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Am Straßenrand Weihnachten gefeiert

Bischof Dr. Franz Jung bei Andacht mit wohnsitz- und obdachlosen Menschen

Würzburg (POW) Für wohnsitz- und obdachlose Menschen hat Würzburgs Bischof Dr. Franz Jung auch in diesem Jahr an Heiligabend, 24. Dezember, wieder eine Andacht gefeiert. Sie stand diesmal unter der Überschrift „Weihnachten am Straßenrand“ und fand auf dem Gehweg vor der Würzburger Wärmestube in der Rüdigerstraße statt. Über 75 Frauen und Männer, unter ihnen auch Ehrenamtliche und weitere Interessierte, waren zur Mittagszeit an die Wärmestube gekommen.

Untermalt von den weihnachtlichen Klängen der Laurentius-Musikanten begann die Feier. Paul Lehrieder, ehemaliger Bundestagsabgeordneter und Vorsitzender des die Feier ausrichtenden Fördervereins der Wärmestube, dankte Bischof Jung, dass er sich alljährlich Zeit für die inzwischen zur Tradition gewordene Weihnachtsandacht nehme. Damit signalisiere der Bischof, dass auch die Gäste der Wärmestube zur Stadtgesellschaft gehörten.

Barbara Stehmann, die die Andacht mit vorbereitet hatte, sprach über den Begriff Straßenrand. Man könne äußerlich, aber auch innerlich am Rand stehen, sich nicht zugehörig fühlen, sagte die Religionspädagogin. Dazu brachten Besuchende der Wärmestube vor der am Gehweg aufgestellten Krippe Gedanken zu Ruhelosigkeit, Heimatlosigkeit und Anstrengung zum Ausdruck, etwa: „Manchmal habe ich das Gefühl, nicht genug zu bekommen: Geld, Essen und vor allem Liebe.“

Anschließend trug Andrea Dehler, Leiterin der Würzburger Wärmestube, das Weihnachtsevangelium (Lukas 2,1-20) vor. Der Chor der Wärmestube, der die Feier ebenfalls musikalisch begleitete, sang das Lied „Stern über Bethlehem“. Bischof Jung betonte im Hinblick auf das Evangelium, dass die Geburt Christi zuerst den Hirten, und nicht etwa den Königen, verkündet worden sei.

Christus habe als „guter Hirte“ von Anfang an die Menschen am Straßenrand gesucht und sie in die Mitt geholt. Als Beispiele nannte Bischof Jung den blinden Bartimäus und den Zöllner Zachäus. „Für Gott ist niemand verloren. Weihnachten ist dann, wenn wir füreinander zu Hirtinnen und Hirten werden“, sagte er. So wie es etwa in der Wärmestube oder auch bei der Bahnhofsmission geschehe.

Stehmann machte danach deutlich: Der „frohen Botschaft können wir trauen“. Es benötige aber auch ein gewisse „Einübung im Alltag“. Gäste der Wärmestube hatten dazu Textkarten mit Wörtern vorbereitet – beispielsweise Trösten, Geben oder Miteinander – und legten sie vor der Krippe ab. Der Bischof sprach zum Ende der Andacht den Segen und sagte: „Bleiben Sie alle behütet in seinem weihnachtlichen Frieden“.

Der Bischof dankte allen an der Vorbereitung der Feier Beteiligten. Sein besonderer Dank galt Bernhard Christof, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins Wärmestube. Dieser war bis zu seinem Renteneintritt vor Kurzem beim Caritasverband für die Diözese Würzburg auch im Bereich Wohnungslosenhilfe tätig. Christof trage „das Herz am rechten Fleck“, sagte der Bischof und hob das wertvolle Engagement hervor.

Zum Ausklang der Feier bei einer warmen Mahlzeit und Getränken in den Räumen der Wärmestube verteilte Lehrieder mit dem Bischof noch Geschenkbeutel an die Anwesenden. Durch Spenden von Firmen und Privatleuten waren die mit viel Nützlichem gefüllt wie Duschgel, Socken oder Konserven. Und Plätzchen waren an Heiligabend natürlich auch enthalten.

hela (Caritas)

(0126/0026; E-Mail voraus)

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