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Lichtshow, Lobpreis und Anbetung

104. Deutscher Katholikentag
„The Tabernacle“ verbindet moderne Inszenierung mit klassischen Formen katholischer Spiritualität – Gottesdienst mit Bischof Dr. Franz Jung

Würzburg (POW) Von Lobpreis bis Lichtshow, von persönlichen Glaubensbekenntnissen bis zu eucharistischer Anbetung: Das Event „The Tabernacle“ in der Würzburger Tectake-Arena hat am Freitag, 15. Mai, während des 104. Deutschen Katholikentags Jugendliche aus ganz Deutschland nach Würzburg gelockt. Auffällig war, dass die wenigsten der rund 600 Besucher am eigentlichen Katholikentag teilnahmen, sondern eigens für die Veranstaltung des Vereins „Charismatische Erneuerung“ und der Initiative „Jugend für Kirche“ anreisten. Bischof Dr. Franz Jung hielt den Gottesdienst und übernahm bei der anschließenden Anbetung persönlich die Aussetzung des Allerheiligsten.

„Bist du bereit für eine Begegnung, die alles verändert?“, fragte Moderator Samuel Hartl (21) zu Beginn des gut dreistündigen Events. Volker Sehy, Priester aus dem Bistum Speyer, verlas vor dem Gottesdienst ein Grußwort von Papst Leo XIV., übermittelt von Paolo Rudelli, Substitut des Staatssekretariats im Vatikan. „In diesen Tagen vor Pfingsten betet die ganze Kirche in besonderer Weise um den Heiligen Geist“, heißt es in dem Schreiben aus Rom. „Er möge unsere Herzen besuchen, unsere Zungen reden machen, unsere Sinne erhellen, uns Liebe eingießen, uns an Leib und Seele stärken und den Frieden schenken, nach dem sich die Welt und jeder Einzelne im Herzen sehnt.“ Die Teilnehmer ermunterte der Papst, sich fest zu machen im Glauben, „um in den Herausforderungen des Lebens zu bestehen, ja, um sie mutig und hoffnungsvoll anzugehen, weil wir erfahren haben und darauf vertrauen, dass der Herr mit uns ist, dass er bei uns bleibt und dass er alles, was wir in seinem Namen beginnen, zur Vollendung führen wird“. Papst Leo XIV. wünschte ein „gnadenreiches Treffen“ und erteilte den apostolischen Segen.

„Wir glauben, dass sich Gott über uns freut“, sagte Hartl. Glaube werde in Gemeinschaft lebendig, da, wo Menschen zusammenkommen, „und genau das machen wir heute“, ergänzte Co-Moderatorin Helena Vettermann (24). Mehrere Redner gaben zudem ganz persönliche Glaubenszeugnisse ab. Lukas Golla (34) etwa berichtete von Selbstzweifeln und Sorgen, die er mit Lebenstipps aus dem Handy überdeckte. „Es ist einfach, in einer Welt zu versinken, in der alles schön ist“, erzählte er. Die Begegnung mit Jesus dagegen gehe tiefer. Moderator Hartl kündigte den Gottesdienst und die eucharistische Anbetung als „zertifizierte Momente der Gottesbegegnung“ und als „echte Momente in schwierigen Zeiten“ an. 

„Gott wird immer größer sein als die Box, in die wir Menschen ihn hineinzustecken versuchen“, sagte Rednerin Elisabeth Regnet (28) aus Salzburg. Sie berichtete, dass sie beim Beten durch die Wohnung tanze, vor dem Bett knie oder mit dem Fahrrad unterwegs sei. „Gott hat die Fülle für dich“, lautete eine ihrer Botschaften. Das Leben müsse nicht immer perfekt und „instagramable“ sein: „Das ist dein Leben, kein anderer kann es leben, Gott hat dich berufen.“

In seiner Predigt zitierte Bischof Jung den heiligen Augustinus: „Am Ende werden wir in seiner Gegenwart ruhen und schauen, schauen und lieben, lieben und loben, und das bis zum Ende ohne Ende.“ In Kapitel 16 des Johannesevangeliums gehe es um die Urangst, einen Menschen zu verlieren. Jesus Christus sei jedoch immer da und begleite uns in allen Abschnitten unseres Lebens. „Immer dann, wenn Menschen mit dem Herzen beisammen sind, erübrigen sich alle Fragen“, sagte der Bischof und rief die Jugendlichen dazu auf, den Herrn als die Mitte des Lebens zu finden.

Auch Initiator und Projektleiter Samuel Tussing (21) aus der Pfalz berichtete von seinem Glaubensweg und seinem frommen Elternhaus. Er rief die Teilnehmer auf, mit ihm gemeinsam das Taufversprechen zu erneuern und so Gott neu zu begegnen. Vor zwei Jahren hatte er die Idee, während des Katholikentags ein Jugendevent mit charismatischer Ausrichtung zu organisieren. Als er Bischof Jung erzählte, dass er dafür die Tectake-Arena angemietet habe, sagte der Bischof seine Teilnahme spontan zu. „Mir war von Anfang an wichtig, dass der Katholikentag auch ein spirituelles Ereignis wird“, begründete der Bischof  seine Unterstützung. Dazu würden unterschiedliche Formate gehören. Es sei ihm wichtig gewesen, in diesem Rahmen die Eucharistie als „das große Geschenk des Lebens“ zu feiern. „Alle Erneuerung kommt aus der Anbetung und aus der stillen Zeit vor dem Allerheiligsten“, sagte er unter anderem mit Blick auf die Zunahme von Erwachsenentaufen in Frankreich.

Initiator Tussing berichtete, dass das Event in Würzburg nur mit Unterstützung durch rund 140 Ehrenamtliche möglich war. Die Kosten lägen bei mehr als 100.000 Euro, trotzdem sei es der Initiative „Jugend für Kirche“ wichtig, dass der Eintritt kostenlos war. Während der Messe wurde um Spenden gebeten. Hinter der Veranstaltung stehen laut Tussing rund 25 Unterstützer, die sich zum Teil an dem Abend präsentierten, darunter katholische Medien wie die Fernsehsender EWTN und K-TV oder die Zeitung „Die Tagespost“. Tussing hoffte, dass die Kosten durch Spenden noch gedeckt würden und somit „The Tabernacle“ spätestens beim nächsten Katholikentag 2028 in Paderborn wiederholt werden könne.

Die Veranstaltung ist auf YouTube abrufbar unter https://www.youtube.com/live/a6nBNGW-FO0.

raru (Würzburger katholisches Sonntagsblatt)

(2126/0511; E-Mail voraus)

Weitere Bilder finden Sie hier:https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1778933151RY5J2ZEtayebkJ