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Öle fürs gesamte Bistum geweiht

Bischof Dr. Franz Jung feiert Chrisammesse im Kiliansdom – Dogmatiker Marschler beim „Tag der Besinnung“ für Priester und Diakone: Tauf- und Weihepriestertum brauchen einander

Würzburg (POW) Bischof Dr. Franz Jung hat am Montagabend, 25. März, im Würzburger Kiliansdom die Heiligen Öle für alle 43 Pastoralen Räume im Bistum Würzburg geweiht: das Katechumenenöl für die Salbung der Taufbewerber, das Chrisamöl für Taufe, Firmung, Priester- und Bischofsweihe sowie für die Weihe von Kirchen und Altären, das Krankenöl für die Krankensalbung. Die Priester und Diakone erneuerten im Gottesdienst ihr Weiheversprechen. Die Chrisammesse wird nur einmal im Jahr gefeiert. An der Seite von Bischof Jung zelebrierten Bischof em. Dr. Friedhelm Hofmann, der an diesem Tag ernannte Weihbischof Paul Reder, Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran, das Domkapitel sowie die Dekane. Zuvor gestaltete Professor Dr. Dr. Thomas Marschler, Inhaber des Lehrstuhls für Dogmatik an der Universität Augsburg, einen „Tag der Besinnung“ für Priester, Diakone, Alumnen und Diakonatsbewerber zum Thema „Priesterlicher Dienst in einer priesterlichen Kirche“ im Kiliansdom.

In seiner Predigt blickte Bischof Jung auf das Evangelium der „Verkündigung des Herrn“. In der Reaktion Marias auf die Begegnung mit dem Engel beginne die Heilsgeschichte. „Auch wenn Maria nicht weiß, wie es gehen soll, beginnt sie ihren Weg mit Gott, Auch wenn Maria nicht ahnt, wohin ihr Weg sie führt, läuft sie los. Auch wenn Maria nicht weiß, wieso der Herr gerade sie ausgewählt hat, vertraut sie auf seinen Ruf.“ Jede Berufungsgeschichte sei anders, aber jede gründe in dieser ersten aller Berufungsgeschichten, sagte der Bischof.

„Jedes weitere Ja ist so staunenswert wie das Ja-Wort Mariens. Es ist ein Geschenk der Gnade Gottes, das den menschlichen Willen befreit aus dem Kreisen um sich selbst und uns befähigt, mit Maria zu sagen: ‚Nicht mein, sondern dein Wille geschehe!‘“ Der Heilige Geist werde über jeden kommen, der seinen Ruf hört, der bereit ist, mit Maria Christus in die Welt zu tragen, sagte Bischof Jung. „Das Zeichen für den Heiligen Geist, der Christus im Menschen zeugt, ist das heilige Chrisamöl. Wie Maria diesen Christus in die Welt trägt, sollen auch die geweihten Amtsträger Christus in die Welt tragen.“

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Das Katechumenenöl mahnt nach den Worten des Bischofs, sich innerlich nicht zur Ruhe zu setzen. Die größte Gefahr sei ein müde gewordenes Herz wie das des Priesters Zacharias. „Es zeigt sich in der inneren Haltung, die nichts mehr erwartet von Gott und vom eigenen Leben.“ Im Krankenöl salbe Gott auch die Schwachheit der Menschen, damit diese mit dem Apostel Paulus sagen können: „Wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.“ „Die Schwäche, die angenommen wird, kann zum Ausgangspunkt eines erlösten Lebens werden“, erklärte Bischof Jung. An die Priester und Diakone gewandt, sagte er: „Danke für Ihren Dienst. Danke für Ihr Dasein heute, mit dem Sie zeigen, dass Sie in Einheit mit dem Bischof und dem ganzen Diözesanklerus Ihren Dienst versehen wollen. Danke für die Erneuerung Ihres Weiheversprechens heute vor Gott und dem ganzen Volk.“

Nach der Predigt brachten vier Diakone das Chrisamöl, vier Katechetinnen und Katecheten das Katechumenenöl und vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Caritas sowie der Bahnhofsmission das Öl für die Krankensalbung zum Altar. Dort wurden die einzelnen Öle zum Teil beim Hochgebet, zum Teil am Schluss der Feier geweiht. Grundstoff der drei Heiligen Öle ist Olivenöl, das mit wohlriechenden Duftstoffen versehen wird. Für das Bistum Würzburg werden pro Jahr insgesamt rund 60 Liter benötigt. Die Salbung mit Öl ist ein symbolischer Hinweis auf die Kraft und Gnade, die der Gesalbte empfängt. Im Alten Testament gilt sie als Zeichen der Anerkennung durch Gott und Auszeichnung vor den Menschen. Im Neuen Testament wird die Salbung mit Öl zur Gesundung der Kranken beschrieben.

Die Frauenschola „Vox Anima“ unter der Leitung von Domkantor Julian Beutmiller sang die Choralmesse VIII De Angelis und ein Choralproprium. Nach dem Gottesdienst erhielten Vertreter der neun Dekanate die Öle, die in den folgenden Tagen in die Gemeinden der Diözese gebracht werden.

„Tag der Besinnung“ für Priester und Diakone

Am Montagnachmittag sprach der Augsburger Dogmatikprofessor und Kölner Diözesanpriester Professor Marschler beim „Tag der Besinnung“ für Priester, Diakone, Alumnen und Diakonatsbewerber im Kiliansdom. „Weihepriester und priesterliches Gottesvolk sitzen in der Kirche in einem Boot. Sie sollten aus tiefster Überzeugung ein gemeinsames Ziel verfolgen: Gott die Ehre zu geben in Liturgie und Leben. Sie kommen nur gemeinsam voran auf dem Weg zu Gott, oder sie gehen gemeinsam unter“, sagte er. Von der Krise des Weihepriestertums sei überall die Rede, „gewiss nicht ohne Grund“. Aber es gebe eine nicht minder dramatische Krise des Taufpriestertums, die die Menschen oft erstaunlich kalt lasse. „Das froh machende Geschenk, in der beständigen Nähe Gottes zu leben; es wagen zu dürfen, zum heiligen Gott ‚Vater‘ zu sagen; ‚vor ihm zu stehen und ihm zu dienen‘ nicht aus Pflicht, sondern als Ausdruck königlicher Würde – das alles spielt im Leben vieler Christen faktisch keine Rolle mehr.“ In einer Zeit, in der keine zehn Prozent der Getauften am sonntäglichen Gottesdienst teilnähmen und die Kirchenbindung rasant zerfalle, sei die Vorstellung, „zu einer heiligen Priesterschaft“ zu gehören, „um durch Jesus Christus geistige Opfer darzubringen, die Gott gefallen“, vielen Christen nicht weniger fremd geworden als die Berufung in ein Weiheamt. „Beide Wege der sakramentalen Sendung müssen wir in ihrem tiefsten Wesen wiederentdecken. Nur dann wird eine echte Erneuerung der Kirche gelingen“, betonte Marschler. 

mh (POW)

(1324/0355; E-Mail voraus)

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