Würzburg (POW) Insgesamt drei Männer und vier Frauen aus sechs Pfarreien und Pfarreiengemeinschaften der Diözese Würzburg möchten in die katholische Kirche aufgenommen werden. Bischof Dr. Franz Jung erteilte ihnen am Sonntag, 22. Februar, im Würzburger Neumünster die Zulassung zu Taufe, Firmung und Eucharistie. Der Bischof salbte ihnen dazu die Hände mit Katechumenenöl und segnete sie. Nach mindestens einem Jahr der Vorbereitung werden sie an Ostern oder in der Osterzeit in ihren Heimatgemeinden in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen.
„Danke für Ihren Weg, danke, dass Sie den Ruf gehört haben, ihm gefolgt sind und sich in der Taufe Gott anschließen wollen“, sagte Bischof Jung und wünschte den Männern und Frauen Gottes Segen für ihren weiteren Weg. Vertreter der Heimatpfarreien der Taufbewerber legten vor dem Bischof Zeugnis ab, dass die Katechumenen den Kontakt zur Gemeinde suchen und sich in Glaubensfragen unterweisen lassen. Sie überreichten dem Bischof jeweils Empfehlungsschreiben für ihre Bewerber. Diese kommen aus Aschaffenburg, Bad Kissingen, Eisingen, Hösbach, Kreuzwertheim und Lohr am Main.
Die Geschichte des blinden Bettlers Bartimäus passe wunderbar zur Geschichte des Gläubig-Werdens, sagte Bischof Jung in seiner Predigt: „Am Schicksal eines Menschen wird dargestellt, wie das geht mit dem Weg der Bekehrung, der Berufung, der Erleuchtung.“ Bartimäus sitze am Rand, das Leben ziehe an ihm vorbei. „Wann hatten Sie das erste Mal den Eindruck, dass das Leben gefühlt an Ihnen vorbeigeht?“, sagte der Bischof zu den Taufbewerberinnen und Taufbewerbern. Doch dann höre Bartimäus von Jesus, und in seinem Herzen erwache eine Sehnsucht. „Wann haben Sie das erste Mal von Jesus gehört?“ Bartimäus erfahre zunächst Widerstand, solle still sein und sich in sein Schicksal fügen, fuhr der Bischof fort. Auch Gläubige müssten sich mit anderen Menschen und Meinungen auseinandersetzen.
Doch Jesus bestehe darauf, dass man Bartimäus zu ihm bringe. „Wann haben Sie zum ersten Mal den Ruf Jesu gehört und gemerkt, dass Sie gemeint sind?“ Dabei gehe es darum, dem Leben eine Wende zu geben. Die Taufe beginne mit einer Entscheidung. „Hab nur Mut, steh auf“, sage Jesus zu Bartimäus – zugleich das Motto des Deutschen Katholikentags, der in diesem Jahr in Würzburg stattfindet. Doch es gehörten auch Menschen dazu, die einen auf dem Weg begleiten und unterstützen, wandte sich der Bischof an die Familien und Begleiter der Taufbewerber. „Was willst Du, dass ich dir tue?“, diese Frage von Jesus an Bartimäus gab der Bischof den Bewerbern mit auf den Weg. „Was will ich eigentlich, wenn ich Jesus nachfolge? Will ich zu einer Gemeinschaft gehören, habe ich einen inneren Halt gefunden? Es ist immer wieder gut, sich diese Frage zu stellen. Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass Sie in Christus einen Halt, eine Gemeinschaft und einen Trost haben.“
Auf unterschiedlichen Wegen haben die Bewerberinnen und Bewerber zur katholischen Kirche gefunden. Sie habe vor zwei, drei Jahren begonnen, „Kopfkissengespräche“ mit Gott zu führen, erzählte eine Frau. Anhand „vieler kleiner Puzzleteile“ habe sie die Erfahrung gemacht, dass Gott mit ihr kommuniziere. „Ich habe erkannt, dass ich nicht nur ein Mensch unter vielen bin.“ Auf ihrem Weg habe sie gelernt, sich Gottes Führung und seinen Gesetzen anzuvertrauen. „Glauben ist nicht nur Wissen, sondern lebendiges Vertrauen“, sagte sie. Diese Haltung habe ihr inneren Frieden und Orientierung geschenkt. Nun wolle sie Teil einer Gemeinschaft werden, in der sie auch ein geistliches Zuhause finden könne. Eine junge Frau erzählte, wie sie nach einigen schwierigen Lebensphasen wieder angefangen habe, sich mit der Bibel zu befassen, daraus Kraft zu schöpfen und zu beten. „Ich habe gemerkt, dass ich wieder in Frieden mit mir komme.“ Ein Mann erzählte von dem atheistischen Umfeld, in dem er aufgewachsen sei. Durch das Beispiel eines Arbeitskollegen habe er zum ersten Mal erfahren, was es bedeute, ein Christ zu sein. Doch erst später habe er sich, angeregt durch einen seiner Lieblingssänger, mit dem Buch Kohelet befasst. „Je mehr ich gelernt habe, desto mehr hat es mich überzeugt.“ Es sei der Moment gekommen, in dem er erkannt habe: „Gott liebt uns.“ Nun fühle er sich zum ersten Mal in seinem Leben „vollständig“.
2025 hatte Weihbischof Paul Reder im Auftrag von Bischof Jung zwei Frauen und acht Männer zu Taufe, Firmung und Eucharistie zugelassen.
sti (POW)
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