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„Der Glaube kuscht nicht vor den Mächtigen“

Bischof Dr. Franz Jung feiert an Pfingsten Pontifikalgottesdienst im Kiliansdom –Der Freimut als besondere Gabe des Heiligen Geistes

Würzburg (POW) Bischof Dr. Franz Jung hat die Christen zu mehr Mut bei der Verkündigung des Glaubens aufgerufen. In seiner Predigt am Pfingstsonntag, 24. Mai, im Würzburger Kiliansdom stellte er den „Freimut“ der Apostel in den Mittelpunkt. Dieser sei eine Gabe des Heiligen Geistes und bedeute, „den Mut zu haben, die Wahrheit zu sagen – auch wenn sie unpopulär ist und wie so oft nicht allen gefällt“. Die Feier wurde live auf TV Mainfranken (Kabel), Bibel TV online, der Bistums-Homepage sowie dem YouTube-Kanal des Bistums Würzburg übertragen.

Der Bischof knüpfte damit an das Motto „Hab Mut, steh auf!“ des 104. Deutschen Katholikentags in Würzburg an. Der Freimut der Apostel habe sich in der Osterzeit wie ein roter Faden durch die Lesungen aus der Apostelgeschichte gezogen. Nach den Worten des Bischofs verkündeten Petrus und Johannes die Botschaft von Tod und Auferstehung Jesu „unerschrocken“ und das auch vor den religiösen Autoritäten Jerusalems, obwohl sie „ungebildete und einfache Leute“ gewesen seien.

Oftmals lasse man sich in öffentlichen Diskussionen einschüchtern, wenn andere Menschen durch ihre akademische Sprache überlegen schienen, sagte Bischof Jung. Doch die Geschichte zeige, dass es „am Ende oft einfache Leute waren, die ganz tief die Wahrheit des Evangeliums verstanden hatten und sich davon auch nicht abbringen ließen“. Der Freimut des Glaubens brauche keine akademische Bildung, betonte der Bischof. Entscheidend sei die innere Überzeugung von der Wahrheit des Glaubens. „Die Logik von Kreuz und Auferstehung leuchtet der Weisheit dieser Welt nie ein.“ Die Wahrheit des Glaubens könne nur im Heiligen Geist erkannt werden.

Freimut bedeute auch, sich nicht einschüchtern zu lassen. Der Glaube kusche nicht vor den Mächtigen und lasse sich auch nicht einschüchtern. Bischof Jung verwies dabei auf Papst Leo XIV., der das Evangelium auch angesichts von Drohungen und Beschimpfungen durch US-Präsident Donald Trump mit Freimut verkünde. Auch innerhalb der Kirche brauche es Offenheit und Freimut, sagte Bischof Jung mit Verweis auf Papst Franziskus. Nur wenn in aller Offenheit um die Weiterentwicklung von Kirche und Lehre gerungen werde, komme die Kirche voran. Der Freimut sei auch die Gabe der Märtyrer, die im Angesicht des Todes mutig auf das Kreuz und die Auferstehung geschaut hätten. „Gerade in Situationen, in denen menschliche Weisheit verstummt – am Sterbebett, am Krankenbett oder in einer Lebenskrise – erhalten die Worte der Heiligen Schrift plötzlich ein ungeheures Gewicht.“

Zum Schluss erzählte der Bischof von einem Kindergartenbesuch. Als er nur ein Playmobil-Paket mit den Frankenaposteln Kilian, Kolonat und Totnan mitgebracht hatte, habe ein Junge protestiert: „Herr Bischof, das ist nur ein Paket, aber wir sind doch drei Gruppen!“ „Ertappt!“, sei es ihm durch den Kopf geschossen. Zum Glück hätten seine Mitarbeiter noch zwei Pakete dabeigehabt. Das Kind habe gezeigt, wie Freimut gehe: „Unerschrocken, im Angesicht der Mächtigen, ohne akademische Bildung, sondern nur mit einer Portion gesundem Menschenverstand und einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn die Wahrheit sagen. Von Kindern lernen, die Wahrheit zu sagen, und mit ihnen den Freimut der Kinder Gottes einzuüben, das wünsche ich uns allen an diesem Pfingstfest.“

Musikalisch gestaltete die Mädchenkantorei unter der Leitung von Domkapellmeister Alexander Rüth den Gottesdienst mit „Missa in simplicitate“ von Jean Langlais, „Veni Creator Spiritus“ von Cesar Franck und der Gregorianischen Pfingstsequenz „Veni sancte spiritus“.

sti (POW)

(2226/0548; E-Mail voraus)

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