Würzburg (POW) 450 Jahre besteht das Würzburger Juliusspital. „Eine beeindruckende Bilanz, die nur wenige aufweisen können“, attestierte Bischof Dr. Franz Jung bei einem Festgottesdienst in der Kilianskirche des Würzburger Juliusspitals am Donnerstag, 12. März. Anlass war das Jubiläum der Grundsteinlegung der Einrichtung am 12. März 1576. Den Gottesdienst feierten Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, die Mitglieder des Oberpflegamts des Juliusspitals sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stiftung mit. Bischof Jung ermunterte, mit Beharrlichkeit aktuelle Herausforderungen anzugehen: „Flexibel auf Herausforderungen reagieren, ohne verbohrt oder nachgiebig zu sein“, sei eine Lehre aus dem Handeln Julius Echters.
Der Bischof lobte Echters 44-jährige Regentschaft, die trotz Gegenreformation Neugründungen wie Universität, Festung und Juliusspital schuf. Beharrlich habe Echter Missstände der Armenfürsorge bekämpft: zu eng gefasste Begünstigtenkreise, Klientelwesen für Wohlhabende statt echter Armenhilfe und fehlende medizinische Versorgung. Sein „Oberpflegamt“ vereinte Einrichtungen zu einer Multifunktionsanstalt – Altenheim, Krankenhaus, Waisenhaus, Pilgerherberge. Heute würde man wohl von einer „Komplexeinrichtung“ sprechen.
Widerstände des Domkapitels wegen der Kosten, vermeintlicher Nutzung des vor den damaligen Stadtmauern gelegenen Spitals als Bastion durch Angreifer und einer „Bettlerflut“ seien an Echter abgeprallt. Er finanzierte via Privatvermögen sowie den Mitteln aufgelöster Klöster und nutzte den Judenfriedhof als Bauplatz, nachdem 1560 die jüdische Gemeinde der Stadt verwiesen worden war. Echter sei in der Wahl seiner Mittel nicht eben zimperlich gewesen, was ihn so manche Sympathie gekostet habe. „Dankeswerterweise erinnert seit 2013 die Stiftung Juliusspital mit dem Historischen Gedenkpunkt im Innenhof an diesen jüdischen Friedhof.“
Es sei Beharrlichkeit gewesen, die den Fürstbischof dazu veranlasst habe, seine Vision der Armen- und Krankenfürsorge mit einer auskömmlichen finanziellen Ausstattung zu versehen, erklärte Bischof Jung weiter. „Dem Oberpflegamt ist es zu verdanken, dass das Stiftungskapital durch Jahrhunderte hindurch erhalten wurde, auch und gerade in diesen bedrängenden und so wechselhaften Zeiten.“ Die Stiftung sichere bis heute den Betrieb der Einrichtung.
Die Beharrlichkeit habe bei Echter auch seinem eigenen Seelenheil gegolten: „Er ließ es sich nicht nehmen, in den ersten Jahren in seinem Spital am Gründonnerstag zwölf Armen die Füße zu waschen und nicht zwölf Domkapitularen, wie es sonst Brauch gewesen war.“ Im Gegenzug habe Echter erwartet, dass die Armen für ihn um seines Seelenheils willen beteten. Auch hier habe er nichts dem Zufall überlassen: Die Bewohner des „großen spitals“ lebten laut Bischof nach Art eines klösterlichen Konvents. „Drei Rosenkränze hatten sie täglich zu beten. Einen für das Heil der Christenheit, einen für den Stifter und einen für sich selbst.“ Bis heute komme die Stiftung diesem Anliegen Echters nach und pflege die Dankbarkeit gegenüber Gott und denjenigen, die sich fürs leibliche und seelische Wohlergehen einsetzen.
Ausdrücklich dankte Bischof Jung auch Innenminister Joachim Herrmann, „unter dessen Schutz und Fürsorge das Juliusspital steht. Bleiben Sie uns gewogen, Herr Innenminister. Wir werden es Ihnen unsererseits danken mit dem Einsatz und dem Streben nach Exzellenz, das Julius Echter bei all seinen Unternehmungen beflügelte.“
mh (POW)
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