Würzburg (POW) „Der Fahrer ist die Visitenkarte des Bischofs. Und ich hatte eine sehr gute.“ Das hat Bischof Dr. Franz Jung am Donnerstag, 30. April, bei der Verabschiedung von Bischofschauffeur Dominik Zeißner im Bischofshaus betont. Bei einer gemeinsamen Messfeier in der Hauskapelle, an der neben der Hausgemeinschaft auch Hauptabteilungsleiter des Bischöflichen Ordinariats teilnahmen, würdigte der Bischof Zeißner, der ab 1. Mai das Amt des ersten Bürgermeisters seiner Heimatgemeinde Wasserlosen (Landkreis Schweinfurt) übernimmt. Bei den Kommunalwahlen im März dieses Jahres hatte der bisher dritte Bürgermeister 55,1 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinigt.
Ob Zustand des Autos, rechtzeitige Anfahrt zu Terminen, den Umgang mit Menschen generell oder die Einweisung von Ministranten bei Gottesdiensten: Zeißner sei in brüderlicher Weise den Menschen begegnet und habe immer Freude an seinem Tun vermittelt. „Jeder hat gespürt, dass Ihnen die Feier des Gottesdiensts ein persönliches Herzensanliegen ist, dass Sie als gläubiger Mensch den Blick für das Detail haben“, sagte der Bischof.
Dienstbereitschaft und Flexibilität seien Zeißners Charakteristika. Wo immer er im Bischofshaus benötigt worden sei, habe er seine Dienste ohne großes Aufheben erledigt. „Mitunter haben die Leute Sie für meinen Bodyguard gehalten. Ich kann sagen: Es gab durchaus Situationen, in denen es ein beruhigendes Gefühl war, Sie in meiner Nähe zu wissen“, erklärte Bischof Jung.
Für das Bürgermeisteramt wünschte er Zeißner, er möge seine gute Art beibehalten, mit den Menschen unmittelbar in Kontakt zu kommen. „Wenn wir wissen wollten, was das Volk zu bestimmten Dingen denkt, konnten wir uns bei Ihnen auf eine gerade und belastbare Auskunft verlassen.“ Ähnlich wie bei der Arbeit im Bischofshaus gelte es für Zeißner als Bürgermeister weiterhin, anderen im übertragenen Sinn die Füße zu waschen und sich auch dort nicht für „Drecksarbeit“ zu schade zu sein.
Bei der anschließenden Feierstunde im Salon überreichte der Bischof Zeißner einen Gutschein über einen Erholungsaufenthalt im Schwarzwald. Kilian Martin, persönlicher Referent von Bischof Jung, bezeichnete den scheidenden Fahrer als „Fels in der Brandung“. Dieser habe stets mit Souveränität gewusst, was aktuell zu tun sei.
Zeißner dankte allen, die ihn seit Dienstbeginn am 1. April 2020 bei seiner Tätigkeit unterstützt haben. „Ich habe keinen einzigen Tag hier bereut“, erklärte er. Die vergangenen sechs Jahre seien die bisher „beruflich und menschlich schönsten“ in seinem Leben. „Und wenn ich manchmal im Gottesdienst zu laut gesungen habe, verzeihen Sie es mir bitte.“
mh (POW)
(1926/0429; E-Mail voraus)
Hinweis für Redaktionen: Fotos abrufbar im Internet






