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„Es war einfach ein Kunstgenuss“

Romwallfahrt der Kirchenchöre 2026
Teilnehmende der Romwallfahrt der Kirchenchöre wieder zurück im Bistum Würzburg

Rom/Brixen (POW) Nachdem am Samstag, 12. September, im Brixner Dom in Südtirol der letzte Ton des Blasorchesters verklungen war, flüsterte Diözesanmusikdirektor Rainer Aberle ein leises „Bravo“ an Chor und Orchester. Es war der gebührende Abschluss der Romwallfahrt der Kirchenchöre, die mit einer Eucharistiefeier für die Pilgerinnen und Pilger endete. Nach einer Woche mit vielen zu Fuß und mit dem Bus zurückgelegten Kilometern, sieben Eucharistiefeiern und Tausenden Tönen sind die 520 Wallfahrerinnen und Wallfahrer wieder gut im Bistum Würzburg angekommen.

Am Sonntag, 6. September, brachen die Pilgernden zusammen mit Bischof Dr. Franz Jung nach Italien auf. Nach zwei langen Reisetagen kamen sie am Montagabend, 7. September, in Rom an. Was folgte, waren drei ereignisreiche Tage in der Ewigen Stadt. Die Pilger besuchten die Sehenswürdigkeiten wie das Pantheon, die Spanische Treppe und den Trevi-Brunnen. Auch zahlreiche Kirchen standen auf dem Programm. So wurden mit der „Basilica di San Giovanni in Laterano“ (Lateranbasilika), „San Paolo fuori le mura“ (Sankt Paul vor den Mauern) und „San Pietro in Vaticano“ (Petersdom) gleich drei der vier römischen Papstbasiliken besucht. Zudem war eine Eucharistiefeier in der Sant’Ignazio-Kirche vor allem für Bischof Jung etwas Besonderes. In der Kirche des heiligen Ignatius und des Jesuitenordens wurde Bischof Jung am 10. Oktober 1992 zum Priester geweiht. Im Anschluss an die Messe bezeichnete er sein Gefühl während des Gottesdienstes mit den Worten: „Es hat sich angefühlt wie nach Hause kommen.“

Am Mittwoch, 9. September, folgte, was viele im Nachhinein als den Höhepunkt der Reise bezeichneten – die Papstaudienz mit anschließendem Gottesdienst im Petersdom. Mit rund 22.000 Gläubigen aus Dutzenden Ländern jubelten die Pilgernden aus dem Bistum Würzburg auf dem Petersplatz besonders, als Papst Leo XIV. sie direkt ansprach und ihnen für das Glaubensbekenntnis dankte. „Erinnern wir uns daran, dass es unsere höchste Berufung ist, Gott zu loben und zu preisen“, sagte Papst Leo. Doch damit nicht genug. Am Nachmittag durften die Chöre zusammen mit Bischof Jung Eucharistie feiern – im Petersdom. Im Zentrum des Christentums, in einer bedeutsamen Kirche, kam die Kraft der Chöre noch einmal besonders zum Vorschein. So wurden viele der Touristen im Petersdom magnetisch vom Chorgesang angezogen. Doch die Romwallfahrt war damit noch nicht vorbei.

Das Wetter wechselte am Donnerstag von sommerlicher Wärme zu einem Gewitter. Doch das konnte die gute Laune der Wallfahrerinnen und Wallfahrer nicht brechen. In der Sankt-Cecilia-Kirche im römischen Stadtteil Trastevere zeigten sich die Pilgerinnen und Pilger unbeeindruckt. Die kleine Kirche wurde nicht zufällig als Ort für einen Gottesdienst ausgesucht. Die heilige Cäcilia von Rom ist Schutzpatronin der Kirchenmusik. Eine Fügung, welche die Kirchenchöre sowie der Kammerchor unter der Leitung von Christian Stegmann ein weiteres Mal mit Klängen würdigten, die in diesen Kirchen eigentlich gar nicht üblich sind. So schwärmte nach dem Gottesdienst ein italienischer Priester, der die Kirche zufällig besuchte, vom Gesang: „Wir haben in Italien nicht so eine starke Chorkultur, also ist es wunderbar, so etwas zu hören. Großes Kompliment.“ Nach drei Tagen in Rom reisten die Chöre am Freitag, 11. September, wieder in Richtung Würzburg, bevor am Samstag, 12. September, die Wallfahrt in Brixen offiziell endete.

Zum Abschluss dankte Diözesanmusikdirektor Aberle allen Beteiligten der Chorwallfahrt: den Organisatoren, seinem Team der Fachstelle Kirchenmusik, den Busleiterinnen und Busfahrern sowie dem Blasorchester. „Die Mühe, die wir auf uns genommen haben, mit den Proben und der Organisation, hat sich wirklich gelohnt.“ Aberle dankte auch Bischof Jung: „Ein herzliches Vergelts Gott für die vergangenen Tage. Die Lust, mit der Sie Tag für Tag zum Gottesdienst gekommen sind, war wirklich schön.“ Letztlich wurde den wohl wichtigsten Akteuren gedankt: den Chorsängerinnen und Chorsängern. „Ohne Euch wäre diese Reise nicht möglich.“ Besonders hob er den Gesang während des Abschlussgottesdienstes hervor. „Heute war das einfach ein Kunstgenuss. Ich habe jedes Stück mit Euch genossen.“ Auch Bischof Jung blickte positiv auf die Romwallfahrt zurück. „Es war wirklich schön zu sehen, wie in dieser Woche eine Gemeinschaft entstanden ist. Vor allem bei den Gottesdiensten war dieses Gefühl besonders stark.“

Die Teilnehmenden zogen ebenfalls ein positives Fazit. Trotz eines sehr anstrengenden Programms habe es Spaß gemacht, sagte Gabriele Berthold aus Würzburg. „Ich fand es sehr beeindruckend. Die Stadt, aber auch die Gottesdienste.“ Auch für die Pilgerin Claudia Wirt hat sich die Reise gelohnt. „Es war schön, das alles zu erleben, besonders das Gefühl der Gemeinschaft. Ich bin selber kein Sänger, aber ich würde es trotzdem jederzeit wieder machen.“

Dass die Wallfahrerinnen und Wallfahrer auch nach sieben Tagen Wallfahrt noch nicht genug hatten, zeigte sich auf der Rückfahrt. Selbst im Bus wurden noch kurz vor Würzburg wieder Lieder angestimmt. So gehen die Chöre wieder in ihre Pfarreien, um in deutlich kleinerer Zahl zu singen. Was aber vielleicht bleibt, ist dieses so oft betonte Gefühl von Gemeinschaft.

Aus Rom berichtet Paul Frigger (POW)

(3826/0861; E-Mail voraus)

Alle Fotos finden Sie hier: https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1789395131uJamIsQI3lcAZk
 

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