„Mit der heutigen sechsten Synodalversammlung ist der synodale Weg in Stuttgart insgesamt zu Ende gegangen. Bei dieser Synodalversammlung gab es ein neues Element, was wir vorher nicht hatten, in Anlehnung an die Weltsynode: die ,Conversatio in Spiritu'. Wir haben uns mehrfach Zeit genommen, die Sitzung zu unterbrechen für ein geistliches Gespräch in kleiner Runde, in der dann jeder mitteilen konnte, was ihn momentan beschäftigt. In einer zweiten Runde konnten die anderen Teilnehmer darauf reagieren und in einer dritten Runde wurde dann gefragt: Was steht jetzt eigentlich im Raum? Was ist weiter zu bearbeiten? Wie ich finde, ein sehr fruchtbares Format, das hilft, die Gemeinschaft unter den Synodalen zu stärken und wirklich jeden Einzelnen und jeder Einzelne zu Wort kommen zu lassen.
Insgesamt ging es jetzt bei der sechsten Synodalversammlung darum, Rückschau zu halten, in zweifacher Hinsicht: Einmal in der Evaluation zu fragen: Was sind Gelingensfaktoren guter Synodalität?Dort wurden noch einmal drei Punkte eigens beleuchtet. Zum einen die Frage: Wie ist die Dialogqualität einer solchen Versammlung? Kann jeder zu Wort kommen? Wie geht man miteinander um? Das Zweite: Was ist mit Frustrationen und Verletzungen, die entstehen? Wie kann das aufgefangen werden und konstruktiv bearbeitet werden? Und das Dritte: Was ist mit dem Thema Zeit und Zeitdruck? Oftmals war die Erfahrung bei der Synodalversammlung, dass unter hohem Zeitdruck Entscheidungen gefällt werden mussten. Das war oft nicht gut, weil man den Eindruck hatte, es besteht noch Diskussionsbedarf. Für gelingende Synodalität muss also auch der Faktor Zeit noch mal eigens bedacht werden. Wie viel Zeit zur Diskussion ist? Wann sind Dinge tatsächlich entscheidungsreif?
Ein zweiter Punkt betraf nicht die Prozessqualität, sondern die Frage: Wie sind die Beschlüsse, die gefasst worden, umgesetzt worden? Dort hat unsere Kommission, die Kommission zwei, deren Vorsitzender ich war, zusammen mit Birgit Mock vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) noch einmal alle Bistümer abgefragt, die daran teilgenommen haben. Es waren immerhin 23 von 27 Bistümern, die uns eine Rückmeldung gegeben haben. Diese haben wir zusammengestellt. Es wurde auch beschlossen, dass die Rückmeldung der einzelnen Bistümer mit den Diözesangremien noch einmal besprochen werden soll und eine weitere Umsetzung in dem Bistum vor Ort zu diskutieren ist.
Wir haben während der fünften und sechsten Synodalversammlung im Synodalausschuss die sogenannte Synodalkonferenz vorbereitet, das heißt, das Beratungsformat von Laien und Bischöfen soll auf Dauer gestellt werden. Die Frühjahrsvollversammlung der deutschen Bischöfe muss diesem Satzungsentwurf, der in enger Abstimmung mit Rom vorbereitet ist, noch zustimmen. Und dann muss Rom noch mal abschließend diesen Satzungsentwurf rekognoszieren. Dann könnte ab November auch wieder in Stuttgart die erste Synodalkonferenz zusammentreten.
Es gab noch eine Abschlusserklärung zur Syndodalversammlung, in dem wir noch einmal versucht haben, das Anliegen zu bündeln. Jetzt bin ich gespannt, wie das im November gut weitergeht. Ich bin froh, dass der synodale Weg mit der sechsten Synodalversammlung seinen Abschluss gefunden hat. Es war ein schweres Stück Arbeit in den vergangenen Jahren. Aber jetzt schauen wir positiv in die Zukunft.“

