieser Hoffnung Zeugnis zu geben.

Die Feier der Osternacht begann am Feuer im Domkreuzgang. Nach der Segnung des Osterfeuers entzündete Bischof Jung die große Osterkerze an den Flammen mit den Worten: „Mitten in der Nacht leuchtet ein Licht auf, weil Christus im Sterben den Tod besiegt hat.“ Danach wurde das Osterlicht in Begleitung von Mitgliedern des Domkapitels in den dunklen Kiliansdom getragen und an die Gläubigen weitergereicht. Während der Lichtfeier sang Diakon Ordinariatsrat Dr. Martin Faatz das österliche Exsultet, den Lobgesang auf die Osterkerze. Lektoren trugen Lesungen aus dem Alten Testament vor. Beim Gloria läuteten die Glocken des Domes nach den stillen Tagen seit Gründonnerstag wieder. Lesung und Evangelium des Neuen Testaments berichteten von der Auferstehung Jesu. Der Lichtfeier schlossen sich die allgemeine Tauferneuerung und die Eucharistiefeier an. Die Mädchenkantorei am Würzburger Dom unter der Leitung von Domkapellmeister Alexander Rüth und Domorganist Professor Stefan Schmidt gestalteten die Feier mit „Antwortgesängen zur Osternacht“ von Alexander Rüth und Otmar Faulstich, „O filii et filiae“ aus dem Oratorium „Christus“ von Franz Liszt, „Surrexit pastor bonus“ von Felix Mendelssohn Bartholdy und „Messe pour deux voix égales“ von Cécile Chaminade.

Das Pontifikalamt am Ostersonntag begleiteten der Würzburger Domchor und die Camerata Würzburg unter der Leitung von Domkapellmeister Rüth sowie Domorganist Schmidt mit der „Messe in d-Moll WAB 26“ von Anton Bruckner. Solisten waren Sophie Gordeladze (Sopran), Barbara Giouseljannis (Alt), Oliver Kringel (Tenor) und Simon Tischler (Bass). 

mh (POW)

(1526/0339; E-Mail voraus)

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